Akhnaten
Akhnaten_(deutsch:_Echnaton)_ist_eine_Oper_von_[[Philip_Glass] (Bass)
* Die 6 Töchter Echnatons (Sopran und Alt)
*Chor
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Akhnaten (deutsch: Echnaton) ist eine Oper von [[Philip Glass über den ägyptischen König Echnaton und die Amarnazeit. Der Text ist in Englisch, sowie in ägyptischer und akkadischer_Sprache. Die Uraufführung fand im März 1984 unter der Leitung von Dennis Russell Davies im Opernhaus_Stuttgart statt. Stilistisch gehört die Oper dem musikalischen Minimalismus an.
Entstehung und Stil
Akhnaten ist das letzte Werk in der Portraitopern-Trilogie von Philip Glass, die mit Einstein on the Beach (1975) begann und mit Satyagraha, einer Oper über Mahatma_Gandhi, im Jahre 1979 ihre Fortsetzung fand. Keiner dieser Opern liegt eine durchgängige Handlung zugrunde, sondern die Absicht, eine historische Persönlichkeit darzustellen, die durch ihre visionären Ideen geistesgeschichtliche Veränderungen bewirkte. Dabei bezog sich Glass auf die geistigen Wurzeln und das Umfeld. So verwendete er in seiner Oper Akhnaten auch Pyramidentexte aus dem ägyptischen Alten_Reich und Texte aus der Amarnazeit. Diese werden vom Erzähler rezitiert und kommentiert oder vom Chor gesungen.
Glass komponierte Akhnaten im Jahre 1983. Die für 1984 geplante Stuttgarter Uraufführung stand unter der Restriktion, dass zu dem Zeitpunkt das große Opernhaus renoviert wurde. Daher sollte sie im Kleinen Haus stattfinden. Dort war aber nicht genügend Platz für ein riesiges klassisches Orchester. Daher ersetzte Glass während der Komposition die Violinen durch Synthesizer, was der Oper einen tiefen, dunklen Klang verlieh. Zudem betonte er in der Oper die Rhythmusinstrumente, vor allem in der 2. Szene des ersten Aktes. Ansonsten ist das meist in a-Moll stehende Werk eher ruhig fließend und wird erst wieder in der Szene mit Echnatons gewaltsamem Sturz ?hektisch?.
Theologisch-historischer Hintergrund
Im ägyptischen Neuen_Reich bis zur Zeit Echnatons war Amun der Reichsgott und Hauptgott Ägyptens. Echnaton brach diese Tradition, indem er Aton, die Sonnenscheibe, als einzigen Gott verkündigte und den Amun-Kult abschaffte. Im 5. Regierungsjahr änderte er seinen Geburtsnamen Amenophis (?dem Amun wohlgefällig? oder ?Amun ist zufrieden?) in Echnaton (?der Aton nützlich ist/dient?) und gründete eine neue Hauptstadt Achet-Aten (?Horizont des Aton?, Amarna). Später kam es zu Ausschreitungen (Bildersturm) der Aton-Anhänger, indem sie den Götternamen Amun auf offiziellen Monumenten auskratzten. Dabei machten sie selbst beim Namen von Echnatons Vater Amenophis III. nicht Halt. Echnatons religiöse Reformen scheiterten, und unter seinem zweiten Nachfolger Tutanchamun wurde der Amun-Kult wieder eingeführt. Tutanchamun siedelte von Amarna nach Memphis über. Echnaton verfiel in der Ramessidenzeit, frühestens ab Haremhab einer ?Damnatio memoriae?.
Nach Raubgrabungen im 19. Jahrhundert kamen auch einige Tontafeln in akkadischer Sprache in den Kunsthandel. Daraufhin wurde systematisch in Amarna gegraben, wobei man auf ein Archiv mit der außenpolitischen Korrespondenz aus den späten Jahren von Amenophis III. und der Regierungszeit Echnatons stieß. Aus diesen, als Amarna-Korrespondenz bekannten Tontafeln in akkadischer Sprache, wird auszugsweise in der Oper zitiert.
Historische Ungenauigkeiten
*Amenophis, Sohn des Hapu, der in der Oper als Schreiber, Chronist und Erzähler auftritt, starb bereits im 35. Regierungsjahr von Amenophis III. und hat die Regierungszeit Echnatons nicht mehr erlebt.
*Ein gewaltsamer Sturz Echnatons, wie es in der 2. Szene des 3. Aktes behauptet wird, ist durch keine Quelle belegt.
Inhalt
Akhnaten ist keine Oper mit durchgängiger Handlung, sondern ein eher ?symbolisches? Portrait mit verschiedenen Episoden, in denen die Entwicklung und das Scheitern Echnatons dargestellt werden.
Die Oper besteht aus folgenden Teilen
* 1. Akt, Jahr 1 der Regierung Echnatons - Theben
** Szene 1: Begräbnis von Amenophis III.
** Szene 2: Die Krönung Echnatons
** Szene 3: Das Fenster der Erscheinungen
* 2. Akt, Jahre 5 bis 15, Theben und Achetaten (Amarna)
** Szene 1: Der Tempel
** Szene 2: Echnaton und Nofretete
** Szene 3: Die Stadt ? Tanz
** Szene 4: Hymne (Echnaton singt den großen Aton-Hymnus)
* 3. Akt, Jahr 17 und Gegenwart in Achetaton (= Amarna)
** Szene 1: Die Familie (mit Zitaten aus den Amarnabriefen)
** Szene 2: Angriff und Sturz
** Szene 3: Die Ruinen (Gegenwart)
** Szene 4: Epilog
Die Sprachebenen
Die Texte der Solisten sind in Englisch, auch die Worte des Erzählers, der oft aus ägyptischen Texten und den Amarnabriefen zitiert. In Ensembleszenen oder reinen Chorszenen dagegen werden häufig Texte in Ägyptisch oder Akkadisch und einmal auch ein biblisch-aramäischer Text gesungen.
In der ägyptischen Sprache der damaligen Zeit, die in Hieroglyphen und Hieratisch überliefert ist, wurden keine Vokale notiert. Daher entspricht die Vokalisierung keinesfalls der historischen Sprache. Glass und Goldmann schreiben dazu, dass sie solche Vokale gewählt haben, die sich leicht singen lassen, um die Rhythmen und Akzentuierungen neu zu gestalten. Dasselbe gilt für die Zitate in akkadischer Sprache aus den Amarnabriefen. Das Akkadische verzeichnete Vokale, wird aber in der Oper als Silbenumschrift wiedergegeben und somit manchmal aus dem Wortzusammenhang gerissen. Dies lässt Kenner beider Sprachen schmunzeln, war aber wie beim Ägyptischen ein gewolltes Stilmittel.
Der Sonnengesang des Echnaton schließlich soll bei Aufführungen nach Anweisung des Komponisten vom Darsteller des Echnaton in der jeweiligen Landessprache gesungen werden. Erst nach der Rezitation und dem Abgang des Echnaton am Ende des 2. Aktes singt ein Hintergrundchor in biblisch-aramäischer Sprache Teile aus dem Schöpfungspsalm_104, der eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Sonnengesang von Amarna hat.
Literatur
* Philip Glass und Shalom Goldmann, im: Beiheft zur CD, 1987
* Mathias Sträßer, Rezension, 1998-2005, siehe unter Weblinks
* Lexikon der Ägyptologie, Band 1, Wiesbaden 1975 bis 1977
Diskographie
* Chor und Orchester der Stuttgarter Staatsoper unter Dennis Russell Davies mit Paul Esswood, 1987 (Ensemble der Uraufführung)
Weblinks
• Mathias Sträßer, Rezension

