Akklamation
Unter Akklamation (allg. Beifall, Zustimmung, von lat. acclamatio, Zuruf; aus ad, zu, und clamare, rufen) versteht man in Politik und Recht eine veraltete Form der Wahl, insbesondere in kleinen Gremien oder bei nur einem Kandidaten. Bei der Akklamation wird per Zuruf (oder einfach per Handzeichen) etwas angenommen oder abgelehnt.Beispiel
"Heute ernennen wir Herrn B. zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit. Stimmen alle dem zu?" - Alle sagen laut "Ja".
Akklamation in der Akademie
Im akademischen Umfeld erfolgt die Akklamation durch Klopfen auf den Tisch.
Erheben sich Widersprüche, muss per Handaufheben abgestimmt werden.
Akklamation im Römischen Reich
In der römischen_Geschichte bezeichnet Akklamation insbesondere die Ausrufung eines siegreichen Feldherrn auf dem Schlachtfeld zum Imperator. In der Spätantike kam der wiederholten Akklamation, die oft mit Forderungen verbunden war und teils stundenlang dauerte, eine wichtige Rolle als Medium der Kommunikation mit dem Kaiser zu.H.-U. Wiemer: Akklamationen im spätrömischen Reich. Zur Typologie und Funktion eines Kommunikationsrituals; in: AKG 86, 2004, S.27?73.
Akklamation im Judentum und im Christentum
Im jüdischen und im christlichen Gottesdienst ist das gemeinsam gesprochene Amen der Gemeinde die Akklamation zum bisher Gesagten oder Gebeteten.
Bis 1996 gab es die Möglichkeit einer Entscheidung per Akklamation bei der Papstwahl. Papst Johannes Paul hat diese außer Gebrauch gekommene Methode abgeschafft.
Akklamation in der Diktatur
Besonders in der Zeit des Nationalsozialismus wurden oft Regierungserklärungen abgehalten, nach denen die Anwesenden applaudierten. Hitler und andere Nationalsozialisten holten sich die "Zustimmung" ihres Volkes durch staatlich beeinflusste "Wahlen" und Akklamationen.
Auch der Kommunismus in der Sowjetunion und in den Ostblockstaaten verzichtete nicht auf die "Zustimmung" des Volkes. Akklamationen waren beispielsweise üblich bei Wahlen zum Dorfsowjet. Ovationen waren zum Beispiel üblich nach Treuebekundungen für Stalin.
Akklamation bei der UNO
Der UNO-Sicherheitsrat hat den südkoreanischen Außenminister Ban Ki Moon als neuen Generalsekretär der Vereinten Nationen nominiert. Die Vorsitzende Haya Rashid al Khalifa schlug den Kandiaten der Vollversammlung vor, der durch Beifall angenommen wurde.

