Airbus A330
Der Airbus A330 ist ein zweistrahliges Großraumflugzeug des europäischen Flugzeugherstellers Airbus. Der Erstflug dieses Mittel- bis Langstreckenflugzeugs fand am 1. November 1992 in der Version A330-300 statt. Bisher wurden circa 450 von fast 700 bestellten Flugzeugen des Tiefdeckers ausgeliefert. Die Endmontage des Flugzeugs findet in Toulouse statt. Die größte Konkurrenz für die A330 stellt die Boeing 767 dar. Die A330 ist außerdem eine Schwester des Airbus A340, jedoch im Gegensatz zu diesem nur in zwei Rumpfversionen erhältlich. Sie wird mittelfristig durch den Airbus A350 ersetzt werden.]]
Geschichte
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Bereits 1981 wurden erste Studien für die A330 bekannt, die damals unter dem Namen TA9 (Twin Aisle, also etwa ?Flugzeug mit zwei Gängen?) in der englischen Flugzeugzeitschrift ?Air International? veröffentlicht wurden. Ebenfalls wurden damals die Konzepte der späteren A320-Familie unter dem Namen SA9 und der späteren A340 unter dem Namen TA11 vorgestellt, wobei auch die grundsätzlichen Leistungsdaten genannt wurden. Airbus zog jedoch das A320-Programm vor und stellte damit die Entwicklung der TA9/TA11 zurück.
Dieses Programm der beiden Langstreckenflugzeuge A330/A340 beschloss Airbus im Juni 1987, um in den vor allem von Boeing dominierten Markt der Großraum-Langstreckenflugzeuge einzudringen ? zu dieser Zeit gab es genau für dieses Segment des Linienverkehrs eigentlich nur die veralteten Modelle McDonnell Douglas DC-10 und die Boeing 767.
Die beiden Versionen A330/A340 wurden mit einer praktisch gleichen Konfiguration geplant: Bis auf die unterschiedliche Triebwerksanzahl (zwei bei der A330 und vier bei der A340) benutzen sie beide dieselben Tragflächen, Leitwerke und Rumpfteile. Dies reduzierte einerseits die Entwicklungs- und Produktionskosten und schaffte andererseits Synergieeffekte für die Fluggesellschaften bei Wartung und Betrieb. Als Entwicklungsgrundlage nahm man den Rumpf des A300 und verlängerte ihn. Die Pilotenkanzel orientierte sich an der der A320. So wurde das Flugzeug insgesamt eine Mischung aus den technischen Neuerungen der A320-Familie, sowie dem Rumpfquerschnitt der A300/A310.
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Die erste Präsentation des Flugzeuges (Rollout genannt) fand am 14. Oktober 1992 statt. Fast einen Monat später, am 2. November 1992, hob die A330 in der 300er-Version erstmals ab. Der dritte Prototyp verfügte als erster über eine komplette Innenausstattung und wurde bereits in den Farben des Erstkunden Air Inter für die Zulassungsflüge verwendet, die neben Hochtests ? unter anderem am Flughafen Khartum ? vom 29. März bis 8. April 1993 auch die vom 25. August bis zum 6. September des selben Jahres durchgeführten ETOPS-Flüge beinhalteten, bei denen die A330 sechs Stunden mit nur einem Triebwerk über dem Nordatlantik flog. Die Testflüge wurden im Dezember 1994 nach dem Bestehen aller Tests abgeschlossen, in Europa wurde das Flugzeug am 21. Oktober 1993 zugelassen.
Zum Bau der verkürzten 200er-Variante entschloss man sich im November 1995. Bereits zwei Jahre später, am 13. August 1997, hob diese Version erstmals ab. Sie wurde am 29. April 1998 an den Erstkunden ILFC und dessen Leasingnehmer Canada 3000 übergeben.
Durch die steigenden Kerosinpreise konnte die A330 mit der Zeit immer mehr ihren zur A340 vorteilhaften Kerosinverbrauch ausspielen; hier zeigte sich nun der Vorteil der zweistrahligen A330, die sich weiterhin sehr gut verkaufte und somit Hartmut Mehdorns Voraussage bestätigte, in der er ? entgegen der Meinung der meisten Fachleute ? voraussagte, dass sich die ? eigentlich ursprünglich für Charterfluggesellschaften konzeptionierte ? A330 langfristig dreimal so gut verkaufen werde wie die A340.
Ab Dezember 2004 wurde der Airbus A350 vermarktet, welcher ursprünglich als Weiterentwicklung der A330 geplant war, jedoch später stärker modifiziert wurde. Da die Kundenkritik jedoch anhielt, wurde diese Entwicklung gestoppt und Airbus stellte statt dessen ein komplett neues Flugzeug mit dem Namen A350 XWB vor. Dieser Typ wird als komplette Neukonstruktion nicht mehr auf der A330 basieren und auch einen größeren Rumpfdurchmesser (die Abkürzung XWB steht für eXtra-Wide Body) haben.
Kommunalität
In vielen Bereichen dieses Flugzeug findet man die Anwendung der sogenannte Kommunalität wieder. Das bedeutet, dass Systeme verschiedener Flugzeugtypen identisch sind, um damit Kosten einzusparen. In folgenden Bereichen findet sich dieser Grundsatz bei der A330. Zum ersten ist die A330 eng verwandt mit dem A340. Gegenüber der vierstrahligen A340, die gleichzeitig für (Ultra-)Langstrecken konzipiert wurde, wurden die Tragflächen im Bereich der äußeren Triebwerke der A340 nicht verstärkt. Alle weiteren Merkmale sind bis auf wenige Abweichungen mit denen der A340 identisch. Die Avionik ist im Wesentlichen die Gleiche wie bei der A340 und der A320-Familie. Des Weiteren ist das Cockpit stark an das der A320-Familie und der A340 angelehnt. Die Cockpits der A380 und der A350 orientieren sich wiederum hieran, wodurch eine Reduzierung der Ausbildungskosten der Flugzeugführer erreicht wird.
Fertigung und Logistik
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Wie bei allen Airbus-Flugzeugen werden die einzelnen Komponenten dezentral hergestellt, nur die Endmontage findet im französischen Toulouse statt. Die Bugsektion sowie die Aufhängungen der Triebwerksgondeln und ein Abschnitt des mittleren Rumpfes werden ebenfalls in Frankreich gebaut, das Höhenleitwerk wird in Spanien gefertigt. Die Airbus-Standorte in Deutschland bauen den Rumpf bis auf die oben genannten Sektionen, das Seitenleitwerk, welches aus Stade kommt, und die Kabineneinrichtung. Für die Tragflächen ist das Airbus-Werk Broughton in Großbritannien zuständig. Derzeit werden sieben A330/A340 pro Monat hergestellt und ausgeliefert, geplant ist, dies auf neun Maschinen pro Monat zu erhöhenFinanzNachrichten: [http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2007-04/artikel-8023906.asp ?EADS: Airbus will Produktion von A330 und A340 ankurbeln? (5. April 2007)].
Der Transport der Rumpfsektion erfolgt durch den Airbus Beluga.
Technische Neuerungen
In allen Versionen der A330 findet man technische Neuerungen. Dazu gehört etwa ein digitales Fly-by-Wire-Flugkontrollsystem, das erstmals bei einem Großraumflugzeug angewandt wurde, ebenso wie Sidesticks anstatt Steuerhörnern. Des Weiteren wurde die A330 mit einem so genannten Glas-Cockpit mit CRT- beziehungsweise später LCD-Bildschirmen ausgeliefert und gleichzeitig die Anzahl analoger Instrumente reduziert, außerdem werden bereits erste Sektoren des Rumpfes teilweise aus Verbundwerkstoffen gefertigt.
Struktur
Der Rumpf der A330 besteht hauptsächlich aus Aluminium. Aber auch Faserverbundwerkstoffe wie AFK, GFK oder CFK werden verwendet, vor allem im Seitenleitwerk. Die A330 verfügt über einen außergewöhnlich großen Frachtladeraum, in dem das gleiche Frachtvolumen wie in der größeren Boeing 747 vorhanden ist.
Varianten
A330-100 (Projekt)
Der Airbus A330-100 war ein nicht verwirklichtes Gedankenspiel, das den A310 und den A300 ersetzen sollte. Diese Version sollte einen nochmals verkürzten Rumpf bekommen und damit die gleiche Passagierkapazität wie die zu ersetzenden Typen aufweisen. Strukturelle Planungen sahen vor, den Rumpf der A330 mit dem Flügel der A300-600 zu kombinieren, später wurde dann der Einsatz des A330-Flügels erwogen, um die Kommunalität in der A330-Familie zu wahren. Das Modell sollte ein Konkurrent für die Boeing 767-300ER und die Boeing 767-400ER werden [http://widebodyaircraft.nl/a330.htm Bericht über Airbus A330-100] .
A330-200
= A330-200 Basisversion
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Die A330-200 wurde entwickelt, um den Airbus A300-600R zu ersetzen und der Boeing 767-300ER bedeutend Konkurrenz zu machen. Das A330-200-Programm wurde im November 1995 offiziell gestartet, die erste Bestellung über dreizehn Maschinen gab ILFC im Februar 1996 auf. Der Erstflug folgte am 13. August 1997, die Zulassung im April 1998.
Die A330-200 basiert auf der 300er-Variante, mit der er sich praktisch identische Systeme, Flügel und einen identischen Rumpf teilt, der jedoch um zehn Spanten gekürzt wurde, wodurch sich eine um fast sechs Meter verkürzte Länge ergibt; dadurch kann man mit der A330-200 256 Passagiere in drei Klassen transportieren. Andere wichtige Unterschiede sind ein höheres Seitenleitwerk und ein zusätzlicher Kraftstofftank, mit welchem sich die Reichweite auf 12.500 km erhöht.
Die A330-200 wird unter anderem von Air China, Air France/KLM, Austrian Airlines, China Eastern, China Southern, Emirates, Etihad, Lufthansa, LTU, Malaysia Airlines, Northwest Airlines, Qantas, Swiss, TAP_Air_Portugal, Yemenia und Turkish Airlines betrieben.
Weil sich besonders diese Variante am Markt sehr gut verkauft und der Boeing 767 fast den gesamten Markt nahm, startete Boeing ein neues Flugzeugprogramm, das insbesondere der A330-200 Konkurrenz machen soll. Dieses Programm, zunächst 7E7 getauft, verkauft sich mittlerweile sehr erfolgreich als Boeing 787.
= A330-200 Prestige
=Die A330-200 Prestige ist eine besonders luxuriös ausgestattete VIP-Variante der A330-200 zur Nutzung als Langstrecken-Geschäftsflugzeug. Die Leistungsdaten werden von Airbus nicht genau genannt, dürften aber etwa identisch mit der normalen Ausführung der A330-200 sein. Bisher wurden zwei Exemplare der A330-200 Prestige bestellt.
= A330-200 MRTT/FSTA und KC-30
=(MRTT steht für Multi Role Tanker Transporter; FSTA für Future Strategic Tanker Aircraft; speziell für den US-Markt wird auch von der KC-30 gesprochen).
Da der Airbus A330 mit den gleichen Tragwerken ausgerüstet ist wie die A340 ? nur dass bei diesem zwei Triebwerke mehr angehängt wurden ?, ist es relativ einfach möglich, dieses Modell zum Tanker umzubauen. Statt den zusätzlichen äußeren Triebwerken werden Halterungen für Sonden angebaut, mit denen dann bis zu zwei Flugzeuge gleichzeitig betankt werden können. Hierdurch wird es möglich, die A330 für Personen- und Frachttransporte zu nutzen und gleichzeitig als Tanker zu fungieren. Dieser Umstand ermöglichte es Airbus, den Konkurrenten Boeing zu schlagen, als es zur Ausschreibung bei der britischen Royal Air Force (RAF) kam. Die australische Luftwaffe (Royal Australian Air Force) hat fünf, die RAF 16 dieser Tanker bestellt. Des Weiteren bemüht sich die Airbus-Mutter EADS bereits seit einiger Zeit um einen Großauftrag der US_Air_Force über zunächst 179 Tanker, die die ältesten Boeing KC-135 ersetzen sollen. In Kooperation mit Northrop Grumman bewirbt sich EADS mit einer Variante der A330-200, welche die Bezeichnung KC-30 trägt.
Die A330-200 MRTT kann schon ohne Zusatztanks 111 Tonnen Treibstoff mitführen und somit doppelt soviel Treibstoff weitergeben wie die Vickers VC10 der Royal Air Force. Den Umbau und Betrieb der britischen Flugzeuge soll das Konsortium AirTanker übernehmen (40 % EADS (Elbe Flugzeugwerke), je 25 % Rolls-Royce und Cobham und 10 % Thales).
Innerhalb der Airbus-Familie wird auch der etwas kleinere A310_MRTT angeboten.
= A330-200F
=Airbus plant bereits seit längerer Zeit, die A330 auch als kommerziellen Frachter anzubieten. Nach den Ereignissen des 11. September 2001 wurden diese Pläne jedoch zunächst auf Eis gelegt. Erst ab Anfang 2006 verdichteten sich - unter anderem nach Bekanntgabe des bevorstehenden Produktionsendes der A300 einschließlich ihrer Frachtversion - die Hinweise darauf, dass diese Pläne wieder aufgenommen werden sollen. Ursprünglich hatte Airbus vor, die A330-200F im Rahmen der Farnborough Airshow offiziell der Öffentlichkeit vorzustellen; eine entsprechende Presseerklärung inklusive der Bekanntgabe einer Bestellung über 30 Exemplare des Typs, fand sich auch für kurze Zeit auf der Airbus-Website. Allerdings wurde diese Erklärung wenig später wieder entfernt, gerüchteweise wegen kurzfristigen Problemen beim Vertragsabschluss mit dem Erstkunden. Die erste feste Absichtserklärung über 20 A330-Frachter für die US-Leasinggesellschaft Intrepid Aviation wurde schließlich am 15. Januar 2007 bekannt gegeben, gefolgt von der ersten Festbestellung einen Tag später. Erstkunde ist die indische Frachtfluggesellschaft Flyington Freighters, die sechs Exemplare der A330-200F zur Auslieferung ab Ende 2009 bestellt hat.[http://www.airbus.com/en/presscentre/pressreleases/pressreleases_items/07_01_15_A330_200_Intrepid.html Airbus-Presseerklärung: Absichtserklärung über 20 A330-200F für Intrepid Aviation][http://www.eads.com/1024/en/pressdb/pressdb/Airbus/20070116_airbus_india_flyington.html EADS-Presseerklärung: Auftrag über 6 A330-200F für Flyington].
Der neue Frachter hat eine etwas höhere Nutzlast als das bisherige A300-Modell sowie eine größere Reichweite. Erstmals bei den Airbus-Großraumflugzeugen wird der Rumpf außerdem über einen ebenen Kabinenboden verfügen. Die dafür notwendige Tieferlegung des Frontfahrwerks sorgt für eine auffälige Ausbeulung im vorderen Rumpfsegment.
A330-300
= A330-300 Basisversion
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Die 300er-Version kann 295 Passagiere in drei Klassen (335 in zwei und bis zu 440 in einer Klasse) über eine Strecke von bis zu 10.500 km transportieren. Über dies kann eine große Menge an Fracht befördert werden - das Frachtvolumen der A330 ist mit dem der Boeing 747 vergleichbar. Manche Fluggesellschaften nutzen diese Kapazitäten für ausschließliche Cargoflüge in der Nacht.
Als Triebwerke werden je zwei General_Electric_CF6-80E, Pratt_&_Whitney_PW4000 oder Rolls-Royce_Trent_700 verwendet. Alle Antriebe sind nach ETOPS-180 zertifiziert. 1993 wurde das erste Flugzeug ausgeliefert.
= A330-300X
=Unter der inoffiziellen Bezeichnung A330-300X bietet Airbus mittlerweile eine in einigen Details verbesserte A330-300 an. Seit Juni 1999 entsprechen alle ausgelieferten A330-300 dem -300X-Standard, unter anderem mit einem höheren maximalen Abfluggewicht von 230 bis 233 t (normale -300: 212 bis 217 t), einer größeren Reichweite und aktualisierter Cockpitinstrumentierung.
Zwischenfälle
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* Der bisher schwerste Unfall einer A330 ereignete sich am 30. Juni 1994, als eine von Airbus eingesetzte Testmaschine des Typs A330-200 kurz nach dem Start vom Flughafen Toulouse-Blagnac bei der Simulation eines Triebwerksausfalls auf Grund eines Pilotenfehlers in ein nahegelegenes Waldgebiet stürzte. Dabei wurden alle sieben Insassen getötet.
* Am 24. Juli 2001 wurden zwei A330-200 von SriLankan Airlines durch die Tamil_Tigers zusammen mit einer A320-200 und einer A340-300 am Boden zerstört.
* Am 24. August 2001 gelang einer A330-200 von Air Transat der weltweit längste Gleitflug eines Düsenflugzeuges, nachdem das Kerosin ausgegangen war. Zu dieser Notlage kam es durch das Zusammenspiel menschlichen Versagens mit einem Computerfehler. Der antriebslose Flug dauerte etwa 19 Minuten, wobei 120 km zurückgelegt wurden, bis man eine Notlandung auf den Azoren (Portugal) machen konnte. Die elektrische und hydraulische Versorgung des Flugzeugs wurde mittels der _RAT sichergestellt. Es wurde kein Passagier verletzt, lediglich das Flugzeug musste repariert werden.
Nutzung
Einzelnachweise
Siehe auch
Liste von Flugzeugtypen
Literatur
*Dietmar Plath und Karl Morgenstern: Airbus A330/ A340. Die Großen Europäer. ISBN 3613017288
Weblinks
• Die A330/A340-Familie auf der Airbus-Website
• Northrop-Grumman-Seite zur KC-30
• Planespotters.net - Airbus A330 Produktionsliste

