Agglomerationseffekt
Als Agglomerationseffekte werden in der Regionalökonomie die Effekte von Ballungsräumen oder Agglomerationen bezeichnet. Diese können Agglomerationsvorteile oder Agglomerationsnachteile sein.In der Betriebswirtschaftslehre bezeichnet Agglomeration die Ansammlung verschiedener Unternehmen, typischerweise an einem Standort (sog. Standortagglomeration). Auch diese Agglomeration führt zu Agglomerationseffekten
Agglomerationsvorteil bezeichnet im Handel die Attraktivitätssteigerung eines Geschäfts bei räumlicher Nähe zu Geschäften mit ähnlichem Angebot.
Regionalökonomie
Agglomerationsvorteile
Vorteile entstehen durch die räumliche Ballung von Sachkapital, von Unternehmen, Konsumenten und Arbeitskräften.
Konkret führt diese Ballung zu
* Niedrigen Transportkosten
* Einem großen (lokalen) Markt
* Einem großen Arbeitskräfteangebot und damit der erhöhten Chance, Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften, insbesondere nach Spezialisten, schnell auszugleichen (Matching, geringere Suchkosten).
* Die Ballung von Wissen und Humankapital führt zu Wissens-Spillover zwischen den Unternehmen.
Agglomerationsnachteile
Bei Agglomerationsnachteilen entstehen insbesondere
* starke Umweltbelastungen
* hohe Bodenpreise
* Engpässe bei öffentlichen Gütern (z.B. schlechte/überlastete Infrastruktur)
* Korruption
* ein niedriges Arbeitskräftepotential
* eine niedrige Kaufkraft/ein kleiner Absatzmarkt
* hoher Wettbewerbsdruck
* fehlende Reserveflächen
Betriebswirtschaftslehre
Die Theorie zeigt auf warum Ballungsräume meist besser sind für Arbeiter und Firma.
Es gibt drei Arten:
* Economies of scale
** (Betriebs-) interne Ersparnisse (sinkende Stückkosten)
* Localization Economies
** (Betriebs-) externe Ersparnisse durch räumliche Konzentration gleichartiger Betriebe
* Urbanization Economies
** Externe Ersparnisse durch räumliche Konzentration verschiedenartiger Betriebe
Vorteile entstehen den Unternehmen durch eine Attraktivitätssteigerung, z. B. im Rahmen des One-Stop-Shopping im Einzelhandel. Dabei ist die Agglomerationswirkung abhängig von der Branche und den Kunden: Während die Standortagglomeration mehrerer gleichartiger Lebensmitteldiscounter eher einen harten Preiskampf (sog. Limit Pricing) begünstigt, fördert die Standortagglomeration von Schuhgeschäften die Standortattraktivität. Die Ursache liegt ? zumindest im Einzelhandel ? im produktbezogenen Kaufverhalten: bei sogenannten Shopping Goods möchte der Kunde aus einer großen Auswahl vergleichen können, während die Waren des täglichen Bedarfs (Convenience Goods) schnell und ohne weitere Vergleiche beschafft werden.
Agglomerationsvorteile sind:
* vorhandenes Kapital und bestehende Verkehrsinfrastruktur
Arbeitskräftepotential, Bildungseinrichtungen, Kaufkraft und Absatzmarkt

