Akasha-Chronik
Als Akasha-Chronik bezeichnet man eine Chronik oder ein "Buch des Lebens" im Jenseits beziehungsweise im übersinnlichen Bereich, die man sich als imaginäre allumfassende historische Bibliothek vorstellen kann, die in einer Geheimsprache abgefasst ist. Es gibt keine Beweise für die Existenz einer solchen Bibliothek. In der Vergangenheit gab es jedoch einzelne Personen, die behauptet haben, sie könnten durch eine Art "Innere Schau" in dieser Bibliothek lesen (z.B. Rudolf_Steiner).Das Konzept eines solchen universalen Welt- oder Astralgedächtnisses findet sich in der christlichen Überlieferungbeispielsweise in der Missa pro defunctis aus dem Missale_curiale (1472) oder auch dem Missale_Romanum (1570) der römisch-katholischen Kirche, in asiatischen Religionen sowie in einigen Ausprägungen der Esoterik.
Etymologie
Der Begriff Akasha (auch Akascha, Akasa und Akaça) steht in Sanskrit für Himmel, Raum oder Äther; in der hinduistischen Philosophie und im Ayurveda bezeichnet Akasha neben Prithvi, Vayu, Agni und Jalam eine der fünf Ätherformen, die wiederum Teil der fünf groben Elemente (Erde, Luft, Feuer, Wasser und Äther) sind (vgl. Vaisheshika). Auch der Buddhismus kennt den Begriff Akasha als körperlich begrenzten (Skandha) oder unbegrenzten (Dhatu) Raum. Als Lipika (von lip, "schreiben") werden die Geistwesen bezeichnet, welche die Akasha-Chronik schreiben. In indischen Palmblattbibliotheken sollen, ausgehend von der Akasha-Chronik, die Lebensgeschichten all ihrer ehemaligen aufbewahrt werden.
Begriff
Die Vorstellung eines Weltgedächtnisses findet sich bereits bei Plotin, Ficinus und Paracelsus sowie in Ansätzen auch bei Agrippa von Nettesheim, Eliphas Lévi, William James und Eduard von Hartmann; ja und sogar Bô Yin Râ.
Erstmalig wurde der Begriff der Akasha-Chronik wohl von Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891) in die theosophische und okkulte Literatur eingeführt. Im ersten Band ihres 1877 erschienenen Bandes Isis entschleiert spricht sie von "metaphysischen Tafeln", "Daguerreotypen, auf dem Astrallicht gedruckt", in die Aufzeichnungen "von allem was war, ist oder je sein wird" eingeprägt seien und die "dem Auge des Sehers und Propheten als ein lebendes Bild hingestellt würden" (ebd., S. 178, 185).
Rudolf Steiner
Auch das ehemalige Mitglied der Theosophischen_Gesellschaft Rudolf Steiner nutzte den Begriff der Akasha-Chronik in seiner Anthroposophie, um eine Art universales Welt- oder Astralgedächtnis zu bezeichnen. Rudolf Steiner beanspruchte für sich, in der Chronik lesen zu können; so will er die in seinem Buch Aus der Akasha-Chronik (1910) referierte frühe Entwicklungsgeschichte der Menschheit in einer so genannten inneren Schau aus dieser Akasha-Chronik gelesen haben. Blavatsky war nach Rudolf Steiner ein Medium, ihre Aussagen seien teilweise richtig und teilweise falsch, da sie ihre Eingebungen nicht korrekt eingeordnet und gewichtet habe.
Steiners Berichte sind anthroposophischen Angaben zufolge allgemeinverständliche Schilderungen einer dem heutigen rationalen Verständnis des Menschen erst nach meditativer Schulung zugänglichen übersinnlichen Realität; den Weg zu diesen verborgenen Kenntnissen beschreibt Steiner in Schriften wie Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten oder Die Geheimwissenschaft im Umriss (1910), wo er die These aufstellt, jeder heutige Mensch könne durch den anthroposophischen Schulungsweg Zugang zur Akasha-Chronik erhalten.
Er berichtet in Aus der Akasha-Chronik über den angeblich vor über zwölftausend Jahren versunkenen Kontinent Atlantis und die vier sogenannten Wurzelrassen, die zu diesen Urzeiten die Erde bewohnt haben sollen (und die er u.a. "Lemurier" und "Atlantier" nennt) vgl. hierzu [http://www.telepathie.info/forum/edocs/steiner_akasha_lemurischevorfahren.html Exzerpt].
Quellenangaben
Literatur
Primärliteratur
Helena Petrovna Blavatsky: Isis entschleiert. Aquamarin-Verlag, Grafing 2003, ISBN 3-89427-244-9
William Scott-Elliot: Legends of Atlantis and lost Lemuria. Theosophical Publication House, Wheaton, Ill. 1990, ISBN 0-8356-0664-3
Rudolf Steiner: Aus der Akasha-Chronik. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1995, ISBN 3-7274-5708-2
* Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriss. Rudolf-Steiner Verlag, Dornach 2005, ISBN 3-7274-6011-3
Sekundärliteratur:
* Mengiarda Darms: Die Akasha-Chronik. Liebe lässt die Seele klingen. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-1048-5
* Uta Kosin: Endlich unendlich. Reportagen aus der Akasha-Chronik. Wiegand Verlag, Karlsruhe 1984, ISBN 3-924791-00-7
* Peter Krassa: Dein Schicksal ist vorherbestimmt. Peter Ernettis Zeitmaschine und das Geheimnis der Akasha-Chronik. Herbig, München 1997, ISBN 3-7766-2003-X
* Franz Wegener: Das atlantidische Weltbild. Nationalsozialismus und Neue Rechte auf der Suche nach der versunkenen Atlantis. KFVR-Verlag, Gladbeck 2003, ISBN 3-931300-04-8 ([http://www.kfvr.de/atlantis.html Info])
Belletristik
* Franz Bardon: Frabato. Autobiographischer Roman. Rüggeberg-Verlag, Wuppertal 1997, ISBN 3-921338-26-3
Weblinks
• Akasha-Chronik und Kristallines Gitternetz - Grundwissen zum Verständnis der Akasha-Chronik (von Kersti Nebelsiek)

