Aktivitäten des täglichen Lebens (Pflegemodell)
Die Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) (orig. ADL = "activities of daily living") gehören zu einem ganzheitlichen Modell in der Alten- und Krankenpflege. Als Schöpferin dieses Modells gilt Nancy Roper. Sie und ihre Nachfolgerinnen (in der Entwicklung einer Pflegetheorie) beziehen sich dabei zum Teil auf das Werk Abraham Maslows.
Ziel der Pflege, Rehabilitation und Therapie ist es demnach, die Selbständigkeit eines Patienten in einzelnen Bereichen zu erhalten oder wieder herzustellen. Mit dem Kriterienkatalog der ATL sind somit Pflegediagnose, -planung und -evaluation möglich.
Das Modell wurde im deutschsprachigen Raum zunächst von Liliane Juchli weiterentwickelt und umfasst die folgenden 12 Aktivitäten:
*Wach sein und schlafen
*Sich bewegen
*Sich waschen und kleiden
*Essen und trinken
*Ausscheiden
*Körpertemperatur regulieren
*Atmen
*Für Sicherheit sorgen
*Raum und Zeit gestalten/sich beschäftigen
*Kommunizieren
*Sich als Mann/Frau fühlen
*Sinn finden
Mit der Einführung der Pflegeversicherung in Deutschland hat der Ausdruck eine neue Bedeutung erlangt. Die Einordnung in die Pflegestufen erfolgt nach dem Zeitaufwand der Hilfe, die der Patient bei bestimmten Verrichtungen im täglichen Leben (Selbstpflege) und in der Pflege benötigt (Als Sachleistung finanziert die Pflegekassedazu Leistungspakete durch ambulante Dienste).
Siehe auch
Aktivitäten und existenzielle Erfahrungen des Lebens (AEDL). Dabei handelt es sich um ein durch Monika Krohwinkel weiter entwickeltes ATL-Modell .
;Definition ADL:Abk. für (engl.) "activities of daily living"; Aktivitäten des täglichen Lebens (Abk. ATL);Bezeichnung in der Krankenpflege (u. Gerontologie) für immer wiederkehrende Tätigkeiten zur Erfüllung der physischen und psychischen menschlichen Grundbedürfnisse, die bei Erkrankungen und im Alter Schwierigkeiten bereiten können; z.B. Körperhygiene, Sauberhalten der Wohnung, Zubereiten u. Einnahme von Mahlzeiten, Mobilität ( Stehen, Gehen, Treppensteigen) sowie Kontinenz, Verlassen des Bettes, selbstständiges An- u. Auskleiden als Kriterium der Pflegebedürftigkeit*; i. W. S. Auch Gespalten von Raum u. Zeit, Arbeiten, Spielen, Kommunizieren u.a.( Pschyrembel 258. Auflage -De Gruyter--Kristof Beyer)
Literatur
* Liliane Juchli: Ganzheitliche Pflege - Vision oder Wirklichkeit. 3. Auflage. RECOM, Basel 1993, ISBN 3-315-00076-X
* Edith Kellnhauser u.a. (Hrsg.), Begr. von Juliane Juchli: THIEMEs Pflege - Professionalität erleben. 10., völlig neu bearb. Auflage. Thieme, Stuttgart 2004, ISBN 3-13-500010-9 (1. Auflage unter Juchli L (1971): Allgemeine und spezielle Krankenpflege. Thieme, Stgt.)
*Carola Otterstedt (2005): Der verbale Dialog, für Begleiter von Schwerkranken, Schlaganfall-, Komapatienten und Demenzbetroffenen, Verlag modernes lernen, Dortmund.
*Carola Otterstedt (2005): Der nonverbale Dialog, für Begleiter von Schwerkranken, Schlaganfall-, Komapatienten und Demenzbetroffenen, Verlag modernes lernen, Dortmund.
* Psychrembel -Klinisches Wörterbuch,258.Auflage,De Gruyter, ISBN 3-11-014824-2
Weblinks
• www.pflegewiki.de - ATL im PflegeWiki
• www.oegkv.at - Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband: Pflegediagnose, -planung und -evaluation

