Aktion Sonnenschein
Die Aktion Sonnenschein (genauer: Aktion Sonnenschein - Hilfe für das mehrfach behinderte Kind) wurde 1968 als gemeinnütziger Verein (e.V.) gegründet. Ziel war die Integration von Kindern mit und ohne Behinderungen. Basis war die Erkenntnis, dass Kinder nicht nur von Erwachsenen, sondern vor allem auch von anderen Kindern lernen.2003 gründete der Verein Aktion Sonnenschein die "Stiftung Aktion Sonnenschein - Hilfe für das mehrfach behinderte Kind". Der Verein löste sich nicht auf, sondern wurde zum "Förderverein der Aktion Sonnenschein - Hilfe für das mehrfach behinderte Kind e.V.".
Ziel der Stiftung Aktion Sonnenschein ist es Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen im weitesten Sinne zu dienen. Gegenwärtig beschränkt sich die Aktion Sonnenschein darauf die pädagogischen Einrichtungen (Montessori-Integrationskindergarten, Montessori-Schule, Heilpädagogische Tagesstätte) in deren Bestand zu sichern. Das gemeinsame Dach dieser drei Einrichtungen bildet die "Gemeinnützige Schul-GmbH der Aktion Sonnenschein".
Die Betreuung und Förderung der Kinder erfolgt nach den _Prinzipien von Maria Montessori.
Sitz der Aktion Sonnenschein ist die Heiglhofstrasse 10, 81377 München.
Einrichtungen der gemeinnützigen Schul-GmbH der Aktion Sonnenschein
Die gemeinnützige Schul-GmbH der Aktion Sonnenschein ist Träger folgender pädagogischer Einrichtungen:
Montessori-Integrationskindergarten
In die Montessori-Kindergärten der Aktion Sonnenschein gehen rund 140 Kinder mit und ohne Behinderung. Knapp ein Drittel der Kinder hat eine, bzw. mehrere Behinderungen oder ist davon bedroht. Die Kinder werden in Kleingruppen von zwei Pädagogischen Fachkräften (wovon mindestens eine/r eine http://www.daer.de Montessori-Ausbildung hat) betreut.
Montessori-Schule
Die Montessori-Schule ist ein sonderpädagogisches Förderzentrum in privater Trägerschaft mit der Besonderheit, dass eine Hälfte der Schüler nicht behindert ist und die andere Hälfte sonderpädagogischen Förderbedarf hat. Das Sonderpädagogische Förderzentrum der Montessori-Schule ist staatlich genehmigt. Es werden dort ca. 600 Schüler nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik unterrichtet. Die Schule besteht aus einer Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE), einer Grund- und Hauptschule (1. bis 9. Klasse) + _M_10, sowie einem Zweig zur individuellen Lebensbewältigung (1.- 12. Klasse).
Heilpädagogische Tagesstätte (HpT)
Eine schulbegleitende, zusätzliche Unterstützung und gezielte _heilpädagogische Förderung erfährt ein Teil der Schüler mit Behinderung (ca. 65 Schüler) nach der Schulzeit. Die Hpt betreut Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 7 und 20 Jahren. Dort werden sie speziell in den Bereichen gefördert, in denen sie, aufgrund ihrer Behinderung, besondere Unterstützung benötigen. Die Betreuung erfolgt durch zwei pädagogische Fachkräfte pro Gruppe.
Philosophie
"Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Dieser Satz wurde 1994 als Erweiterung in http://bundesrecht.juris.de/gg/art_3.html Artikel 3 des Grundgesetzes aufgenommen.
Die Aktion Sonnenschein hat sich dem Prinzip der gemeinsamen Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung verpflichtet.
Unterstützt wird die soziale Integration der Kinder durch Montessori-Pädagogik. Eine der Leitideen von Maria Montessori war es, dass sich Lernen an den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten des Kindes orientieren muss. "Im gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder soll der unbefangene Umgang miteinander, der im Kleinkindsalter ganz natürlich vorhanden ist, erhalten und ausgebaut werden. Es geht nicht darum, die behinderten Kinder mitleidig zu verwöhnen und ihnen eine heile Welt vorzuspiegeln, und es geht nicht darum, mit ihnen Dressurkunststücke zu veranstalten. Es geht darum, ihre Menschenwürde zu stärken und ihre Selbstachtung zu entwickeln. Es geht darum, ihnen die nötige Hilfe zu geben, damit sie menschlich, intellektuell und praktisch das leisten, was sie leisten können und wollen. [...] Förderung durch Fordern des dem einzelnen möglichen, ist einer der Grundsätze der Montessori-Pädagogik, um Achtung, Selbstachtung und Unbefangenheit im Umgang miteinander zu entwickeln." (Quelle: "Heft zum 30-Jährigen Jubiläum - Aktion Sonnenschein, Hilfe für das mehrfach behinderte Kind e.V. - Gemeinsam Schaffen wir alles")
Ziele
Die Stiftung Aktion Sonnenschein - Hilfe für das mehrfach behinderte Kind, und somit auch die Tochtergesellschaft, die gemeinnützige Schul-GmbH der Aktion Sonnenschein, verfolgen den Zweck, behinderten und von Behinderung bedrohten Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden möglichst umfassend zu dienen, um
* Behinderung möglichst zu vermeiden,
* (drohende) Behinderungen möglichst frühzeitig zu erkennen und ihnen möglichst frühzeitig entgegen zu wirken,
* vorhandene Behinderungen oder deren Auswirkung durch medizinische, psychologische, therapeutische, pädagogische oder ähnliche Maßnahmen zu verringern, zu lindern oder soweit möglich zu beheben,
_kompensatorische_Fähigkeiten aufzubauen,
* Selbständigkeit und Unabhängigkeit zu erlangen,
um damit zur Entfaltung aller Anlagen und Befähigung beizutragen, die Integration in die Gesellschaft und in das Arbeitsleben zu fördern, insbesondere die Grundlage für die soziale und berufliche Eingliederung zu schaffen.
Geschichte
Im März 1968 wurde die "Aktion Sonnenschein - Hilfe für das Mehrfach behinderte Kind e.V." von Professor Dr. Dr. h.c. mult. Theodor Hellbrügge gegründet. Anlass dafür waren seine Beobachtungen, dass ein gesundes Kind in Heimen in seiner Entwicklung zurückbleibt. Daraus resultierte auch die Frage: "Was geschieht mit behinderten Kindern, die in speziellen Einrichtungen, Heimen, Sonderschulen etc. isoliert von der Umwelt großgezogen werden?".
Professor Dr. Dr. h.c. mult. Theodor Hellbrügge hatte sich in den 1960er Jahren intensiv mit der Früherkennung von Entwicklungsstörungen bei Kindern beschäftigt, wofür er neue Methoden der _Frühdiagnostik und Frühtherapie entwickelte. Sein Konzept für die mehrdimensionale Diagnostik und mehrdimensionale Therapie sah die gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung vor. 1968 erfolgte die Gründung der Aktion Sonnenschein in Form eines integrativen _Montessori-Kindergartens. Mit einer ersten Grundschulklasse 1970 entstand die "Private Sonderschule für Lernbehinderte - Modellschule nach Maria Montessori, der Aktion Sonnenschein". 1977 entstand die dazugehörige _Heilpädagogische_Tagesstätte. Letztendlich entstand 1985 das Kinderzentrum München (welches heute unter der Trägerschaft des Bezirks Oberbayern steht). Zu diesem Zeitpunkt war es eine Institution, in der erstmalig alle Fachkräfte Hand in Hand unter einem Dach arbeiteten und darüber hinaus auch noch Fachkräfte ausgebildet werden konnten. Der Begriff "Kinderzentrum" bringt zum Ausdruck, dass nicht eine besondere Erkrankung oder Behinderung im Mittelpunkt steht, sondern das Kind. Erst 1996 / 97 erhielt die Schule der Aktion Sonnenschein die Bezeichnung "Montessori-Schule der Aktion Sonnenschein e.V., Privates sonderpädagogisches Förderzentrum, Schule für Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf" und somit die Genehmigung als _sonderpädagosches_Förderzentrum (und die staatliche Anerkennung). 2003 erfolgte die Gründung der "Stiftung der Aktion Sonnenschein - Hilfe für das mehrfach behinderte Kind". Die pädagogischen Einrichtungen wurden dabei in eine Tochtergesellschaft, die gemeinnützige Schul-GmbH der Aktion Sonnenschein ausgegliedert.
Weblinks
http://www.aktionsonnenschein.de www.aktionsonnenschein.de Homepage der Aktion Sonnenschein

