Windenschwärmer
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! Wissenschaftlicher_Name
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| class="taxo-name" | Agrius convolvuli
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| class="Person" | (Linnaeus, 1758)
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Der Windenschwärmer (Agrius convolvuli) ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Schwärmer (Sphingidae).
Merkmale
Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 80 bis 120 Millimetern. Der Körper ist abwechselnd rosa und schwarz mit einer dünnen weißen Linie gestreift. Am Rücken nahe des Kopfes befindet sich ein markantes Muster, welches oftmals leicht an einen menschlichen Schädel erinnert. Die Vorderflügel sind graubraun gezeichnet, mit feinen, dunkleren Strichen und Flecken. Der Saugrüssel der Tiere hat eine durchschnittliche Länge von 8 bis 10 Zentimeter, kann aber sogar mit 13 Zentimetern mehr als das doppelte der Körperlänge erreichen.
Die Raupen werden ca. 12 Zentimeter lang und erreichen damit eine ähnliche Größe wie die des
Totenkopfschwärmers und gehört mit ihnen zu den größten in Europa. Sie sind sehr variabel gefärbt. Ihre Grundfärbung reicht von grün über gelb, orange und braun, nach schwarz, wobei diese Farben auch in Kombination (z.B. orange und schwarz) vorkommen. Sie tragen helle, schräge Seitenstreifen und darunter dunkle, große Stigmen. Am Hinterleibsende haben sie einen gelblichen, völlig ungefährlichen Dorn, der bei den dunklen Formen bis ins schwarze gehen kann.
Ähnliche Arten
* Agrius cingulatus (Fabricius, 1775), Amerika
Ligusterschwärmer (Spinx ligustri)
Verbreitung
Die Tiere sind neben den Tropen und Subtropen Asiens und Afrikas, wobei auch der gesamte Mittelmeerraum bewohnt wird, auch in Australien vorkommend. Ähnlich wie der Oleanderschwärmer (Daphnis neri) fliegen sie aber auch in kleinen Gruppen zur Eiablage nach Mittel- und Nordeuropa als Wanderfalter ein. Dabei profitieren sie von günstigen Windströmungen. Sie leben an sonnigen Hängen, in warmem buschigem Ödland auf Brachen oder in Kartoffelfelder, auf denen die Raupenfutterpflanzen vorkommen.Heiko Bellmann: Der Neue Kosmos Schmetterlingsführer, Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen, S. 94f, Frankh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, Stuttgart 2003, ISBN 3-440-09330-1
Lebensweise
Der dämmerungs- und nachtaktiven Falter ruhen am Tag meist an Baumstämmen oder Steinen, wo sie gut getarnt sind. Man kann sie aber schon am späten Nachmittag beim Saugen an Blüten, bevorzugt von Petunien, Seifenkraut, Wunderblume, Nachtkerzen, Tabak, Phlox und Stechäpfeln beobachten. Sie sind ausgezeichnete Flieger und können Spitzen von bis zu 100 km/h erreichen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt aber immer noch 50 km/h.Heiko Bellmann: Der Neue Kosmos Schmetterlingsführer, Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen, S. 94f, Frankh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, Stuttgart 2003, ISBN 3-440-09330-1
Flugzeit
Die erste Generation fliegt von Mai bis Juni in Mitteleuropa ein, die zweite Generation entwickelt sich dort von Mitte August bis Mitte Oktober.Heiko Bellmann: Der Neue Kosmos Schmetterlingsführer, Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen, S. 94f, Frankh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, Stuttgart 2003, ISBN 3-440-09330-1 Aus klimatischen Gründen besteht für die zweite Generation keine Überlebenschance, wenn sie nicht zurückfliegt.
Nahrung der Raupen
Die Raupen ernähren sich besonders von Ackerwinde (Convolvulus avensis), aber auch von Zaunwinde (Calystega sepium) und verschiedenen Zierwinden. In ihren südlichen Verbreitungsgebieten fressen die Raupen auch an Süßkartoffeln (Ipomoea batates) und Bohnenpflanzen.Heiko Bellmann: Der Neue Kosmos Schmetterlingsführer, Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen, S. 94f, Frankh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, Stuttgart 2003, ISBN 3-440-09330-1
Entwicklung
Die Weibchen legen ihre bis zu 1.000 Eier auf den Futterpflanzen ab, wobei diese für die großen Falter mit nur einem Millimeter Durchmesser sehr klein sind. Die Raupen fressen von Juli bis September, wobei sie sich tagsüber verstecken und nur nachts Nahrung aufnehmen. Ab August suchen die Raupen geeignete Plätze für die Verpuppung und werden bei ihren Wanderungen an Straßen und Wegen oft gesehen. Sie graben zur Verpuppung ein etwa Hühnerei großes Loch ins Erdreich und verpuppen sich darin. Nach 10 bis 14 Tagen ist die Puppe fertig. Sie ist rotbraun und durch die gebogene und abstehenden Rüsselscheide unverwechselbar. Die Puppen werden manchmal bei der Kartoffelernte aufgefunden. Nur die Raupen, die sich sehr früh verpuppen schaffen die Metamorphose zum Falter und können in den Süden zurückfliegen. Die restlichen versuchen vergebens zu überwintern und sterben ab.Heiko Bellmann: Der Neue Kosmos Schmetterlingsführer, Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen, S. 94f, Frankh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, Stuttgart 2003, ISBN 3-440-09330-1
Zucht
Die Raupen lassen sich sehr einfach züchten, die daraus entstehenden Falter sind aber nicht Fortpflanzungsfähig, es sei denn man füttert sie zwangsweise mit einer Höniglösung, die aus einem Teil Hönig und 10 Teilen Wasser besteht. Dazu muss man den Rüssel mit einem geeigneten Werkzeug entrollen und in die Flüssigkeit tauchen.Heiko Bellmann: Der Neue Kosmos Schmetterlingsführer, Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen, S. 94f, Frankh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, Stuttgart 2003, ISBN 3-440-09330-1
Literatur
*Günter Ebert (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 4, Nachtfalter II (Bombycidae, Endromidae, Lemoniidae, Saturniidae, Sphingidae, Drepanidae, Notodontidae, Dilobidae, Lymantriidae, Ctenuchidae, Nolidae). Ulmer Verlag Stuttgart 1994. ISBN 3-800-13474-8
*Manfred Koch, Wolfgang Heinicke: Wir bestimmen. Schmetterlinge. Tagfalter, Eulen, Schwärmer, Spinner, Spanner., Neumann Verlag Radebeul 1991, ISBN 3-740-20092-8
*Rolf Reinhardt, Kurt Harz: Wandernde Schwärmerarten. Totenkopf-, Winden-, Oleander- und Linienschwärmer. [Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 596]. Westarp & Spektrum, Magdeburg, Heidelberg, Berlin und Oxford 1996, ISBN 3-89432-859-2
*Hans-Josef Weidemann, Jochen Köhler: Nachtfalter, Spinner und Schwärmer, Naturbuch-Verlag, Augsburg 1996, ISBN 3-89440-128-1
Referenzen
Weblinks
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• www.lepiforum.de
• www.schmetterling-raupe.de
• Moths and Butterflies of Europe and North Africa

