Aichtal
Aichtal ist eine Stadt in Baden-Württemberg. Sie liegt etwa 15 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Stuttgart im Landkreis Esslingen.
Geografie
Geografische Lage
Aichtal liegt am südlichen Rand der Filderebene im namensgebenden Tal der Aich. Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Höhenlage von 295 Meter bei der Kläranlage Grötzingen bis 498 Meter auf dem Betzenberg im Schönbuch.
Nachbargemeinden
Angrenzende Gemeinden sind Filderstadt im Norden, Wolfschlugen im Nordosten, Nürtingen im Osten, Neckartailfingen und Schlaitdorf im Süden, Walddorfhäslach (Landkreis Reutlingen) im Südwesten und Waldenbuch (Landkreis Böblingen) im Westen.
Stadtgliederung
Aichtal besteht aus den drei Stadtteilen Grötzingen (ca. 4.500 Einwohner), Aich (3.400) und Neuenhaus (2.300).
Geschichte
Am 1. Januar 1975 wurde bei der Verwaltungsreform aus den selbständigen Gemeinden Grötzingen, Aich und Neuenhaus die neue Stadt Grötzingen gegründet. Am 1. August 1978 wurde die Stadt in Aichtal umbenannt.
Grötzingen
Menschen leben in diesem Gebiet seit der Jungsteinzeit. Aus dieser Zeit gibt es Funde von Steinwerkzeugen und Tonscherben.
1075 wurde zum ersten Mal die alemannische Siedlung Grötzingen erwähnt, die sich im heutigen Altgrötzinger Tal befand. Die Gründung der Stadt Grötzingen erfolgte vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch Diepold von Bernhausen.
Im Schmalkaldischen_Krieg hatten die Einwohner von Grötzingen 1546 aus Geldnot ihre Kanonen verkauft. Als sich plündernde Soldaten näherten, gruben sie hölzerne Brunnenrohre aus und schoben sie in die Schießscharten der Stadtmauer. Da die herannahenden Soldaten diese für Kanonen hielten, zogen sie weiter, ohne die Stadt anzugreifen.
Aich
1103 wurde in einer Schenkungsurkunde von Wolfram von Eichacha und seinem Bruder zum ersten Mal Aich erwähnt.
Neuenhaus
1312 wurde zum ersten Mal Neuenhaus urkundlich erwähnt.
In der Schaich wurden Krebse gefangen. Diese wurden regelmäßig bis nach Stuttgart und Tübingen verkauft.
In Neuenhaus wurde das Töpferhandwerk bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts betrieben. Zur Unterscheidung von ?Katholisch-Neuhausen? (Neuhausen auf den Fildern) wird der Ort im Volksmund ?Häfner-Neuhausen? und in den Nachbarorten schlicht ?Häfner? genannt.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerentwicklung im Aichtal (Grötzingen, Aich, Neuenhaus) seit 1871:
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¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Aichtal ist seit der katholische und in Neuenhaus eine neuapostolische Gemeinde. Außerdem besteht in Neuenhaus eine Gemeinde der Evangelischen Landeskirchlichen Gemeinschaft Württembergischer Brüderbund.
Politik
Bürgermeister
Der Bürgermeister wird in Baden-Württemberg für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Klaus Herzog ist seit dem 24. Juni 1992 der Bürgermeister von Aichtal; seine derzeitige Amtszeit endet 2008.
* 1976?1992: Manfred Stierle
* 1992?: Klaus Herzog
Gemeinderat
Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:
Städtepartnerschaften
Partnerstädte sind
* Sümeg (Ungarn), seit 1990
* B 312 von Stuttgart, Reutlingen und Tübingen aus in rund 20 Minuten zu erreichen. Der Flughafen Stuttgart und die nächste Anschlussstelle an die Autobahn A 8 liegen etwa 10 Kilometer entfernt.
Die Buslinien 75, 167, 190 und 809 verbinden Aichtal mit Bernhausen (S-Bahn) bzw. Degerloch (Stadtbahn), Nürtingen (Neckar-Alb-Bahn) und Neckartenzlingen. Alle öffentlichen Verkehrsmittel sind zu einem einheitlichen Tarif innerhalb des Verkehrs-_und_Tarifverbunds_Stuttgart zu benutzen.
Ansässige Unternehmen
Putzmeister, der führende Hersteller von Betonpumpen mit weltweit 15 Tochtergesellschaften, hat seinen Hauptsitz seit 1971 in Aichtal. Mit rund 800 Mitarbeitern ist das Unternehmen der größte Arbeitgeber in der Stadt.
* Die seit 1978 bestehende deutsche Niederlassung des Schweizer Unternehmens Pago produziert in Aichtal jährlich mehr als 3 Mrd. Selbstklebeetiketten zur Produktdekoration.
Aldi_Süd betreibt in Aichtal eines seiner sechs Zentrallager in Baden-Württemberg.
Ver- und Entsorgung
Aichtal ist Mitglied in den Zweckverbänden Filderwasserversorgung (Fiwa) und Bodensee-Wasserversorgung (BWV). Die Stadtteile Grötzingen und Aich werden von der Fiwa aus Neckarhausen mit Neckarwasser versorgt. Das Wasser für Neuenhaus wird von der BWV bezogen. Zur Reinigung des Abwassers betreibt die Stadt eine Kläranlage östlich von Grötzingen.
Medien
Über das Geschehen in Aichtal berichtet die Nürtinger Zeitung. Daneben ist die Stuttgarter Zeitung mit dem Lokalteil für den Landkreis Esslingen verbreitet. Seit 1975 erscheint wöchentlich das städtische Mitteilungsblatt. Darüber hinaus gibt es seit 1995 das werbefinanzierte Aichtaler Echo, das kostenlos an alle Haushalte verteilt wird. Weitere wöchentliche Anzeigenblätter sind das Nürtinger Echo, das Filder-Extra und der Stuttgarter Stadtanzeiger.
Bildung
Neben der Grund- und Hauptschule Grötzingen mit Werkrealschule gibt es auch Grundschulen in Aich und Neuenhaus.
Die Stadtbücherei Aichtal im Grötzinger Helenenheim mit einem Bestand von 21.000 Medien steht allen Bürgern offen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Grötzingen
* Pfarramt von 1693
* Spätgotische evangelische Kirche
* Reste der Stadtmauer
* Untere Mühle (Bannmühle des Grafen zu Württemberg)
Drehfunkfeuer auf dem Kleinbergle
Aich
Aichtalbrücke
* Albanuskirche
Neuenhaus
* Häfnerbrunnen
* Häfnermuseum
Fernmeldeturm_auf_dem_Betzenberg
Theater
* Naturtheater in Grötzingen
Parks
* Naturpark Schönbuch
* Naherholungsgebiet Uhlberg
Sport
* Garten-Hallenbad in Neuenhaus
Regelmäßige Veranstaltungen
* März: Frühlingsmarkt in Grötzingen
* Mai: Bockbierfest in Neuenhaus
* Juli: Grötzinger Städtlesfest
* September: Häfner Dorffest in Neuenhaus
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Peter Maiwald (* 1946), deutscher Schriftsteller
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Paul Maar (* 1937), der Kinderbuchautor lebte einige Jahre im Stadtteil Grötzingen
Literatur
* Günter Klock (Hrsg.): Grötzingen ? Einblicke in die Vergangenheit. Geiger, Horb 1987, ISBN 3-89264-160-9.
* Orts-Chronik der Gemeinde Neuenhaus (Häfner-Neuhausen). Gemeindeverwaltung Neuenhaus 1973.
* Otto Schuster: Heimatgeschichte der Stadt Grötzingen. Buchdruckerei Karl Henzler, Nürtingen 1929.
Weblinks
• Offizielle Internetpräsenz der Stadt

