Akkretionskeil
Ein Akkretionskeil (von lat.: accretio: Zunahme) ist eine geologische Struktur, die typischerweise an Inselbögen aufzufinden ist.Inselbögen sind Strukturen, die als Folge der Plattentektonik auftreten. Sie entstehen dort, wo sich zwei ozeanische Lithosphärenplatten aufeinanderzubewegen und es schließlich zur Subduktion kommt. Dabei wird eine der beiden Lithosphärenplatten ? meist die ältere der beiden, da diese in der Regel bereits stärker erkaltet und somit eine höhere spezifische Dichte aufweist ? unter die andere ?gedrückt? und zum Abtauchen in den Erdmantel gezwungen.
Entlang der Plattengrenze, an der die dichtere Platte subduziert wird, bildet sich auf Grund ihres Abknickens eine tiefe Furche aus, die auch als Tiefseerinne bezeichnet wird. Zur Seite der oberen, unterfahrenen Platte hin, wirken im Bereich der Tiefseerinne durch die Kollision der beiden Erdplatten enorme mechanische Druck- und Reibungskräfte. Diese führen dazu, dass die Meeressedimente und zum Teil auch Schichten der ozeanischen_Kruste von der abtauchenden Platte abgehobelt und zu einer keilförmigen Anhäufung aufgeschoben werden.
Der Akkretionskeil ist dem eigentlichen Inselbogen als eine Art äußerer Schwelle vorgelagert, die mit dem Inselbogenvulkanismus jedoch nichts zu tun hat. Je nach Akkretions-, also Zuwachsrate und Meerestiefe kann der Akkretionskeil bis über die Meeresoberfläche aufragen.
Quelle
Klaus Strobach (1991): Unser Planet Erde, Gebr. Borntraeger, Berlin, pp. 186

