Agouti
auseinanderstreicht, kann man die Bänderung der Einzelhaare gut erkennen]]Als agouti (auch tabby oder wildfarben) bezeichnet man die klassische Fellzeichnung von Hauskatzen, aber auch Fellzeichnung anderer Tierarten wie Degus, Kaninchen, Ratten, Mäusen oder Meerschweinchen. Der zugehörige Genlocus wurde nach dem südamerikanischen Agutis benannt, das die typische Ausprägung der Wildfarbe zeigt.
Über das Gen Agouti werden die Pigmentzellen durch ihre Lokalisation und das umgebende Zellmilieu beeinflusst und die Verteilung schwarzer und gelber Pigmente kontrolliert. Dadurch entstehen sowohl die helle und dunkle Bänderung einzelner Haare der Wildfärbung vieler Tierarten als auch die Verteilung über den ganzen Körper, wie zum Beispiel bei der Sattelausprägung des Deutschen_Schäferhundes.(1)
Durch Mutationen dieses Locus geht die gelbe Bande des Einzelhaares entweder verloren (non-agouti) oder dehnt sich aus (yellow oder agouti). Dabei wird die Ventralseite des Körpers für die Phäomelaninbildung bevorzugt. Allele dieses Locus werden mit A abgekürzt, wobei das dominante Allel A die gelbe und das rezessive Allel a die schwarze Haarfarbe codiert.
Das heißt durch Mutationen des Agoutilocus können die schwarzen Bereiche in der Fellzeichnung vergrößert werden (Nigrismus) bis im Extremfall der gesamte Körper schwarz ist (Skotasmus), es entsteht also "Melanismus" im unterschiedlichem Ausmaß. Durch den Agoutilocus hervorgerufener Melanismus wird rezessiv vererbt.
Umgekehrt können dunkle Fellzeichnungen verkleinert werden, bis sie im Extremfall ganz verschwinden und das Tier am gesamten Körper fuchsrot oder Gelb ist.
Manche Mutationen dieses Locus führen zu Verfettung und gelben Fell, teilweise verbunden mit Diabetes Mellitus.
Katzen
Bei Katzen ist Agouti (A) der Wildtyp und dominant. Das Agouti-Gen bewirkt, dass das Tabby-Muster ausgebildet wird.
Die Mutation Nonagouti (a) ist rezessiv. Eine Katze mit dem Genotyp aa ist einfarbig, falls sie nicht rot oder cremefarben ist. Das Nonagouti-Allel bewirkt, dass die Haare nicht gebändert sind sondern einfarbig durchgefärbt sind. Nur bei Jungtieren scheint das Tabbymuster noch als Geisterzeichnung durch.
Fellfarbe (Katze)
Pferd
Beim Pferd entspricht das Dominante Agouti-Gen A der Fellfarbe des Braunen (braun mit schwarzer Mähne und schwarzem Schweif), während die rezessive Form dazu führt, daß sich das Schwarz über den ganzen Körper verbreitet und ein Rappe entsteht.(1)
• der Pferdefarben]
Quellen
*(1) Krista Siebel; Juli 2001; Analyse genetischer Varianten von Loci für die Fellfarbe und ihre Beziehungen zum Farbphänotyp und zu quantitativen Leistungsmerkmalen beim Schwein Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Veterinärmedizin; Institut für Nutztierwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin

