Agathe Habyarimana
Agathe Habyarimana, geborene Agathe Kanziga (21. Januar 1963 in Tororo), ist die Witwe des am 6. April 1994 verstorbenen Juvénal Habyarimana, dem ehemaligen Präsidenten von Ruanda. Sie und ihr Akazu genannter Familienklan galten als die eigentliche Macht hinter dem Thron der zwanzigjährigen "Präsidentschaft" ihres Mannes. Ihrem Akazu wird eine entscheidende Rolle beim Völkermord in Ruanda zugeschrieben.Agathe Habyarimana spielte sowohl bei der Gründung von Radio-Télévision Libre des Mille Collines als auch bei der Zeitung Kangura eine entscheidende Rolle. Radiosender und Zeitung waren Propaganda-Organe, die eine Volksverhetzung betrieben, die zum Genozid führten.
Unmittelbar nach dem Tod ihres Mannes und dem Beginn des Völkermords wurde sie von französischen Truppen aus Ruanda herausgeflogen. Sie lebt bis heute in Frankreich.
Sie ist die Schwester von Protais Zigiranyirazo, der auch Monsieur Zed (oder "Mr. Z") genannt wird, einem skrupellosen Geschäftsmann und Politiker, der beschuldigt wird 1985 an dem Mord der US-Gorillaforscherin Dian Fossey beteiligt zu sein. Er gilt auch als maßgeblicher Mitorganisator des Genozids von 1994. 2001 wird er in Brüssel durch die belgischen Behörden festgenommen, jedoch nicht in Belgien angeklagt, sondern dem International Criminal Tribunal for Rwanda (ICTR) ausgeliefert.
Literatur
* Alison Des Forges: Kein Zeuge darf überleben. Der Genozid in Ruanda. Hamburger Edition, Hamburg 2002, ISBN 3-930908-80-8
* Philip Gourevitch: Wir möchten Ihnen mitteilen, dass wir morgen mit unseren Familien umgebracht werden. Berichte aus Rwanda. Berlin-Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-8270-0351-2 (Untersuchung der Verwicklungen von Agathe Habyarimana und ihres Machtzirkels, zudem auch Colonel Théoneste Bagosora gehörte, und kommt zum Schluss, dass sowohl das Attentat auf ihrem Mann, als auch die Organisation des Genozids von diesen Kreisen ausging)
Weblinks
• Kigali accuse Agathe Habyarimana de génocide
• Belgien verhaftet Völkermordplaner

