Aigen am Inn
Aigen am Inn ist ein Ortsteil der Gemeinde Bad Füssing im Landkreis Passau und ein bedeutender Wallfahrtsort.
Der Ort Aufhofen kam 1010 als Schenkung Kaiser Heinrichs_II. an das reichsunmittelbare Kloster Niedernburg. Als dessen Besitz wurde er 1161 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa dem Hochstift Passau geschenkt. 1470 wurde der Ort zur Hofmark erhoben. Erst um 1700 setzte sich der Name Aigen (Eigentum des Hochstifts) durch. Mit einigen umliegenden Orten bildete Aigen bis zur Säkularisation in Bayern 1803 eine fürstbischöfliche Enklave im Kurfürstentum Bayern. Im Zuge der Gebietsreform wurde Aigen 1972 an die Gemeinde Bad Füssing angeschlossen.
Die Wallfahrt zum heiligen Leonhard geht Berichten zufolge auf eine vom Inn angeschwemmte hölzerne Leonhardifigur zurück. Zu Ehren des Heiligen, der schon im 9. und 10. Jahrhundert in Bayern als Schutzpatron des Viehs verehrt wurde, erbaute man um 1270 eine romanische Kirche. Der größte Teil der heutigen Wallfahrtskirche St. Leonhard stammt aus der Zeit um 1500.
Die Leonhardiwallfahrt von Aigen ist die älteste in Bayern neben der von Inchenhofen. Zahlreiche Votivgaben im Untergeschoß des Südturms veranschaulichen die Bedeutung der Wallfahrt. Gespendet wurden hauptsächlich kleine eiserne Opfertiere. Besonders auffällig sind die fünf, ursprünglich sechs ?Würdinger?, Eisenklötze, die an menschliche Gestalten erinnern. Die größte Figur ist 78 Zentimeter hoch und 145 Kilogramm schwer. Sie anzuheben, galt als Brauch und besondere Leistung zum Schutz vor Krankheit. Der heilige Konrad von Parzham pilgerte von 1840 bis 1849 fast jede Woche nach Aigen. Am Sonntag nach dem Festtag des heiligen Leonhard (6. November) findet alljährlich ein Leonhardiritt statt, der in den 1970er Jahren wieder belebt wurde.
Die Pfarrkirche St. Stephan entstand 1161. Die heutige Gestalt erhielt sie 1470 bis 1518. Danach wurde sie noch mehrmals verändert. Aigen war auch Sitz eines fürstbischöflichen Pflegers, woran noch das in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaute Kastengebäude erinnert. In den unteren Geschossen befanden sich Wohn- und Gerichtsgebäude, die oberen Geschosse waren Getreidespeicher. Sehenswert ist auch das Leonhardi-Museum Aigen.
Weblinks
• Aigen am Inn bei www.bistum-passau.de

