Spiro Theodore Agnew
Spiro Theodore Agnew (9. November 1918 in Baltimore; ? 17. September 1996 in Ocean City) war der 39. Vizepräsident der USA, der von 1969 bis 1973 unter Präsident Richard Nixon amtierte. Agnew war der Sohn einer griechischen Einwandererfamilie mit Namen Anagnostopoulos.
Nach dem Schulbesuch studierte Agnew zunächst Chemie, später die Rechtswissenschaft. 1944 bis 1945 leistete er Militärdienst in Frankreich und Deutschland. Bis 1946 rechnete er sich zu den Demokraten, danach galt er als Republikaner. 1947 konnte er sein Studium mit dem Grad eines Bachelor abschließen und wurde sodann Personalchef eines großen US-amerikanischen Lebensmittelunternehmens. Im Koreakrieg wurde Agnew mehrfach ausgezeichnet.
Agnew wandte sich dann als Rechtsanwalt der Kommunalpolitik zu. 1966 wurde er Gouverneur von Maryland. Er galt zunächst als Vertreter gleicher Rechte für Farbige und Weiße, griff aber nach dem Einsetzen der Unruhen der Sechziger Jahre hart gegen Bürgerrechtler durch, was ihm heftige Kritik eintrug und ihn andererseits für ein Amt unter dem späteren Präsidenten Nixon empfahl. Seit dem 20. Januar 1969 war Agnew Vizepräsident. Im August 1972 wurde er erneut als republikanischer Vizepräsidentschaftskandidat für die Wahlen im November 1972 nominiert.
Im Jahr 1973 war er der zweite Politiker, der von seiner Vizepräsidentschaft zurücktrat. Anders als John C. Calhoun, der 1832 aufgrund einer Staatskrise zurücktrat, musste Agnew am 10. Oktober 1973 zurücktreten, da eine Untersuchung gegen ihn angestrengt worden war. Allem Anschein nach hatte er 1967 während seiner Amtszeit als Gouverneur von Maryland Bestechungsgelder angenommen, welche das Zustandekommen von Regierungsaufträgen garantieren sollten. Bevor er zurücktrat, beteuerte Agnew energisch seine Unschuld. Auch später plädierte er auf "nolo_contendere", als eine Einzelklage ihm Steuerhinterziehung vorwarf. Erst 1982 verurteilte man ihn zur Rückgabe der Gelder.
Berühmt war Agnew durch seine Reden geworden, in denen er Opposition und Medien mit fast dichterischen Redewendungen attackierte. Am bekanntesten wurde die Alliteration nagging nabobs of negativism (auf Deutsch in etwa nörgelnde Sultane des Schlechtredens oder murmelnde Mogule der Miesmacherei). Verantwortlich für diese und andere Stilblüten war Agnews Redenschreiber William Safire, aus dessen Feder auch das "an effete corps of impudent snobs" stammte. Beide zielten in erster Linie auf die von Nixon und Agnew verhasste Presse.
Agnew wurde ein wunderbarer Blitzableiter für die öffentliche Meinung, da er in aller Öffentlichkeit aggressiv die US-amerikanische Kriegspolitik in Vietnam zu verteidigen versuchte.
Nixon ernannte an seiner Stelle Gerald Ford zum Vizepräsidenten. Laut John Ehrlichman war Agnew Nixons beste Lebensversicherung: Niemand könne so verrückt sein, ihn zu erschießen, wenn er wüsste, dass dann Agnew sein Nachfolger würde. Konsequenterweise war Agnews Sturz auch der Startschuss zur Amtsenthebung Nixons.
Weblinks
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• "Nachlass" an der Universität von Maryland
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