Ahrensbök
Ahrensbök ist nach den beiden kreisfreien Städten Kiel und Lübeck sowie der Stadt Fehmarn mit 95,38 km² die nach Fläche viertgrößte Gemeinde des Landes Schleswig-Holstein.
Die zum Kreis Ostholstein gehörende Großgemeinde Ahrensbök ist aufgrund ihrer geschichtlichen Entwicklung wirtschaftlicher Mittelpunkt eines größeren ländlichen Bereichs (ländlicher Zentralort). Der Ort Ahrensbök selbst hat rund 8000 Einwohner (Jahr 2005). Die dazugehörigen 19 Dorfschaften (Barghorst, Böbs, Cashagen, Dakendorf, Dunkelsdorf, Gießelrade, Gnissau, Grebenhagen, Havekost, Hohenhorst, Holstendorf, Lebatz, Schwienkuhlen, Schwochel, Siblin, Spechserholz, Tankenrade, Vorwerk Ahrensbök, Vorwerk Neuhof) haben zusammen etwa 4.200 Einwohner.Der Ort ist umgeben von Wäldern und Feldern. Die umliegenden Städte Eutin (im Norden), Lübeck (im Süden) und Bad Segeberg (im Westen) sind mit dem Auto alle in 15 Minuten zu erreichen, ebenso die Ostsee (Scharbeutz).
Geschichte
Ahrensbök wurde 1280 nach der Errichtung der Wallfahrtskapelle gegründet. 1328 erfolgte die erstmalige Erwähnung des Ortes in einer Urkunde. 1348 wütete die Pest im Ort. Bereits 1397 wurde ein Kartäuserkloster gegründet. Die wachsende Bedeutung Ahrensböks schlägt sich z.B. 1564 in der Gründung des Amtes Ahrensbök als weltlichen Verwaltungsbezirk und der zwischen 1593 und 1601 erfolgten Errichtung eines Schlosses an der Stelle des heutigen Rathauses in Ahrensbök nieder. 1746 wurden die Untertanen durch den Plöner Herzog Friedrich Karl aus der Leibeigenschaft entlassen; 1765 erfolgte der Abbruch des Ahrensböker Schlosses. Im Jahr 1791 wurde ein Vieh- und Pferdemarkt errichtet, der seit 1832 durch einen regelmäßigen Wochenmarkt abgelöst wurde. 1826 wurde an der Stelle des ehemaligen Schlosses das Ahrensböker Amtshaus errichtet. Im Deutsch-Dänischen_Krieg 1864 geriet Ahrensbök für kurze Zeit unter österreichische, dann unter preußische Herrschaft. 1867 wurde ein Amtsgericht eingerichtet. Im gleichen Jahr, nach dem Deutsch-Österreichischen_Krieg, erhielt das Großherzogtum_Oldenburg das Amt Ahrensbök als Ausgleich für Erbansprüche auf das nunmehr preußische Holstein. Am 3. September 1872 fielen beim großen Brand in Ahrensbök 22 Wohnhäuser und 10 Nebengebäude den Flammen zum Opfer. 1876 erfolgte die Aufteilung des Gebietes in zwei Gemeinden, in die Fleckengemeinde und die Landgemeinde Ahrensbök. Bereits im Jahr 1886 wurde die Bahnstrecke Ahrensbök-Pönitz feierlich eröffnet. In den Jahren 1912 bis 1933 erhielt Ahrensbök den Status einer ?Stadt II. Klasse?. 1928 erfolgte der Bau der Privatschule in der Lindenstraße (ab 1950 Mittelschule/Realschule). Im selben Jahr feierte der Ort das 600-jährige Bestehen. 1933 verlor Ahrensbök das Stadtrecht und gestaltete sich zur Gemeinde mit 19 Dorfschaften in den heutigen Grenzen, das Amtsgericht wurde aufgelöst.
Im April 1945 wurden jüdische Häftlinge aus dem Auschwitz-Nebenlager Fürstengrube in einem Todesmarsch durch Ahrensbök getrieben. Nach dem 2._Weltkrieg (1939-1945) wurden tausende Vertriebene und Flüchtlinge aufgenommen. Die Einwohnerzahl stieg von 5.063 (1939) auf 10.169 (1950) Einwohner. Durch die Gebietsreform 1970 wurde Ahrensbök mit dem Kreis Eutin Bestandteil des Kreises Ostholstein. Der Status Großgemeinde blieb erhalten. 1972 wurde die Grund- und Hauptschule als Dörfergemeinschaftsschule eingeweiht; bei gleichzeitiger Auflösung der einzelnen Dorfschulen. 1982 wurde die ZOB-Anlage in der Lindenstraße erbaut. Seit März 1985 hat die Gemeindeverwaltung ihren Sitz im neuen Rathaus, nahe der Stelle, an der sich früher das Ahrensböker Schloss und das Amtshaus (1826 - 1983) befunden haben. 1988 wurde die Eisenbahnstrecke stillgelegt.
Politik
Wappen
Blasonierung: ?In Silber eine bewurzelte grüne Buche, belegt mit einem goldenen Schild, darin ein abgerissener, rotbewehrter schwarzer Adlerkopf.?[http://193.101.67.134/Datenblatt_1.asp?ID=352&txtAnz=1&txtI=&txtFlag=True&ndc=1&txtSeite=2 Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]
Die geschichtliche Entwicklung Ahrensböks geht auf eine der heiligen Maria geweihten Wallfahrtskapelle im 12. bzw. 13. Jahrhundert zurück. Der Überlieferung nach soll hier einem Pilger, während er die holprigen Waldwege von Plön nach Lübeck zog, im Wipfel einer riesigen Buche die heilige Jungfrau Maria erschienen sein (?ein Wunderbild in hellem Glanze?). In der Buche soll sich auch ein Adlernest befunden haben. Die Stelle der Erscheinung wurde zum Pilgerort und es entstand hier die Wallfahrtskapelle. Der Adler in der Buche gab Ahrensbök den Namen. Auch im Wappen der Gemeinde ist der Adler in der Buche zu finden. Das Wappen der Gemeinde zeigt in Silber eine grüne, bewurzelte Buche, belegt mit einem goldenen Schild, darin ein schwarzer, abgerissener, rotbewehrter Adlerkopf. Die 19 Wurzeln des Buchenstammes mit dem Adlerkopf symbolisieren die zur Gemeinde gehörenden 19 Ortschaften.
Verkehr
Ahrensbök liegt an der B_432 von Hamburg über Bad Segeberg nach Scharbeutz an der Lübecker Bucht.
Gedenkstätte
* Die Gedenkstätte Ahrensbök entstand aus einer Initiative von Bürgern. Seit dem 1. September 1999 erarbeitet eine Arbeitsgemeinschaft die Historie des Lagers. Gezeigt wird eine Dauerausstellung über den Todesmarsch.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die Ahrensböker Kirche geht in ihren ältesten Bauteilen auf das Jahr 1328 zurück. Der Altar mit dem barocken Kruzifix von ca. 1680 wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts zum Vorbild für entsprechende Gestaltungen in anderen Kirchen des damaligen Herzogtums Holstein-Gottorf-Plön.
Wirtschaft
Das Gebiet der Großgemeinde ist überwiegend durch Landwirtschaft geprägt. Im wesentlichen Großbetriebe bewirtschaften rd. 8000 Hektar Landwirtschaftsfläche. Im Ortsteil Siblin wurde 2004 ein Helipad (Landeplatz für Rettungshubschrauber) eingerichet.
Quellen
Weblinks
• Gedenkstätte Ahrensboek

