Akademie für Kunst, Architektur und Design Prag
Die Akademie für Kunst, Architektur und Design Prag (cz: Vysoká ?kola um?lecko-pr?myslová (V?UP); en Academy of Art, Architecture and Design Prague) in Prag ist eine Hochschule für bildenden Künste.
Historie
1885 wurde in Prag im Sinne des Gottfried Semper die "Schule für Kunsthandwerk" (Um?leckopr?myslová ?kola, UP?) gegründet, die einzige staatliche Kunstschule in der Tschechoslowakei. 1882 bis 1885 wurde der Hochschulneubau von Franti?ek Schmoranz d.J. und Jan Machytka errichtet; ein Gebäudeflügel nutzte die UP? - den anderen die Kunstakademie Prag.
Die Schule für Kunsthandwerk war zunächst aufgeteilt in ein grundständiges dreijähriges Studium, an das sich ein drei- bis fünfjähriges weiterführendes Studium im Fachgebiet Architektur, Bildhauerei, Malerei, Zeichnen und Graphik, Metallbearbeitung, Holzbearbeitung, Blumenmalerei, Keramik anschloss.
Gründungsdirektor war der Architekt [Franti?ek Schmoranz]] mit der Professorenschaft Franti?ek ?ení?ek (1885-1896), Josef Václav Myslbek (1885-1896), Jakub Schikaneder (1885-1923), Celda Klou?ek (1887-1917), Felix Jenewein (1890-1902) und Bed?ich Ohmann (1888-1898). Kunstgeschichte wurde u.a. gelehrt von Otakar Hostinský (1885-1893) und Karel B. Mádl (1886-1916). Die ersten Absolventen der UP? Jan Preisler, Stanislav Sucharda, Josef Ma?atka, Vojt?ch Preissig, Franti?ek Kobliha, Bohumil Kafka und Julius Ma?ák.
Mit der Verstaatlichung der Prager_Kunstakademie im Jahre 1896 verlor die Schule für Kunsthandwerk ihren bisher einzigartigen Status und auch die meisten Professoren. Mit dem Architekten Ji?í Stibral (1886-1920) fand sie einen neuen, prominenten Gelehrten auf dem Gebiet der angewandten Künste. Mit der neuen Professorenschaft Stanislav Sucharda, Jan Preisler, Karel V. Ma?ek, Alois Dryák, Ladislav ?aloun und insbesondere Jan Kot?ra. Kot?ra hatte wesentlichen Einfluss auf die Neuausrichtung genommen und die Schule als internationales Diskussionsforum der Art Nouveau-Bewegung etabliert.
1900 übernahm die UP? die Vertretung der tschechischen Kunst auf der Weltausstellung in Paris. Die UP? gewann hier den Grand Prix. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Hochschule im tschechischen Kubismus eine Anlaufstelle der Avantgarde mit Namen wie Josef ?apek, Václav Bene?, Josef Go?ár, Franti?ek Kysela, Bohumil Kubi?ta, Otakar Novotný, Linka Procházková, Jan Zrzavý, Václav ?pála, Josef ?íma, Emilie Pali?ková, Jaroslav Rössler und Pravoslav Kotík.
Nach der offiziellen Gründung der Tschechoslowakei 1918 wurde die Hochschule reformiert. In den 1920er Jahren lehrten u.a. Pavel Janák, Franti?ek Kysela, Jaroslav Horejc, Vratislav H. Brunner und Helena Johnová und Kunsthistoriker wie Antonín Mat?j?ek, Václav V. ?tech und Jaromír Pe?írka. Diese Professoren hatten wesentlichen Einfluss genommen auf das Profil der Schule, insbesondere auf die Art Nouveau-Ausrichtung. Die meisten Studenten und Lehrer entwickelten einen speziellen Art Deco-Stil, der auch im Ausland bekannt wurde.
Ende der 1920er Jahre wandte man sich unter dem Einfluss des deutschen Bauhaus dem Konstruktivismus und Funktionalismus zu. Treibende Kraft an der Hochschule war Otakar Novotný sowie Jan Bauch, Cyril Bouda, Karel ?erný, Toyen, Franti?ek Foltýn, ?udovít Fulla, Mikulá? Galanda, Franti?ek Gross, Franti?ek Hude?ek, Václav Kaplický, Antonín Kybal, Zden?k Sklená?, Karel Sou?ek, Ladislav Sutnar, Karel Svolinský, Ji?í Trnka und Ladislav Zívr.
Nach dem Einmarsch Deutschlands 1939 wurde die Hochschule mit der Prager Kunstakademie zuammengeschlossen. 1946 wurde die Schule für Kunsthandwerk wiederbegrüündet und zwar mit der Bezeichnungen "Akademie für Kunst, Architektur und Design Prag" (Vysoká ?kola um?leckopr?myslová, V?UP). Die neue Akademie richtete 1947 die Abteilungen Architektur, Malerei, Graphikdesign, Textil- und Modedesign, Bildhauerei sowie Porzellan und Keramikdesign ein.
Nach der kommunistischen Machtübernahme im Februar 1948 änderten sich die Rahmenbedingungen für die neue Akademie dramatisch. Bedingt durch staatliche Auflagen wurde nunmehr ausdrücklich die Lehre des Sozialen Realismus vermittelt u.a. durch Adolf Hoffmeister und Arsén Pohribný. Absolventen dieser zeit waren V?ra Janou?ková, Hermína Melicharová, ?estmír Kafka, Milan Grygar, Stanislav Kolíbal, Stanislav Libenský, Zden?k Palcr, Adriena ?imotová, die Válová Schwestern, Ji?í John, Eva Kmentová, Kv?ta Pacovská, Olbram Zoubek, Vladimír Kopecký, Ji?í Balcar oder René Roubí?ek. Die Akademie gewann in dieser Zeit den Preis für den tschechischen Pavillon auf der Brüssler Expo 58.
In the 1960s, the structure of the Academy of Arts, Architecture and Design was revised one more time. Studies at the Academy were prolonged to six years and the education began to be aimed at developing students' invention and freer artistic expression. The intensive progress reflected itself in the fields of arts and crafts as well as in the establishment of the new Department of Industrial Design (replacing the former School of Arts in Zlín, which had been connected to the Academy of Arts, Architecture and Design in 1959).
In den 1970er Jahren verfiel die Akademie aufgrund der politischen Entwicklungen in der Tschechoslowakei in eine Krise. Bedeutende Professoren wie Franti?ek Muzika, Adolf Hoffmeister, Antonín Kybal, Karel Svolinský und Ji?í Trnka verliessen die Schule. Unter der Führung von Jan Simota wurde die Akademie zwischen 1973 bis 1985 entsprechend den politischen Phrasen des Staates geführt. Unter diesem Einfluss fand 1985 die 100-Jahr-Feier statt. Den Kurs der Akademie wurde ab 1985 von Jan Mikula im Sinne seines Vorgängers weitergeführt.
1989 wurde unter dem neuen Rektor Josef Hlavá?ek die Akademie reorganisiert. Zusammen mit Zden?k Ziegler und Ji?í Pelcl wurde das heutigen Gesicht der Akademie für Kunst, Architektur und Design Prag geprägt. Die Akademie ist heute in zahlreiche internationale Netzwerke eingebunden und stellt sich mit sechs Fakultäten und 23 Studios in den Fachrichtungen Architektur, Design, Lifestyle Design, Freie Kunst und Graphikdesign unterstützt durch Kunstgeschichte und Ästhetik, dar.
Die Studienprogrammen führen nach sechs Jahren zu einem Masterabschluss. Postgraduale Masterstudien führen nach zwei Jahren zu einem Master in Kunstgeschichte, Designtheorie und Neue Medien. Drei- bis Fünfjährige Promotionsstudiengänge mit Abschluss PhD werden in den vier Fächern Architektur und Design, Graphik und Visuelle Kommunikation, Freie und angewandte Kunst sowie in Ausstellungsmanagement und Designkritik angeboten.
Weblinks
• Homepage der Akademie für Kunst, Architektur und Design Prag tschechisch / englisch

