Akkommodation (Lernpsychologie)
Akkommodation ist wie der verwandte Begriff Assimilation ein Phänomen der Lernpsychologie. In ihrem Wesen sind die beiden Begriffe komplementär, können aber beim Lernen gleichzeitig stattfinden.Beide Phänomene treten auf, wenn eine wahrgenommene Realität nicht zu den bisher erworbenen kognitiven Strukturen (Erinnerungen, Analogien, Gesetzmäßigkeiten, etc.) passt.
Die Akkommodation beschreibt hierbei den Vorgang, dass vorhandene kognitive Strukturen so verändert werden, um dem realen Ereignis Sinn zu verleihen.
Im Gegensatz dazu werden bei der Assimilation die wahrgenommenen Reize so interpretiert, bzw. Hilfskonstrukte gebildet, dass die Struktur des realen Ereignisses zur vorhandenen kognitiven Struktur passt.
Beispiel
Assimilation - Das Kleinkind verfügt über das WauWau-Schema. Das Kind sieht in seiner Umgebung kleine, wuschelige, vierbeinige Lebewesen, die bestimmte Laute von sich geben. Beim Anblick dieser Lebewesen sagt die Mutter jedes Mal "wauwau".
Das Kind bildet ein kognitives Schema, in das alle vierbeinigen, sich bewegenden Wesen eingeordnet werden.
Eines Tages kommt es an einer Wiese vorbei, zeigt auf eine Kuh und sagt "wauwau".
Die Kuh wurde assimiliert, also dem WauWau-Schema eingepasst.
Später geht das Kind durch einen Zoo und sieht dort eine Menge neuer Tierformen; es lernt Lebewesen kennen, die lange Hälse, kleine Beine, zwei Beine oder vier Beine haben, die brüllen, pfeifen, klettern oder fliegen.
Das bestehende WauWau-Schema kann diese neue Formen nicht mehr "verdauen", nicht mehr assimilieren. Es muss sich selbst den neuen Eindrücken angleichen, muss sich akkommodieren.

