Akkadische Sprache
]. Es hat sowohl den Keilschrift geschrieben. Im Unterschied zum Sumerischen wurde diese jedoch im Akkadischen zu einer voll ausgebildeten Silbenschrift weiterentwickelt. Der Logogramm-Charakter dieser Schrift trat in den Hintergrund. Dennoch verwendete man vor allem bei sehr häufig gebrauchten Wörtern wie ?Gott?, ?Tempel?, u. a. auch weiterhin die entsprechenden Logogramme. So kann das Zeichen AN z. B. einerseits als Logogramm für ?Gott? stehen, andererseits den Gott_An bezeichnen und auch als Silbenzeichen für die Silbe -an- verwendet werden. Daneben kommt das gleiche Zeichen als Determinativ für Götternamen zur Anwendung.Das Beispiel 4 in der Abbildung rechts zeigt eine andere Eigenart des akkadischen Keilschriftsystems. Viele Silbenzeichen haben keinen eindeutigen Lautwert. Manche, wie z. B. A?, differenzieren ihren Silbenvokal nicht. Auch in der anderen Richtung gibt es keine eindeutige Zuordnung. Die Silbe -?a- wird beispielsweise mit dem Zeichen ?A aber auch mit dem Zeichen NÍ? wiedergegeben, oft sogar innerhalb eines Textes wechselnd.
Sprachentwicklung
Das Altakkadische, das bis zum Ende des dritten vorchristlichen Jahrtausends verwendet wurde, unterscheidet sich sowohl vom Babylonischen wie auch vom Assyrischen und wurde von diesen Dialekten verdrängt. Bereits im 21. Jahrhundert v. Chr. waren diese beiden späteren Hauptdialekte deutlich unterscheidbar. Altbabylonisch ist, wie auch das ihm nahestehende Mariotische, deutlich innovativer als das etwas archaische Altassyrische und das sprachlich und geografisch entferntere Eblaitische. So findet sich im Altbabylonischen erstmals die Form lu-prus (ich will entscheiden), statt älterem la-prus. Dennoch hat auch Assyrisch eigene Neuerungen entwickelt, wie z. B. die ?assyrische Vokalharmonie?, die jedoch nicht mit den Harmoniesystemen im Türkischen oder Finnischen zu vergleichen ist. Das Eblaitische ist sehr archaisch, es kennt noch einen produktiven Dual sowie ein nach Fall, Zahl und Geschlecht differenziertes Relativpronomen. Beides ist bereits im Altakkadischen verschwunden.Altbabylonisch ist die Sprache König Hammurapis, der den in heutiger Zeit nach ihm benannten Codex Hammurapi, einen der ältesten Gesetztexte der Welt, schuf. Ab dem 15. Jahrhundert v. Chr. spricht man von ?Mittelbabylonisch?. Die Trennung ist dadurch bedingt, dass die Kassiten um 1550 v. Chr. Babylon eroberten und infolge dessen über 300 Jahre lang beherrschten. Sie gaben zwar ihre Sprache zugunsten des Akkadischen auf, beeinflussten die Sprache jedoch wenig. In der Blütezeit des Mittelbabylonischen galt es in der gesamten Alten Welt des Orients, einschließlich Ägyptens, als Schriftsprache der Diplomatie. In diese Zeit fällt auch die Übernahme zahlreicher Lehnwörter aus nordwestsemitischen Sprachen und aus dem Hurritischen. Diese waren jedoch nur in den Grenzregionen des Akkadischen Sprachgebiets gebräuchlich.
Auch das Altassyrische entwickelte sich im zweiten vorchristlichen Jahrtausend weiter. Da es jedoch eine reine Volkssprache war - die Könige schrieben Babylonisch - sind nur wenige umfangreiche Texte aus dieser Zeit überliefert. Ab etwa 1500 v. Chr. spricht man von ?Mittelassyrisch?.
Im 1. Jahrtausend v. Chr. wurde das Akkadische mehr und mehr als Amtssprache verdrängt. Zunächst bestanden ab etwa 1000 v. Chr. Akkadisch und Aramäisch parallel als Amtssprachen. Das wird auf vielen Abbildungen deutlich, auf denen ein Tontafelschreiber Akkadisch schreibt und ein Papyrus- oder Lederschreiber Aramäisch. Auch die zeitgenössischen Texte zeigen dies. Man spricht ab dieser Zeit von ?Neuassyrisch? bzw. ?Neubabylonisch?. Ersteres erhielt im 8. Jahrhundert v. Chr. einen großen Aufschwung durch den Aufstieg des Assyrischen Reichs zur Großmacht. Im Jahre 612 v. Chr. wurde die Stadt Ninive und damit das assyrische Reich zerstört. Nur noch etwa zehn Jahre lang gibt es spärliche assyrische Texte.
Nach dem Ende der mesopotamischen Reiche, das durch die Eroberung des Gebiets durch die Perser kam, wurde Akkadisch, das nunmehr nur noch in Form des ?Spätbabylonischen? existierte, als Volkssprache verdrängt, jedoch als Schriftsprache weiterhin verwendet. Auch nach dem Einmarsch der Griechen unter Alexander_dem_Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. konnte sich die Sprache als Schriftsprache behaupten. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass zu dieser Zeit Akkadisch als gesprochene Sprache bereits ausgestorben war oder zumindest nur noch in sehr kleinem Umfang verwendet wurde. Die jüngsten Texte in Akkadischer Sprache stammen aus der Mitte des dritten_nachchristlichen_Jahrhunderts.
Entzifferung
Die Akkadische Sprache wurde erst wiederentdeckt, als der Däne Carsten Niebuhr 1767 umfangreiche Abschriften von Keilschrifttexten anfertigen konnte und in Dänemark präsentierte. Sofort begannen umfangreiche Bemühungen, die Schrift zu entschlüsseln. Besonders hilfreich waren dabei mehrsprachige Texte, die unter anderem altpersische und akkadische Teile hatten. Dadurch, dass zahlreiche Königsnamen in diesen Texten vorkamen, konnte man zumindest einige Keilschriftzeichen identifizieren, die 1802 von Georg Friedrich Grotefend der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Bereits damals erkannte man, dass Akkadisch zu den semitischen Sprachen gehört. Der endgültige Durchbruch in der Entzifferung der Schrift und damit im Zugang zur akkadischen Sprache gelang in der Mitte des 19. Jahrhunderts Henry_Rawlinson.
Dialekte
Die folgende Tabelle enthält zusammenfassend die bisher sicher identifizierten Dialekte des Akkadischen.
Einige Wissenschaftler (z. B. Sommerfeld 2003) nehmen weiterhin an, dass das in den ältesten Texten verwendete ?Altakkadisch? keine Vorform der späteren Dialekte Assyrisch und Babylonisch war, sondern ein eigener Dialekt, der jedoch von diesen beiden verdrängt wurde und früh ausstarb.
Phonetik und Phonologie
Da das Akkadische als gesprochene Sprache IPA-Zeichen stellen die nach Streck 2005 vermutete Aussprache dar. In Klammern dahinter folgt die Transkription, die in der Fachliteratur für diesen Laut anzutreffen ist, sofern sie sich vom Lautschrift-Zeichen unterscheidet. Diese Transkription wurde für alle semitischen Sprachen von der Deutschen_Morgenländischen_Gesellschaft (DMG) vorgeschlagen und daher als DMG-Umschrift bezeichnet.
Für die Lateralaffrikate /?/ wird von einigen Wissenschaftlern eine frikativische Aussprache ([] oder []) vermutet.
Vokale
Daneben wird von den meisten Akkadologen die Existenz eines hinteren mittleren Vokals (o oder ) vermutet. Die Keilschrift bietet hierfür jedoch kaum Evidenz.
Alle Konsonanten und Vokale kommen kurz und lang vor. Konsonantenlänge wird durch Doppeltschreibung des betreffenden Konsonanten ausgedrückt, Vokallänge durch einen Querstrich über dem Vokal (?, ?, ?, ?). Dieser Unterschied ist phonemisch, d. h. bedeutungsunterscheidend und wird auch in der Grammatik ausgenutzt, z. B. iprusu (dass er entschied) vs. iprus? (sie entschieden).
Betonung
Über die Betonung im Akkadischen ist nichts bekannt. Zwar gibt es einige Anhaltspunkte, wie die Vokaltilgungsregel, die im folgenden kurz beschrieben wird, sowie einige Schreibungen in der Keilschrift, die eine Hervorhebung bestimmter Vokale darstellen könnten, jedoch konnte bisher keine Betonungsregel bewiesen werden.
Das Akkadische kennt eine Regel, die kurze (und wahrscheinlich unbetonte) Vokale löscht. Dies geschieht nicht mit Vokalen in der letzten Silbe von Wörtern und auch nur in offenen Silben, die einer anderen offenen Silbe mit kurzem Vokal folgen. Offene Silben sind dabei solche, die auf einen Vokal enden. Beispielsweise lautet das Verbaladjektiv (Partizip II) des Verbs prs (entscheiden, trennen) in seiner weiblichen Form paris-t-um (-t zeigt das feminine Geschlecht an, -um ist die Nominativ-Endung). Das /i/ wird nicht getilgt, da es sich in einer geschlossenen Silbe (/ris/) befindet. In seiner männlichen Form heißt es jedoch pars-um, da in der zugrundeliegenden Form /pa.ri.sum/ das /i/ in einer offenen Silbe steht und auf eine kurze offene Silbe (/pa/) folgt.
In den späteren Sprachstufen des Akkadischen ist daneben eine generelle Tilgung kurzer Vokale im Wortauslaut zu beobachten.
Grammatik
Morphologie
=Allgemeines
=Wie alle semitischen Sprachen verwendet auch das Akkadische die sogenannte Wurzelflexion. Die ?Wurzel? eines Wortes, die seine Grundbedeutung beinhaltet, besteht in der Regel aus drei Konsonanten, den sogenannten Radikalen. Die Radikale oder Wurzelkonsonanten werden in der Transkription manchmal mit großen Buchstaben wiedergegeben, z. B. PRS (entscheiden, trennen). Zwischen und um diese Wurzelkonsonanten werden im Akkadischen verschiedene Infixe, Präfixe und Suffixe gesetzt, die grammatikalische und wortbildende Funktionen besitzen. Das Konsonant-Vokal-Muster, das sich ergibt, differenziert die Grundbedeutung der Wurzel. Der mittlere Wurzelkonsonant (Radikal) kann einfach oder verdoppelt (gelängt) sein. Dieser Unterschied ist ebenfalls bedeutungsdifferenzierend. Beispiele hierfür finden sich im Abschnitt ?Verbmorphologie?.
Die Konsonanten ?, w, j und n werden als ?schwache Radikale? bezeichnet. Wurzeln, die diese Radikale enthalten, bilden unregelmäßige Stammformen.
Dieses morphologische System unterscheidet sich deutlich von dem der indoeuropäischen_Sprachen. Im Deutschen ändert sich beispielsweise die Wortbedeutung grundlegend, wenn man einzelne Vokale austauscht, z. B. ?Rasen? vs. ?Rosen?.
=Kasus, Numerus und Genus
=Das Akkadische hat zwei grammatische_Geschlechter, männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Adjektive haben meistens ein -(a)t am Ende des Stamms. Das Kasussystem ist einfach. Es beinhaltet im Singular drei Kasus (Nominativ, Genitiv und Akkusativ), im Plural jedoch nur zwei Kasus (Nominativ und Obliquus). Adjektive kongruieren in Kasus, Numerus und Genus mit dem Bezugswort und folgen diesem in der Regel.
Am Beispiel der Substantive ?arrum (König) und ?arratum (Königin) und des Adjektivs dannum (stark) wird in der folgenden Tabelle das Kasussystem im Altbabylonischen verdeutlicht:
Wie man sieht, unterscheiden sich die Endungen für Substantive und Adjektive nur im männlichen Plural. Einige Substantive, vor allem geografische Begriffe wie ?Stadt?, ?Feld? u. ä. können im Singular zusätzlich einen Lokativ auf -um bilden. Dieser ist jedoch anfangs nicht produktiv und die resultierenden Formen stellen erstarrte adverbiale_Bestimmungen dar. In neubabylonischer Zeit wird der um-Lokativ immer häufiger und ersetzt in vielen Formen die Konstruktion mit der Präposition ina.
In späteren Entwicklungsstufen des Akkadischen ist, außer im Lokativ, zunächst die sogenannte Mimation, also das -m, das in den meisten Kasusendungen auftritt, entfallen. Später fielen im Singular der Substantive Nominativ und Akkusativ zu -u zusammen. Im Neubabylonischen trat ein Lautwandel ein, durch den kurze Vokale im Wortauslaut verschwanden. Damit entfiel die Unterscheidung der Kasus außer bei den männlichen Nomen im Plural. In vielen Texten wurden die Kasusvokale jedoch weiterhin geschrieben, dies jedoch nicht konsequent und oft auch falsch. Da die wichtigste Kontaktsprache des Akkadischen in dieser Zeit das Aramäische war, das ebenfalls über keine Kasusunterscheidung verfügt, war diese Entwicklung wohl nicht nur phonologisch bedingt.
=Status
=Das akkadische Substantiv besitzt drei verschiedene Status. Sie drücken die syntaktische Beziehung des Substantivs zu anderen Satzteilen aus. Der status rectus (regierter Status) ist dabei die Grundform. Der status absolutus (absoluter Status) wird verwendet, wenn das Substantiv in einem Nominalsatz (z. B. A ist ein B) als Prädikat verwendet wird.
Folgt einem Substantiv ein Relativsätzen verwendet.
=Verbmorphologie
=Bei den Passiv aus. Das Stammbildungselement n- wird dabei an den folgenden ersten Konsonanten der Wurzel angeglichen, der dadurch gelängt wird (vgl. Bsp. 9 in der folgenden Tabelle). In einigen Formen steht es jedoch nicht direkt vor dem Konsonanten, wodurch die ursprüngliche Form /n/ erhalten bleibt (vgl. Bsp. 15).
Jeder der vier Stämme kann neben der normalen Verwendung einen Reflexiv- und einen Iterativstamm bilden. Die Reflexivstämme werden mit einem Infix -ta- gebildet. Daher werden sie auch Gt-, Dt-, ?t- bzw. Nt-Stamm genannt, wobei der Nt-Stamm nur von sehr wenigen Verben gebildet wird. Für die Iterativstämme verwendet man ein Infix -tan-, das jedoch nur im Präsens sichtbar ist. Die übrigen Zeitformen und Ableitungen der sog. tan-Stämme Gtn, Dtn, ?tn und Ntn lauten wie die entsprechenden Formen der Reflexivstämme.
Von vielen Verben lassen sich auf diese Weise theoretisch viele tausend Formen bilden. Diese äußerst umfangreiche Verbmorphologie ist eines der besonderen Merkmale der semitischen Sprachen. Die folgende Tabelle zeigt einen kleinen Ausschnitt aus der Formenvielfalt der Wurzel PRS (entscheiden, trennen).
Eine finite Verbform des Akkadischen beinhaltet obligatorisch die Kongruenz zum pronominale Suffixe an das Verb antreten, die dann das direkte und das indirekte_Objekt markieren. Diese Pronominalsuffixe sind in allen Verbstämmen gleich. Anders als bei den Kongruenzmorphemen werden die beiden grammatischen Geschlechter in der 2. und 3. Person sowohl im Singular als auch im Plural unterschieden.
Wenn sowohl direktes als auch indirektes Objekt pronominal markiert werden, geht das indirekte Objekt (Dativ) dem direkten (Akkusativ) voraus.
Die Suffixe für das indirekte Objekt der 1. Person Singular (?mir?, ?für mich?) entsprechen den Ventiv-Suffixen. Dabei steht -am, wenn die Subjektskongruenz ohne Suffix auftritt, -m nach dem Suffix -? und -nim nach den Suffixen -? und -?.
Die Ventiv-Suffixe treten oft zusammen mit anderen Dativ-Suffixen oder mit den Suffixen der 1. Person Singular Akkusativ auf.
Die folgende Tabelle enthält die Formen der Objektssuffixe, wie sie im Altbabylonischen verwendet wurden:
Das -m der Dativsuffixe assimiliert sich dabei an folgende Konsonanten, vgl. Bsp. (7) unten. Die folgenden Beispiele illustrieren die Verwendung der beschriebenen Morpheme.
Stativ
Eine sehr oft auftretende Form, die sowohl von Nomen, von prädikativ verwendete Substantive (im Status absolutus) entspricht diese Form dem Verb sein im Deutschen. Verbunden mit einem Adjektiv oder Verbaladjektiv wird ein Zustand ausgedrückt. Eine direkte Entsprechung hat der Stativ als Pseudopartizip im Ägyptischen. Die folgende Tabelle enthält am Beispiel des Nomens ?arrum (König), des Adjektivs rap?um (breit) und des Verbaladjektivs parsum (entschieden) die einzelnen Formen.
Dabei kann ?arr-?ta sowohl ?du warst König?, ?du bist König?, als auch ?du wirst König sein? bedeuten, der Stativ ist also von Zeitformen unabhängig.
Wortbildung
Neben der bereits erläuterten Möglichkeit der Ableitung verschiedener Verbstämme verfügt das Akkadische über zahlreiche Nominalbildungen aus den Verbwurzeln. Eine sehr häufig auftretende Nominalisierung ist die sogenannte ma-PRaS-Form. Sie kann den Ort eines Geschehens, die Person, die die Handlung ausführt, aber auch viele andere Bedeutungen ausdrücken. Ist einer der Wurzelkonsonanten (Radikale) ein labialer Laut (p, b, m), so wird das Präfix zu na-. Beispiele hierfür sind: ma?kanum (Stelle, Ort) von ?KN (setzen, stellen, legen), ma?ra?um (Pracht) von ?R? (prachtvoll sein), ma??arum (Wächter) von N?R (bewachen), nap?arum (Summe) von P?R (zusammenfassen).
Eine sehr ähnliche Bildung ist die maPRaSt-Form. Die Nomen, die dieser Nominalbildung entstammen, sind grammatisch weiblichen Geschlechts. Für die Bildung gelten die gleichen Regeln wie für die maPRaS-Form, z. B. ma?kattum (Depositum) von ?KN (setzen, stellen, legen), narkabtum (Wagen) von RKB (reiten, fahren).
Zur Ableitung abstrakter Nomen dient das Suffix -?t. Die Substantive, die mit diesem Suffix gebildet werden, sind grammatisch weiblich. Das Suffix kann sowohl an Substantive, Adjektive, als auch an Verben angefügt werden, z. B. ab?tum (Vaterschaft) von abum (Vater), rabûtum (Größe) von rabûm (groß), wa??tum (Weggang) von W?J (weggehen).
Auch Ableitungen von Verben aus Substantiven, Adjektiven und Zahlwörtern sind zahlreich. Zumeist wird aus der Wurzel des Nomens oder Adjektivs ein D-Stamm gebildet, der dann die Bedeutung ?X werden? oder ?etwas zu X machen? besitzt, z. B. du??ûm (sprießen lassen) von di?u (Gras), ?ullu?um (etwas zum dritten Mal tun) von ?al?? (drei).
Präpositionen
Das Akkadische verfügt über Präpositionen, die aus einem einzigen Wort bestehen (z. B. ina (in, an, aus, durch, unter), ana (zu, für, nach, gegen), adi (bis), a??u (wegen), eli (auf, über), i?tu/ultu (von, seit), mala (gemäß), itti (mit, bei)). Daneben gibt es jedoch einige mit ina und ana zusammengesetzte Präpositionen (z. B. ina ma?ar (vor), ina balu (ohne), ana ??r (zu ... hin), ana ma?ar (vor ... hin). Unabhängig ihrer Komplexität stehen alle Präpositionen mit dem Genitiv.
Beispiele: ina b?tim (im Haus, aus dem Haus), ana ... dummuqim (um ... gut zu machen), itti ?arrim (beim König), ana ??r m?r??u (zu seinem Sohn).
Zahlwörter
Da in der Keilschrift die Zahlen zumeist als Zahlzeichen geschrieben werden, ist die Lautung vieler Zahlwörter noch nicht geklärt. In Kombination mit etwas Gezähltem stehen die Kardinalzahlwörter im Status absolutus. Da andere Fälle sehr selten sind, sind die Formen des Status rectus nur von vereinzelten Zahlwörtern bekannt. Die Zahlwörter 1 und 2 sowie 21-29, 31-39, 41-49, usw. kongruieren mit dem Gezählten im grammatischen Geschlecht. Die Zahlwörter 3-20, 30, 40 und 50 zeigen eine Genuspolarität, d. h. vor männlichen Substantiven steht die weibliche Form des Zahlworts und umgekehrt. Diese Polarität ist typisch für die semitischen Sprachen und tritt z. B. auch im klassischen Arabisch auf. Die Zahlwörter 60, 100 und 1000 lauten in beiden Geschlechtern gleich. Mit den Zahlwörtern ab zwei steht das Gezählte in der Mehrzahl. Bei paarweise vorhandenen Körperteilen kann eine Dualform (Zweizahl) beobachtet werden, die jedoch nicht mehr produktiv gebildet werden kann, z. B. ?epum (Fuß) wird zu ?ep?n (zwei Füße).
Die Ordnungszahlen werden bis auf wenige Ausnahmen durch Anfügen einer Kasusendung an die Nominalform PaRuS gebildet, wobei P, R und S durch die entsprechenden Konsonanten des Zahlwortes ersetzt werden müssen. Besonders auffällig ist, dass im Fall der Eins die Ordnungszahl und die Kardinalzahl gleichlauten. Bei der Vier tritt eine Metathese (Lautvertauschung) ein. Die folgende Tabelle enthält die männlichen und weiblichen Formen des Status absolutus einiger akkadischer Kardinalzahlen, sowie die entsprechenden Ordnungszahlen.
Beispiele: erb? a???tum (vier Ehefrauen) (männliches Zahlwort!), me?at ?l?n? (einhundert Städte).
Syntax
=Nominalphrase
=Außer den Zahlwörtern stehen alle Ergänzungen, die einem Substantiv angefügt werden, nach diesem Substantiv. Das betrifft sowohl Adjektive, Relativsätze als auch Appositionen. Zahlwörter hingegen gehen dem Gezählten voraus. In der folgenden Tabelle wird die Nominalphrase erb?t ?arr? dann?tum ?a ?lam ?pu?? ab?ja (die vier starken Könige, die die Stadt gebaut haben, meine Väter) analysiert.
=Satzsyntax
=Die bevorzugte Satzstellung im Akkadischen ist Chiasmen, d. h. Umkehrungen der Satzstruktur, sind sehr häufig anzutreffen. Ein Beispiel aus dem Tonzylinder von Nabonid (2:20-2:21) verdeutlicht dies:
Verbformen von Konjunktion eingeleitet sind, tragen das Subordinativ-Suffix -u, das jedoch entfällt, wenn ein anderes mit einem Vokal beginnendes Suffix antritt. Die einzige Konjunktion, die stets ohne Subordinativ in der Verbform auftritt, ist ?umma (wenn, falls). Die Gründe dafür sind noch nicht geklärt. Einige weitere Konjunktionen sind ?a (für Relativsätze), k?(ma) (dass, sodass, nachdem, als, sobald, wie), ?m (als, sobald, während), adi (solange bis), a??um (weil).
In Nominalsätzen wird im Akkadischen keine Kopula verwendet, d. h. kein Verb wie das deutsche sein. Stattdessen steht das prädikativ gebrauche Substantiv oder Adjektiv im Stativ, wie z. B. in Aw?lum ?? ?arr?q. (?Dieser Mann ist ein Dieb.?).
Wortschatz
Durch den intensiven Sprachkontakt zunächst zum Sumerischen und später zum Aramäischen besteht der akkadische Wortschatz zu einem Teil aus Lehnwörtern aus diesen Sprachen. Die aramäischen Lehnwörter waren dabei in den ersten Jahrhunderten des 1. Jahrtausends v. Chr. hauptsächlich auf Nord- und Mittelmesopotamien beschränkt, während die sumerischen Lehnwörter im gesamten Sprachgebiet verbreitet waren. Neben den genannten Sprachen wurden einige Substantive aus dem Reit- und Haushaltswesen aus dem Hurritischen und aus dem Kassitischen entlehnt. Einige wenige Lehnwörter entstammen dem Ugaritischen.
Aufgrund der im Vergleich zu nichtsemitischen Sprachen sehr verschiedenen Wortstruktur war es den Akkadern nicht möglich, sumerische oder hurritische Verben in die semitische Wurzelflektion zu übernehmen. Aus diesem Grund wurden aus diesen Sprachen nur Substantive und einige Adjektive entlehnt. Da jedoch das Aramäische und das Ugaritische ebenfalls zu den semitischen Sprachen gehören und daher auch über eine Wurzelflektion verfügen, konnten aus diesen Sprachen einige Verben, aber auch viele Nomen übernommen werden.
Die folgende Tabelle enthält Beispiele für Lehnwörter im Akkadischen.
Aber auch das Akkadische war Quelle von Entlehnungen, vor allem ins Sumerische. Einige Beispiele sind: sum. da-rí (dauernd, von akk. d?ru), sum. ra-gaba (Berittener, Bote, von akk. r?kibu).
Beispieltext
Der folgende kleine Text ist der Paragraph 7 des Enuma Elisch] (etwa 18. Jahrhundert v. Chr.)
• (Standard-Version etwa 13.-11. Jahrhundert v. Chr.)
Literatur
Allgemeine Beschreibungen und Grammatiken
Wolfram von Soden: Grundriß der Akkadischen Grammatik. Analecta Orientalia. Bd 33. Rom 1995. ISBN 88-7653-258-7
* Michael P. Streck: Sprachen des Alten Orients. Wiss. Buchges., Darmstadt 2005. ISBN 3-534-17996-X
* Arthur Ungnad: Grammatik des Akkadischen. Neubearbeitung durch L. Matou?, München 1969, 1979 (5. Aufl.). ISBN 3-406-02890-X
Lehrbücher
* Rykle Borger: Babylonisch-assyrische Lesestücke. Rom 1963.
**Teil I: Elemente der Grammatik und der Schrift. Übungsbeispiele. Glossar.
**Teil II: Die Texte in Umschrift.
**Teil III: Kommentar. Die Texte in Keilschrift.
* Richard Caplice: Introduction to Akkadian. Biblical Institute Press, Rome 1988, 2002 (4.Aufl.). ISBN 88-7653-566-7
* Kaspar K. Riemschneider: Lehrbuch des Akkadischen. Enzyklopädie, Leipzig 1969, Langenscheidt Verl. Enzyklopädie, Leipzig 1992 (6. Aufl.). ISBN 3-324-00364-4
Wörterbücher
* Jeremy G. Black, Andrew George, Nicholas Postgate: A Concise Dictionary of Akkadian. Harrassowitz-Verlag, Wiesbaden 2000. ISBN 3-447-04264-8
* Wolfram von Soden: Akkadisches Handwörterbuch. 3 Bde. Wiesbaden 1958-1981. ISBN 3-447-02187-X
Zeichenlisten
*Rykle Borger: Mesopotamisches Zeichenlexikon. Alter Orient und Altes Testament (AOAT). Bd 305. Ugarit-Verlag, Münster 2004. ISBN 3-927120-82-0
*René Labat: Manuel d'Épigraphie Akkadienne. Paul Geuthner, Paris 1976, 1995 (6.Aufl.). ISBN 2-7053-3583-8
Fachliteratur zu spezifischen Themen
* Ignace J. Gelb: Old Akkadian Writing and Grammar. Materials for the Assyrian dictionary. Bd 2. University of Chicago Press, Chicago 1952, 1961, 1973. ISBN 0-226-62304-1
* Markus Hilgert: Akkadisch in der Ur III-Zeit. Rhema-Verlag, Münster 2002. ISBN 3-930454-32-7
* Walter Sommerfeld: Bemerkungen zur Dialektgliederung Altakkadisch, Assyrisch und Babylonisch. In: Alter Orient und Altes Testament (AOAT). Ugarit-Verlag, Münster 274.2003.
Weblinks
*[http://www.premiumwanadoo.com/cuneiform.languages/dictionary/index.php Akkadisch-Englisch-Französisch Wörterbuch
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