Agathazettel
Agathazettel oder Agathenzettel sind am Agathatag (5. Februar) geweihte Zettel mit einer Heilsformel, gelegentlich auch mit einer Darstellung der Heiligen_Agatha.
Die Inschrift der Agathazettel lautet Mentem sanctam, spontaneam, honorem Deo et patriae liberationem (?Du heiliges Gemüt, das Gott die Ehre gegeben und das Vaterland errettet hat?). Sie soll auf einer Marmortafel gestanden haben, die von einem Engel auf das Grab Agathas gelegt wurde. Gelegentlich wurde sie um den Zusatz Ignis a laesura protege nos, o Agatha pia (?Heilige Agatha, bewahre uns vor Verletzung durch Feuer?) ergänzt. Manchmal waren die Agathazettel in deutscher Sprache beschrieben, etwa mit:
:Heil?ge Agatha, Christi Braut:
:Dies Haus soll sein dir anvertraut!
:Schütz es vor Feuer und Brand,
:und das ganze Vaterland.
:Gib uns auch einen heil?gen Sinn,
:Froh für Gott bis zum Tode hin!
Agathazettel wurden entweder direkt ausgegeben oder nach dem Kauf bei Händlern am Agathatag geweiht. Oft wurden sie zur Weihe in die ebenfalls als Heil- und Schutzmittel verwendeten Agathabrötchen gesteckt, die oft wie kleine Brüste geformt waren. Die Zettel konnten in den Häusern aufbewahrt werden, wo sie oft an den Türen angebracht waren, oder ins brennende Feuer geworfen werden. Es wurde auch berichtet, dass Schüler das Fürbittgebet zusammen mit bunten Verzierungen auf Papier schrieben. Die Zettel wurden im Gottesdienst gesegnet und anschließend Nachbarn und Bekannten übergeben.
Literatur
* Dominik Wunderlin: Mittel zum Heil. Religiöse Segens- und Schutzzeichen in der Sammlung Dr. Edmund Müller (=Kostbarkeiten aus dem Dolderhaus in Beromünster, Heft 7). Beromünster 2005, ISBN 3-9521775-9-8

