Akureyri
Die Stadt Akureyri (isl. Akureyrarkaupstaður) ist mit ihren 16.822 Einwohnern (Dezember 2006) nach Grímsey verläuft.Entsprechend seiner nördlichen Küstenlage weist Akureyri ein maritim-polares Klima mit vergleichsweise milden Wintern und kühlen Sommern auf. Die Mitteltemperatur der kältesten Monate (Januar, Februar) beträgt etwa -1,5°C. Im Juli wird eine Mitteltemperatur von 11°C erreicht. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 4°C. Die absoluten Temperaturextreme liegen bei -23,2°C (1947) und +28,1°C (2006).
Die Jahresniederschlagssumme beträgt ca. 450 mm. Die Jahressumme der Sonnenscheindauer beträgt knapp 1.000 Stunden, was für die Nordküste Islands typisch ist.
Die Stadt liegt an der Ringstraße 1 (Hringvegur), ist aber auch auf dem Luftweg gut zu erreichen, verfügt sie doch über einen eigenen Flughafen.
Zahlreiche Industriebetriebe haben sich in Akureyri angesiedelt. Neben der woll- und der fischverarbeitenden Industrie gibt es z.B. auch eine große Brauerei.
Einwohnerentwicklung
Im Gegensatz zu den meisten Gebieten außerhalb der Hauptstadt Reykjavík und ihrer Umgebung ist die Bevölkerungszahl von Akureyri im Wachsen begriffen (1997 bis 2006: + 10 %).
* jeweils zum 1. Dezember
Geschichte
Die Stadt wurde 1786 das Stadtrecht. Allerdings blieb der Ort noch weitere hundert Jahre ziemlich klein und bestand nur aus wenigen Häusern.
Dies änderte sich mit dem Ende des 19. Jahrhunderts und der damit verbundenen Aufhebung der Handelsrestriktionen (vgl. Geschichte Islands). Schon nach 1840 war die Stadt durch den Zuzug von Handwerkern und Lohnarbeitern merklich angewachsen. Während die Kaufleute im südlichen Teil des Ortes lebten, ließen sich die Handwerker im Norden (im Stadtteil Oddeyri) nieder. Zwischen den beiden Stadtteilen gab es lange ständige Zwistigkeiten. Sogar das Gymnasium (menntaskoli) wurde genau auf der Grenzlinie angesiedelt, die noch extra ausgemessen wurde.
Schließlich erlebte die Stadt ab 1900 einen stürmischen Aufschwung, da eine Handelsgesellschaft (Kaupfélag Eyfirðinga og Akureyrar) gegründet werde konnte und mit ihren Geschäften, Lagerhäusern und angeschlossenen Unternehmen für Prosperität sorgte. Auch der Ausbau der Trawlerfischerei bekam Akureyri gut.
Heute lebt man von den schon oben genannten Industrien, zu denen noch die High-Tech-Industrie in den letzten Jahren hinzukam. Außerdem gilt der Tourismus als Wachstumsfaktor.
Am 1. August 2004 wurde die Landgemeinde Hrísey (Hríseyjarhreppur), eine Insel im Eyjafjörður, eingemeindet. Die Eingemeindung weiterer acht Gemeinden wurde von diesen in Referenden im Oktober 2005 abgelehnt.
Sehenswürdigkeiten
Akureyrarkirkja
Die große Kirche (Joachimskirche), auch Eiskathedrale genannt, beherrscht mit ihren hohen Türmen und ihrer Lage auf dem Hügel über dem Fjord das Stadtbild nahe des Hafens.
Sie wurde von dem isländischen Architekten Guðjón Samúelsson entworfen und 1940 eingeweiht. Mit ihrer herben hellgrauen Betonstruktur soll sie die landschaftliche Umgebung spiegeln.
Bemerkenswert im hellen und freundlichen Inneren der Kirche sind Reliefs von Ásmundur Sveinsson an der Empore und die große Orgel, die in Oettingen in Bayern hergestellt wurde. Außerdem kann die Kirche bemerkenswerte Glasfenster vorweisen, von denen eines 400 Jahre alt ist und von der im Zweiten_Weltkrieg zerstörten Kathedrale von Coventry in England stammt. Andere Kirchenfenster zeigen Szenen aus der isländischen Kirchengeschichte. So sieht man z.B. eine Szene, in der bei der Christianisierung im Jahre 1000 Götterbilder in den danach benannten Wasserfall Goðafoss geworfen werden. Auch kann man in der Kirche ein Miniatursegelboot, dass an der Decke befestigt ist, betrachten.
Neben dieser Kirche gibt es noch zwei weitere große Kirchen sowie mehrere Kapellen in Akureyri. Eine dieser beiden anderen Kirchen zeichnet sich durch einen bemerkenswert gestalteten Turm aus. Von diesem spielen des öfteren die Bläser des Kirchenensembles, was über den ganzen Norwestteil der Stadt zu hören ist.
Nonnahús und andere Dichterwohnungen
*Nonnahús: In diesem Haus im dänischen Stil lebte der berühmte Kinderbuchautor Jón Sveinsson (1857-1944), der die Serie von Romanen um den isländischen Jungen Nonni, welcher in die Welt hinausreist, schrieb. Das Haus ist heute als Museum eingerichtet, mit Möbeln des 19. Jahrhunderts und persönlichen Gegenständen des Autors.
*Sigurhæðir: Das Haus des Poeten Matthías Jochumsson ist ebenfalls heute ein Museum.
*Davíðshús: Auch das Haus des Schriftstellers und Bibliothekars Davíð Stefánsson kann man besichtigen.
Weitere Museen
*Akureyri Kunstmuseum (Listasafnið á Akureyri): Das Museum beherbergt wechselnde Ausstellungen vor allem moderner Kunst.
*Heimatmuseum (Minjasafnið á Akureyri): Das Museum in der Villa Kirkjuhvoll besitzt Gegenstände, Fotos und Manuskripte zur Geschichte von Akureyri und Eyjafjörður.
*Naturkundemuseum(Náttúrufræðistofnun Norðurlands): Es zeigt vor allem Tiere und Pflanzen der Gegend.
Botanischer Garten (Lystigarður Akureyrar)
Er liegt hoch über dem Fjord noch oberhalb der Akureyrarkirkja im Südwesten der Stadt und überrascht durch die Vielfalt des Pflanzenwuchses. Zu sehen sind dort über 6000 fremde Arten von Blumen, Bäumen und anderen Gewächsen sowie ca. 400 einheimische Arten. Im Prinzip ist er ganzjährig etwa von Sonnenauf- bis -untergang geöffnet.
Literatur
Die Stadt Akureyri ist neben Reykjavik der Haupthandlungsort des Romans "Tödliche Intrige" von Arnaldur Indriðason. Der Titel der isländischen Originalausgabe ist "Bettý".
Umgebung
Die Stadt eignet sich gut als Ausgangspunkt zu anderen Sehenswürdigkeiten im Norden Islands, etwa zu den Wasserfällen Dettifoss und Goðafoss sowie zum See Mývatn mit seinen vulkanischen Erscheinungen und nach Húsavík zur Walbeobachtung.
Söhne und Töchter der Stadt
• Sveinsson] (1857-1944), Schriftsteller
• Arnar Ingólfsson] (* 1955), Schriftsteller
• Gíslason] (* 1959), Handballspieler und -trainer
• Helguson] (* 1977), Fußballspieler
Weblinks
• - Homepage (isländisch und englisch)
• (allg. Informationen)
• Akureyri - Hauptstadt Nordislands
• Ein Island Reisebericht: Akureyri
• Webcam aus dem Kunstmuseum

