Ahlem-Badenstedt-Davenstedt
Ahlem-Badenstedt-Davenstedt ist der 11. Stadtbezirk in Hannover. Er hat 31.521 Einwohner (Stand 2007) und untergliedert sich in die Stadtteile Ahlem (9.354 Ew.), Badenstedt (11.502 Ew.) und Davenstedt 10.665 (Ew.).
Bereits seit 1966 besteht eine Partnerschaft zu Petit-Couronne, Frankreich.
Ahlem
Der Stadtteil Ahlem liegt im Norden des Stadtbezirks. Er war bis 1974 eine eigenständige Gemeinde und wurde dann in die Stadt Hannover eingemeindet. Das Schulzentrum in Ahlem wurde 2002 bundesweit bekannt, weil Schüler der Abschlussklasse als Streich den Amoklauf von Erfurt nachspielten.
Geschichte
Ahlem entstand als Bauerndorf im Schutze der Burg des Grafen Konrad von Wunstorf. Die wehrhafte Burg wird in einer Urkunde 1187 als Castrum Limbere erwähnt. Ihre genaue Lage ist heute aber nicht mehr bekannt. Sie war namensgebend für die Siedlung Limmer. Ahlem stand kirchlich und wirtschaftlich im Schatten der Burgsiedlung Limmer. Eine erste urkundliche Erwähnung findet das Dorf 1272 und 1288. Dabei vermachten Ludolf und Johann von Roden das Ahlemer Land dem Kloster Marienwerder.
Ahlem war trotz der Vorstadt-Nähe zu Hannover immer ländlich geprägt. Wirtschaftsgrundlage der Dorfbewohner war die Landwirtschaft. 1770 zählte das Dorf 120 Einwohner, etwa 100 Jahre später 1895 waren es rund 500. Um 1730 wurde asphalthaltiges Gestein gefunden, dass aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich genutzt werden konnte.
Konzentrationslager
Im September 1944 internierte die Stadtverwaltung Hannover etwa 1.000 Juden in 16 "Judenhäusern" auf dem Gelände der ehemaligen "Israelitischen Gartenbauschule Ahlem". Später wurden sie in Konzentrationslager in Osteuropa deportiert. Ende 1944 wurde in Ahlem ein Außenlager des KZ Neuengamme eingerichtet, in dass Insassen des Außenlagers der Continental AG in Hannover-Stöcken verbracht wurden. Es befand sich in der heutigen Petit-Couronne-Straße nahe der Ahlemer Höhe. Die Häftlinge, vor allem polnische Juden, bauten in einem Stollen unterirdisch Asphalt ab. Ein Großteil der Gefangenen wurde wenige Tage vor Ankunft der US-Armee auf einen Todesmarsch in das KZ Bergen-Belsen geschickt. Seit 1994 erinnert ein Mahnmal an die Opfer des Lagers.
Soldatenfriedhof
Der britische Soldatenfriedhof an der Ahlemer Höhe wird volkstümlich "Englischer Friedhof" genannt. Die offizielle britische Bezeichnung lautet Hannover War Cemetery und Hannover Military Cemetery Limmer. Auf dem 1957 eingerichteten Friedhofsgelände liegen etwa 2.400 Soldaten aus den Commonwealth-Staaten, die während des Zweiten Weltkriegs fielen. Darunter finden sich viele Angehörige der Royal Air Force, die bei Bombenangriffen auf Deutschland mit ihren Flugzeugen abstürzten oder abgeschossen wurden. Darüber hinaus sind auch Angehörige der britischen Besatzungsmacht beerdigt, die nach dem Krieg starben. Die Friedhofsgestaltung entspricht dem Muster anderer britischer Soldatenfriedhöfe, so beispielsweise dem britischen_Friedhof_Berlin. Charakteristisch sind einheitliche schlichte Grabsteine aus englischem Portlandsandstein mit einem Hochkreuz mit Bronzeschwert sowie gepflegter, kurz geschnittener Rasen.
Badenstedt
Badenstedt liegt im Süden des Stadtbezirks.
Der Stadtteil hat im Jahr 2006 ca. 13.000 Einwohner.
Die Einwohnerschaft ist aufgrund der Nähe zu den großen Industriegebieten des Stadtteils Linden durch ein traditionelles Arbeitermilieu geprägt. Diese Sozialstruktur besteht auch aufgrund eines hohen Anteils an Genossenschaftswohnungen.
Im Bereich des heutigen Turnvereins Badenstedt (TVB) befand sich bis ins 20. Jahrhunderts eine Saline, in der große Mengen Salz gewonnen wurde.
Neben dem TVB gibt es noch einen weiteren größeren Sportverein, den Badenstedter Sportclub (BSC). Ebenfalls in Badenstedt ansässig ist der Jugend SV, der sich 1968 vom TVB abspaltete und eine jugenddominierte Sportkultur pflegen wollte.
Der Stadtteil Badenstedt bekam im Jahr 2000 einen neuen Marktplatz neben dem Badenstedter Denkmal, dem zentralen Punkt des Stadtteils.
Seit Mitte der 1990er Jahre entsteht das Neubaugebiet Badenstedt-West unmittelbar am Benther Berg.
Badenstedt hat zwei Grundschulen, eine Haupt- und Realschule und eine Sonderschule.
Die Fösse fließt gleichsam als Grenzflüsschen zwischen Badenstedt und dem nördlichen Nachbarstadtteil Davenstedt.
Davenstedt
Davenstedt liegt in der Mitte des Stadtbezirks.
Erstmalig erwähnt wird Davenstedt als davenstide im Marstemgau im Jahr 1022 in einer von Kaiser Heinrich II. ausgestellten Stiftungsurkunde des Hildesheimer Michaelisklosters, deren Echtheit von einigen Historikern aber angezweifelt wird. Eine zweite Erwähnung in Kirchenbüchern als Davenstede situm im Jahr 1280 ist dagegen unstrittig.
Davenstedt hat mit ca. 13.000 Einwohnern fast die gleiche Größe wie der Nachbarstadtteil Badenstedt. Jedoch gibt es im Stadtteil keine Stadtbahnhaltestelle und kaum Gewerbegebiete. Stadteinwärts grenzt Davenstedt aber an die Industriegebiete Lindens. Während sich im Bereich des Davenstedter Marktes viele Sozialwohnungen befinden, befindet sich in Davenstedt/West eine große Einfamilienhaussiedlung, die diesem am Stadtrand liegenden Teil Davenstedts den Charakter einer Vorortsiedlung gibt.
Weblinks
• Ahlem bei Nananet - Hannovers Bürgerinformation online
• Badenstedt bei Nananet - Hannovers Bürgerinformation online
• Hannover-Badenstedt - Stadtteilinformation
• Davenstedt bei Nananet - Hannovers Bürgerinformation online

