Akzidenz-Grotesk
Die Akzidenz-Grotesk (früher auch Accidenz-Grotesk) ist eine Grotesk-Schrift, die ursprünglich 1896 von der H. Berthold AG herausgegeben wurde. Sie wurde als eine Auszeichnungsschrift konzipiert, da diese Art von Schrift damals beim Einsatz in den immer wichtiger werdenden Anzeigen zunehmend gefragt war. Die Gestalter der neuen Sans-Serif-Modelle bezogen sich auf die bereits vorhandenen Schriftformen. So gilt etwa die Akzidenz-Grotesk als die Schrift, von der sich Max Miedinger bei der Gestaltung der Helvetica inspirieren ließ.
Klassifikation der Schrift
* Nach DIN 16518 kategrorisiert man die Akzidenz-Grotesk in der Gruppe VI ? Serifenlose Linear-Antiqua
Hans Peter Willberg würde sie in seiner Klassifikationsmatrix als statische Grotesk einordnen
Helvetica oder Akzidenz?
Die Akzidenz-Grotesk kann leicht mit der Helvetica verwechselt werden. Die Ähnlichkeiten sind offensichtlich, aber die subtilen Unterschiede schließen das kleine ?a?, das große und kleine ?C? und das große ?G?, ?J?, ?R? und ?Q? ein. Im Bereich der Interpunktionen ist ein wesentlicher Unterschied beim Fragezeichen »?« auszumachen.
Abgesehen von den subtilen Unterschieden zwischen diesen einzelnen Typen ist Miedingers wichtigste Änderung an Akzidenz die größere »x-Höhe«, die Entfernung von der Grundlinie zur Höhe des kleinen ?x?. Das hat zur Folge, dass Helvetica eckiger erscheint, während Akzidenz über rundliche Ecken und Bögen verfügt.
Geschichte
Vermarktung und Vertrieb ? ungeklärte Rechtsnachfolge
Die Akzidenz-Grotesk ist ein gutes Beispiel dafür, wie viel es ausmachen kann, von welchem Hersteller die Schrift vertrieben wird. Das Original wurde anno 1902 von der H. Berthold AG herausgebracht und ist von jeher als ?Mutter aller Grotesken? bekannt.
Hermann Berthold gründete 1858 das Berliner Traditionsunternehmen H. Berthold AG, welche bereits 1900 die führende Schriftgießerei Deutschlands war. Sie war in der Entwicklung durchaus wegweisend, verlor aber in den Achtziger Jahren ihren Vorsprung und meldete 1993 Konkurs an.
Seither werden die Schriften von verschiedenen Anbietern vermarktet, jedoch ist die rechtliche Grundlage dieser Vermarktung nicht geklärt, da es aufgrund der Liquidation der H. Berthold AG keinen Rechtsnachfolger gibt. Ulrich Stiehl: [http://www.sanskritweb.net/forgers/berthold.pdf Die selbsternannten »Rechtsnachsolger« der Aktiengesellschaft H. Berthold AG], Jänner 2006, deutsch
Siehe auch
H. Berthold AG
Weblinks
• Akzidenz-Grotesk in der TypoWiki
• Akzidenz-Grotesk bei Typophile (englisch)

