Akademischer Ruderbund
Der Akademische Ruderbund (ARB) von 1904 ist der Dachverband der meisten Ruderverbindungen (Studentenverbindungen) in Deutschland.
* Couleur: freigestellt
* Mensur: freigestellt
* Mitgliederstruktur: freigestellt
Die ersten Rudersport-Korporationen gründeten sich in einer Zeit, als es noch eine gesellschaftliche Unmöglichkeit darstellte, dass angehende Akademiker sich als Angehörige von Korporationen, die auf gesellschaftliche Anerkennung größten Wert legen mussten, in Sportkleidung und mit kurzen Hosen in der Öffentlichkeit zeigten.
Damals wie heute wird auf einen jungen und frischen Geist, aber auch auf stilvolle Zusammenkünfte großen Wert gelegt. Der Sport dient als verbindendes Element zwischen den teilweise sehr verschiedenen Verbindungen und Vereinen. Das Rudern steht auch heute noch im Mittelpunkt - ist aber nicht Sport zum Selbstzeck. Damals wie heute ist das Ziel eine Zusammenkunft selbständiger und unabhängiger Gemeinschaften für den kulturellen, sportlichen und geistigen Austausch.
Historie
Gründung
Der Akademische Ruderbund wurde am 15. Oktober 1904 gegründet, als in Hannover Vertreter des Akademischen Ruder-Clubs ?Rhenus? Bonn, des Akademischen RC zu Berlin, des Akademischen R.- u. Ballspiel-V. Hannover, des Akademischen RV Karlsruhe und der Akademischen Ruderverbindung Münster zu einer konstitutierenden Versammlung zusammentraten, um einen Zusammenschluss der meisten damals bestehenden Ruderkorporationen zu beschließen.
Der Akademische Ruderbund setzte sich zusammen aus folgenden Vereinen:
* ARC "Rhenus" Bonn (1890)
* ARV "Westfalen" Münster (1891)
* ARC zu Berlin (1891) (zugleich für ARV zu Berlin und ARC Berlin)
* ARC zu Münster (1961)
* ARV Kiel (1897)
ARV_Angaria_Hannover (1902)
* ARV "Rheno-Frankonia" Frankfurt (1919)
* ARC Hamburg (1920)
* ARV "Borussia" Köln (1921)
* ARV Danzig (1904)
* Akademische Ruderschaft Bochum (1966)
* ARV "Alania" Königsberg Preußen (1901)
* ARV "Markomannia" Leipzig (1903)
Geschichte (1904?1933)
Nach der Gründung des ARB im Jahre 1904 als Dachverband der Ruderverbindungen Deutschlands wurde in den Mitgliedskorporationen sowohl intensiv gerudert als auch intensiv gefochten. Die Mitgliedsbünde des ARB hatten als waffenstudentisches Prinzip die unbedingte Satisfaktion auf schweren Säbel, wobei das Fechten von Mensuren nur im Wintersemester erfolgte, um nicht um die Früchte des Rudertrainings gebracht zu werden. In der Frühzeit des ARB gelang es nicht recht, neue Mitgliedsbünde zu akquirieren, dafür wurde umso mehr gerudert, und diverse regionale und überregionale Regatten konnten von den Mitgliedsbünden, allen voran der ARV zu Berlin, gewonnen werden.
Im Jahre 1914 fand in Bamberg ein feierliches Treffen aller ARB-Bünde statt, bei dem auch eine festliche Regatta veranstaltet wurde. Nach dem 1. Weltkrieg, genauer zwischen den Jahren 1924 und 1932, sah sich der ARB in seiner Blütezeit. So konnten die Ruderverbindungen aus Hamburg, Danzig, Königsberg, Frankfurt am Main und Köln als neue Mitgliedsbünde gewonnen werden. Auch im gesellschaftlichen Leben der Goldenen_Zwanziger spielten die ARB-Bünde in ihren Universitätsstädten eine nicht unerhebliche Rolle. 1927 fand das erste feierliche Treffen der Ruderkorporationen auf der Hohensyburg in Dortmund statt, welches von da an jährlich wiederholt werden sollte.
Nach der Machtergreifung der Nazis im Jahre 1933 zerfiel der ARB nach und nach. 1934 hat sich der ARB stillschweigend suspendiert, anstatt in den NS-Studentenbund eingegliedert zu werden.
Geschichte (1951?1971)
Etwa 1945 wurde die Idee des ARB erneut aufgegriffen, vor allem durch den seit 1906 bestehenden ARB-Stammtisch Rheinland-Westfalen in Essen.
Aufgrund einer Sitzung am 24. Februar 1951 in Essen wurde dann der ARC "Rhenus" veranlasst, noch im Jahre 1951 eine Gründungsversammlung einzuberufen. Im Jahre 1951 konnte der ARB in Hannover neugegründet werden. Der ARB fand allerdings nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr zu alter Größe zurück, was vor allem daran liegt, dass die meisten der ehemaligen Ruderverbindungen sich nicht als Verbindung rekonstituierten sondern zu bürgerlichen Rudervereinen wurden. So waren die in der Satzung vom 01.01.1957 gelisteten Mitglieder nur noch
* ARC "Rhenus" Bonn,
* ARV Westfalen zu Münster,
* ARC zu Berlin,
* ARV Kiel,
* ARV Angaria Hannover,
* ARV Borussia Köln,
* ARV Rheno-Franconia Frankfurt,
* ARV Alania zu Hamburg.
Die letzte offizielle Vertretung des Bundes konstituierte sich 1971.
Geschichte (1971?heute)
Der ARB existiert nicht mehr, lebt aber dennoch aufgrund der Bekanntschaften und der gemeinsamen Geschichte weiter. Vor allem persönliche Freundschaften prägen den Austausch der Mitgliedsbünde untereinander. In den Jahren seit 1971 gab es auch immer wieder Bemühungen den ARB über persönliche Freundschaften hinaus wiederzubeleben. Mit manchmal längeren, manchmal kürzeren Unterbrechungen lebt noch heute die Tradition von gemeinsamen ARB-Wanderfahrten in den einzelnen Sommersemestern auf.
Gegenwart
Aufgrund des mangelnden korporativen Geistes und vielleicht auch der Unterschiede der einzelnen Mitgliedsbünde ist der ARB momentan de facto inaktiv, während er de jure besteht. Allerdings finden einmal im Jahr gemeinsame ARB-Ruderwanderfahrten statt.
Es gibt heutzutage (2007) nicht mehr viele aktive Ruderverbindungen des ARB, da die meisten zu bürgerlichen Vereinen geworden sind, oder keine Aktivitas mehr haben. Die Mitgliedsbünde welche noch als Verbindung auftreten und eine Aktivitas haben sind: der ARC "Rhenus" zu Bonn (gegründet 1890), die ARV "Westfalen" Münster (gegründet 1891), der ARV Kiel (gegründet 1897), sowie der ARV "Alania" zu Hamburg. Der ARV "Alania" zu Hamburg ist 1958 von dem ARV "Alania" Königsberg Pr. (gegründet 1904) und dem ARV Danzig (gegründet 1920) gegründet worden. Mitgliedsbünde ohne Aktivitas, oder in einer Phase der Orientierung, ob sie nun bürgerlich, oder korporiert auftreten möchten sind zur Zeit (2007) der ARC zu Berlin (gegründet 1891), die ARV Rheno-Franconia Frankfurt (gegründet 1919), sowie der ARV_Angaria_Hannover (gegründet 1902).
Der einzige Mitgliedsbund, der von den damaligen Verbindungen Farben trägt und das Schlagen nicht untersagt, ist die Akademische Ruderverbindung Westfalen zu Münster. Frauen als vollwertige Mitglieder werden von allen Bünden mit Ausnahme der ARV "Westfalen" Münster, sowie des ARV "Alania" zu Hamburg aufgenommen.
Den Unterschieden zum Trotz regt sich nach einigen ruhigen Jahren insgesamt wieder Leben. Es finden Treffen für den kulturellen, sportlichen und geistigen Austausch statt: Gemeinsame ARB-Ruderwanderfahrten, Mitglieder der Bünde pflegen den Besuch zu Veranstaltungen oder Reisen in die jeweiligen Hochschulorte.
derzeitige Mitgliedsverbindungen/-clubs/-vereine
* ARV "Westfalen" Münster
* ARV "Alania" zu Hamburg
* ARC "Rhenus" Bonn
* ARV Kiel
* ARC zu Berlin
RG_"Angaria"_Hannover
* ARV "Rheno-Frankonia" Frankfurt
Weblinks
* http://www.ruder-bund.de/

