Agnes zu Salm-Salm
Agnes Prinzessin zu Salm-Salm, geboren als Agnes Elisabeth ?Winona? Leclerq Joy (25. Dezember 1840 in Swanton, Franklin_County, Vermont, USA; ? 20. Dezember 1912 in Karlsruhe, Baden) begann ihre Karriere als Zirkusreiterin in Havanna auf Kuba, später wurde sie Schauspielerin. Auf Feldzügen in den USA, Mexiko und Frankreich diente sie als Krankenschwester.Agnes benutzte mehrere Namen: Winona (Flamme) ist ihr indianischer Rufname, den ihr die indianische (Irokesen-?)Großmutter gab. Als junge Schauspielerin nannte sie sich Agnes Leclerq nach dem zweiten Vornamen ihres Vaters; ihr korrekter Familienname war aber Joy.
Familie
Agnes war die Tochter des amerikanischen Oberst (oder Generals) William Leclerq Joy (1793-1866) und seiner zweiten Ehefrau Julia Willard (1800/10-1882), die er am 17. Juli 1834 in deren Heimatort Montpelier (Washington County, Vermont) geheiratet hatte, nachdem seine erste Ehefrau Pamela Lee Pemington, mit der er seit 1819 verheiratet gewesen war, im Jahr 1832 gestorben war.
Agnes Joy heiratete als 22-Jährige in erster Ehe heimlich und ohne den elterlichen Segen am 30. August 1862 in der St. Patrick's Church in Washington_D.C. den 12 Jahre älteren Felix Prinz zu Salm-Salm (1828?1870), Sohn des Fürsten Florentin_zu_Salm-Salm (siehe auch Fürsten_zu_Salm). In zweiter Ehe heiratete sie am 16. September 1876 - wohl in Karlsruhe - Charles Heneage (* 4. Dezember 1841; ? 16. September 1901). Dieser stammte aus englischer Adelsfamilie und war der Sohn des George Fieschi Heneage II. und der Frances Tasburgh. Heneage war königlich britischer Diplomat am Hof des Großherzogs Friedrich_I._von_Baden. Diese Ehe wurde allerdings noch vor 1899 wieder geschieden.
Leben
Agnes Joy soll schon in jungen Jahren ihr Elternhaus im US-Bundesstaat Ohio verlassen haben und zunächst bei einem Zirkus in Havanna (Kuba) als Reiterin, später als Tänzerin und Schauspielerin aufgetreten sein.
Im Jahr 1860 zog sie zu ihrer Schwester Hannah Delilah Joy nach Washington (D.C.), die dort mit Captain Edmond Johnston verheiratet war. Dort war sie ?berüchtigt? wegen ihrer rasanten Ausritte auf ihrem halbwilden Mustang quer durch die Stadt und vorbei am Weißen_Haus. Auf einem der Empfänge, die Präsident Abraham Lincoln für seine Offiziere gab, lernte Agnes den Prinzen zu Salm-Salm kennen. Lincoln und die Schwestern Joy hatten gemeinsame Vorfahren.
Nach ihrer Hochzeit mit Prinz Felix (1862) begleitete sie diesen als Krankenschwester, damals allerdings noch ohne jede Ausbildung und als einzige Frau, im Dienst der Nordstaaten auf die Bürgerkriegs-Schlachtfelder in den USA (1862?1865) und in der kaiserlichen Armee von Maximilian_I. in Mexiko (1866?1867). Als ihr Ehemann zu 7 Jahren Festungshaft auf San Juan de Ulúa verurteilt worden war, erreichte Agnes, vor Benito Juárez auf Knien um Gnade flehend, 1867 von ihm die Freilassung ihres Mannes.
Nach Deutschland zurückgekehrt, ließ sie sich zunächst an der Universität_Bonn zur Krankenschwester weiterbilden und begleitete dann, aufgrund persönlicher Beziehung zu General Karl Friedrich von Steinmetz, ihren Mann im Jahr 1870 wieder als Krankenschwester mit dem Gehalt eines Hauptmanns im Deutsch-Französischen_Krieg auf den französischen Schlachtfeldern. Doch Prinz Felix fiel noch im selben Jahr in der Schlacht bei Gravelotte und Agnes kehrte mit seinem Leichnam in Begleitung einer Eskorte in seine westfälische Heimat zurück.
Als Witwe lebte sie später einige Zeit zunächst in der Schweiz - dort soll sie sich Baroness bzw. Baronin von Stein genannt haben - und in Italien und sammelte Geld für Armee-Hospitäler. Nach der Trennung von ihrem zweiten Ehemann ging sie 1899 nach New York City (USA), um auch dort Geld für Hospitäler zu sammeln. Den Lebensabend bis zu ihrem Tod verbrachte sie allerdings im Wohnhaus Karlstraße 2 in Karlsruhe.
Nach ihrer Einäscherung am 20. März 1913, also erst drei Monate nach ihrem Tod, wurde sie unter dem Namen Prinzessin Agnes zu Salm-Salm auf dem Alten_Friedhof (Abteilung IV c Nr. 170) in Bonn begraben.
Agnes Prinzessin zu Salm-Salm galt ihr Leben lang als schillernde, intelligente, sehr selbstbewusste und äußerst exzentrische Frau, die ihr eigenes Leben lebte, ohne sich um Konventionen zu kümmern. Sie hatte nichts mit der zu ihrer Zeit gerade einsetzenden Frauenbewegung im Sinn und hielt sich nicht erst mit der Theorie auf, sondern nahm sich einfach ihr Recht auf persönliche Freiheit - sehr oft wohl auch zum Entsetzen ihrer männlichen Begleiter. So schrieb denn auch der Adjutant des Generals von Steinmetz, Premierleutnant Paul von Collas, während des Deutsch-Französischen Krieges in sein privates Tagebuch: ?Jouy, 12. September 1870. - Selbst eine Dame fehlt nicht, es ist die Prinzessin Salm, die sich der freiwilligen Krankenpflege gewidmet hat; die Dame geniert mehr, als sie wohl nützt; etwas emanzipiert.?
Orden
• Kreuz] (1870)
Schriften
*Zehn Jahre aus meinem Leben - 1862-1872, 3 Bände, Stuttgart 1875 (englische Ausgabe: Ten Years of My Life, Ruchard Bentley & Sons, London 1876; US-Ausgabe: Ten Years of My Life, R. Worthington, New York 1877)
Literatur
*Robert N. White: The Prince and The Yankee. The Tale of a Country Girl Who Became a Princess. I. B. Tauris & Company, 2003, ISBN 1860648975
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Weblinks
• Agnes' Ahnenliste
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• Literaturliste im Online-Katalog der 1840
/'>GEBURTSORT=Vermont, USA
/'>STERBEDATUM=Baden)
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