Agosta-Klasse (1977)
Die Agosta Klasse (A 90)Die Klasse sollte nicht mit der gleichnamigen im Zweiten_Weltkrieg eingesetzten Agosta-Klasse verwechselt werden. ist eine in Frankreich gebaute U-Boot-Klasse. Die Boote sind die bisher letzten französischen konventionell dieselelektrisch angetriebenen U-Boote. Die Unterseeboote wurden bis 2001 von der französischen_Marine eingesetzt. Die spanische und die pakistanische Marine setzen die U-Boote ebenfalls ein. Pakistan nutzt neben zwei älteren U-Booten der Klasse einen modernisierten Entwurf und stellte zuletzt 2006 ein eigenständig im eigenen Land gebautes Boot der Klasse in Dienst. Die U-Boote werden bis heute (2006) sowohl von der pakistanischen als auch der spanischen Marine betrieben.
Details
Die Klasse wurde Ende der 1960er als Nachfolger der Daphné-Klasse entwickelt und der Bau der einzelnen Boote zwischen 1970 und 1975 genehmigt. Schon in der Bauphase wurde die Klasse als Basis für die Konstruktion der französischen nuklearen Jagd-Uboote der Rubis-Klasse verwand. Das erste in Dienst gestellte U-Boot der Klasse war 1977 die Agosta. Zwischen 1977 und 1978 wurden noch drei weitere U-Boote in den Dienst der französischen Marine gestellt. Die 1978 in Dienst gestellte La Praya war als Besonderheit mit einem kleinen Tauchfahrzeug für Spezialeinsätze ausgestattet. Die 1986 still gelegte Narval (S 631), Typschiff der Narval-Klasse, führte ebenfalls ein kleines Unterwasserfahrzeug hinter dem Turm mit.
Der erste Auslandskunde war die Südafrikanische Marine, die schon Mitte der 1970er zwei Boote bestellte. 1977 beschlossen die Vereinten Nationen ein Waffenembargo gegen den Apartheid-Staat. Die beiden U-Boote wurden deshalb nicht an Südafrika geliefert, sondern an Pakistan verkauft und von der Pakistanischen Marine 1979 bzw. 1980 in Dienst gestellt.
Der zweite ausländische Abnehmer ist Spanien. Zwischen 1983 und 1985 wurden vier in Spanien als Lizenzbau gefertigte Agosta-Klasse-U-Boote in Dienst gestellt.
In den 1980ern wurden die U-Boote modernisiert und zum Unterwasserabschuss von Seezielflugkörpern aus den Torpedorohren befähigt. Während die Franzosen sich für den Einsatz von MBDA Exocet SM39 aus eigener Produktion entschieden, benutzt die Pakistanische Marine US-amerikanische AGM-84 Harpoon.
1994 bestellte die Pakistanische Marine drei weitere U-Boote der modernisierten Version A 90B. Die Boot sind etwas größer als der ursprüngliche Entwurf. Außerdem sind sie schneller, können durch Verwendung neuerer Werkstoffe tiefer tauchen und sind mit modernerer Elektronik ausgestattet. Der höhere Automatisierungsgrad erlaubt eine Reduzierung der Besatzungsstärke von 54 auf 36 Mann. Ein Boot wurde in Frankreich fertiggestellt, die beiden anderen in Lizenz auf einer pakistanischen Werft gebaut. Das letzte der beiden in Pakistan gebauten Boote, die Hamza (S 139), wurde komplett in pakistanischer Eigenregie ohne französische Unterstützung gebaut. Die in Frankreich montierte Khalid (S 137) ist das bisher letzte in Frankreich gebaute konventionelle Militär-U-Boot.
Bei einem der in Pakistan gebauten U-Boote wird der Einsatz einer weitgehend außenluftunabhängigen_Antriebsanlage erprobt. Die als Module_d'Energie_Sous-Marin_Autonome_(MESMA) bezeichnete Konstruktion besteht aus einer wasserdampfbetriebenen Turbine. Als Treibstoff dienen Ethanol und flüssiger Sauerstoff. Der Antrieb soll eine drei bis viermal größere Unterwasserreichweite gewährleisten als der reine Akkumulator-Antrieb. Für den Fall einer erfolgreichen Erprobung ist ein entsprechender Umbau der anderen pakistanischen U-Boote vorgesehen.
Die vier U-Boote der französischen Marine wurden bis 2001 außer Dienst gestellt. Sie waren die letzten konventionellen U-Boote Frankreichs. Die Französische Marine nutzt seitdem nur noch Atom-U-Boote.
Die verbliebenen vier spanischen und fünf pakistanischen U-Boote der Agosta-Klasse befanden sich 2006 im aktiven Dienst.
Boote der Klasse
Frankreich
Die vier U-Boote wurden bei Arsenal de Cherbourg in Cherbourg gebaut:
*Agosta (S 620)
**Indienststellung: 1977
**Verbleib: 1997 außer Dienst gestellt.
*Bévéziers (S 621)
**Indienststellung: 1977
**Verbleib: 1998 außer Dienst gestellt.
*La Praya (S 622)
**Indienststellung: 1978
**Verbleib: 2000 außer Dienst gestellt.
*Ouessant (S 623)
**Indienststellung: 1978
**Verbleib: 2001 außer Dienst gestellt.
Pakistan
Zwei U-Boote wurden bei AC Dubigeon in Nantes ursprünglich für Südafrika gebaut, aber wegen eines Waffenembargos an Pakistan geliefert:
*Hashmat (S 135); der von den Südafrikanern vorgesehene Name war: Astrant
**Indienststellung: 1979
**Verbleib: im aktiven Dienst.
*Hurmat (S 136); der von den Südafrikanern vorgesehene Name war: Adventurous
**Indienststellung: 1980
**Verbleib: im aktiven Dienst.
Drei modernere A 90B-Boote wurden sowohl in Frankreich als auch in Pakistan gebaut:
*Khalid (S 137)
**Bauwerft: DCN in Cherbourg
**Indienststellung: 1999
**Verbleib: im aktiven Dienst.
*Saad (S 138)
**Bauwerft: Karachi Shipyard in Karatschi
**Indienststellung: 2002
**Verbleib: im aktiven Dienst.
*Hamza (S 139)
**Bauwerft: Karachi Shipyard in Karatschi
**Indienststellung: 14. August 2006
**Verbleib: im aktiven Dienst.
Spanien
Die vier spanischen U-Boote wurden bei Navantia in Cartagena gebaut:
*Galerna (S 71)
**Indienststellung: 1983
**Verbleib: im aktiven Dienst.
*Siroco (S 72)
**Indienststellung: 1983
**Verbleib: im aktiven Dienst.
*Mistral (S 73)
**Indienststellung: 1985
**Verbleib: im aktiven Dienst.
*Tramontana (S 74)
**Indienststellung: 1985
**Verbleib: im aktiven Dienst.
Siehe auch
• französischer U-Boot-Klassen]
Weblinks
• Deutschsprachige Seite über die Agosta-Klasse
• Naval Technology (engl.)
• Pakistani Military Consortium (engl.)
Literatur
*Chris Chant: Moderne Unterseeboote Technik-Taktik-Bewaffnung, Motorbuchverlag, Stuttgart, 1. Auflage 2005, ISBN 3-7276-7150-5
*Werner Globke(Hrsg.): Weyers Flottentaschenbuch / Warships of the World - Fleet Handbook, Bernard & Graefe Verlag, Bonn, 66. Jahrgang 2005-2007, ISBN 3-7637-4517-3

