Assoziation (UML)
Eine Assoziation (engl. association) ist ein Modellelement in der Unified Modeling Language (UML), einer Modellierungssprache für Software und andere Systeme.Eine Assoziation beschreibt eine Beziehung zwischen zwei oder mehr Typen, im häufigsten Fall eine Verbindung zwischen zwei _Klassen. Sie wird dann als binäre Assoziation bezeichnet und spezifiziert, dass beide beteiligten Klassen zueinander in Beziehung stehen. In wenigen Fällen startet oder endet eine Assoziation bei einem anderen Typ, zum Beispiel bei einer _Schnittstelle oder einem _Anwendungsfall. Die Möglichkeit, mehr als zwei Typen an einer Assoziation zu beteiligen, wird eher selten genutzt. Die Assoziation wird in diesem Fall n-äre Assoziation genannt. Der Assoziation in UML entspricht der Relationshiptyp im Entity-Relationship-Modell.
Eine Assoziation heißt reflexiv, wenn sie einen Typ mit sich selbst verbindet. Die beiden Enden der Assoziation zeigen hier also auf den gleichen Typ. In der Abbildung links hat die reflexive Assoziation auch einen Namen ?
Vater/Sohn-Beziehung?, der in der Nähe der Linie gezeichnet wird, die die Assoziation darstellt. Assoziationsenden
Grafisch wird eine Assoziation durch eine Linie dargestellt. Hierbei wird unterschlagen, dass die Enden einer Assoziation nicht einfach grafische Punkte, sondern eigenständige Modellelemente sind. Im Unterschied zur UML 1.4 gibt es aber kein Modellelement Assoziationsende (association end) mehr, denn das Ende einer Assoziation wird neu mit dem Modellelement _Eigenschaft (Property) modelliert.
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In der Abbildung rechts ist an einem Beispiel gezeigt, dass das Repository-Modell hinter dem Klassendiagramm ein Assoziationsende als Instanz der Metaklasse Property speichert. Assoziationsenden können deshalb alle Merkmale einer Eigenschaft haben:
* Sie können eine Multiplizität haben, ausgedrückt durch eine untere und eine obere Grenze in der Form
untereGrenze..obereGrenze.* Sie können einen Namen haben.
* Sie können eine Sichtbarkeit deklarieren.
* Man kann spezifizieren, ob das Assoziationsende geordnet (ordered) oder eindeutig (unique) ist.
Eine Assoziation bildet eine Art Brücke zwischen zwei Typen: startet man bei der Instanz des einen beteiligten Typs kann man über eine Objektbeziehung zur Instanz des zweiten Typs navigieren. Die UML2 erlaubt nun, die Navigierbarkeit von Assoziationsenden einzuschränken. Dabei unterscheidet sie drei Arten, wie die Navigierbarkeit festgelegt werden kann:# Keine Aussage zur Navigierbarkeit. Das Modell macht keine Aussage zur Navigierbarkeit. Sie ist unspezifiziert und soll erst zu einem späteren Zeitpunkt, zum Beispiel beim Softwaredesign, definiert werden.
# Erlaubte Navigation. Das Modell erlaubt die Navigation über das Assoziationsende.
# Nicht erlaubte Navigation. Das Modell verbietet die Navigation über das Assoziationsende.
Assoziationen, die auf beiden Seiten navigierbar sind, heißen bidirektionale Assoziationen, nur an einem Ende navigierbare Assoziationen entsprechend unidirektional.
Das Beispiel links zeigt zwei Assoziationen zwischen den gleichen Typen. Weil sie unterschiedliche Namen
Rechnungsadresse für und Lieferadresse für tragen, kann man sie gut unterscheiden. Die beiden kleinen Dreiecke unterstützen den Leser. Sie zeigen die Leserichtung für den Namen der Assoziation an, hier zum Beispiel Adresse [ist] Rechnungsadresse für Bestellung. Zu einer Bestellung können zwei unterschiedliche Instanzen von Adresse gehören, die durch ihre Rolle unterschieden werden. Die eine Instanz hat die Rolle lieferadresse, die andere, optionale, die Rolle rechnungsadresse.Komposition und Aggregation
Eine Beziehung zwischen Klassen, die relativ häufig modelliert wird, ist die Beziehung zwischen einem Ganzen und seinen Teilen. Die UML2 sieht dafür zwei spezielle Assoziationen vor: die Komposition (composite aggregation oder composition) und die Aggregation (shared aggregation oder aggregation). Sie gibt Hinweise, wie sich die beiden unterscheiden, vermeidet aber eine exakte Definition und verweist darauf, dass die Bedeutung einer Aggregation je nach Anwendung und Modellierer variiert. Das einzige eindeutige Unterscheidungsmerkmal betrifft die _Multiplizität. Teile, die über eine Komposition mit einem Ganzen verbunden sind, dürfen jeweils in höchstens einem (0..1) Ganzen vorkommen. Falls es sich bei der Assoziation um eine Aggregation handelt, kann ein Teil auch mehrere "Väter" haben. Aus diesem Grund wird die Aggregation auch oft schwache Komposition genannt. Grundsätzlich ist die Abgrenzung zwischen Assoziation und Aggregation oft schwierig. Ein schwaches Indiz für die sinnvolle Verwendung einer Aggregation scheint das Vorliegen von Transitivitäten zwischen den modellierten Klassen zu sein. D.h. wenn zwischen A und B eine Teil/Ganze-Beziehung existiert und zwischen B und C ebenfalls, dann muss A auch ein Teil von C sein.
In der grafischen Darstellung einer Komposition dekoriert eine ausgefüllte Raute das Ende, das mit dem Ganzen
verbunden ist. Im Fall der Aggregation ist es eine nicht ausgefüllte Raute.
Unterschiede zur UML 1.4
Die UML2 hat die Notation für die Navigierbarkeit von Assoziationsenden eingeführt.
In der UML 1.4 gab es ein spezielles Modellelement AssociationEnd, das in der UML2 durch Property ersetzt wurde.

