Konrad Agahd
Konrad Agahd (1. März 1867 in Neumark (Pommern), ? 18. November 1926 in Rixdorf (heute Berlin-Neukölln)) war Schriftsteller, Pädagoge und Journalist.Leben
Das Thema, mit dem sich Konrad Agahd unentwegt wissenschaftlich beschäftigte, war die Schädigung der Erziehung durch die den Kindern abverlangte Arbeit. Seine erste wichtige Studie zur gewerblichen Kinderarbeit von 3287 Rixdorfer Kindern erschien 1894. Agahd studierte die Kinderarbeit in Deutschland, Schweden, Norwegen, Oberitalien und in Österreich.
Seine Ergebnisse veröffentlichte er in zahlreichen Aufsätzen, Broschüren, Fachbüchern und Gesetzeskommentaren und trug sie auf Kongressen und in unzählige Artikel für die verschiedensten Zeitschriften vor. So verlangte er 1902 auf der Versammlung des Deutschen Lehrervereins zusätzlich zu den bereits 1898 beschlossenen Maßnahmen: Verbot jeder Sonntagsarbeit bzw. Beachtung der Sonntagsruhe, Verbot jeder Beschäftigung in gesundheitsgefährdeten Betrieben, Ausdehnung des Kinderschutzes auf gewerbliche Arbeit im Haus, Mitwirkung der Lehrerschaft bei Durchführung und Kontrolle der geforderten staatlichen Maßnahmen.
Seiner engagierten Fürsorge verdanken die gewerblich arbeitenden Kinder das Kinderschutzgesetz von 1903, das Mindestalter und Arbeitszeit festlegte. Heimarbeit, Hüte- , Erntearbeit oder Mithilfe und Nebenerwerbstätigkeiten wurden wegen des hartnäckigen Widerstandes der ostelbischen Grundbesitzer allerdings nicht erfasst.
Agahd war innerhalb der deutschen Lehrerschaft neben dem Hamburger Oberlehrer Johannes Halben der wichtigste Kämpfer gegen die Kinderarbeit. Einige Bericht löste heftige Reaktionen aus. Nach dem Wunsch mancher seiner Gegner hätte er noch im gleichen Jahr zu seiner Versetzung in die polnischen Gebiete des Deutschen Reiches führen sollen. Er verweist deshalb immer wieder auf diese Missstände zu Lasten der Schulkinder. Agahd war Vorstandsmitglied des deutschen Lehrervereins und der Gesellschaft für soziale Reform. Aufgrund einer Ohrenkrankheit musste er 46jährig in den Ruhestand treten. Von diesem Zeitpunkt an arbeitete er nur noch als Schriftsteller und in der Jugendpflege und Fürsorge.
Sein Grab auf dem Landeseigener Friedhof Britz an der Buschkrugallee 38 trägt die Inschrift:"Den deutschen Kindern galt seine Liebe, seine Arbeit und sein Leben". In vielen Nachrufen wurde er als "Vater des Kinderschutzes" und "Vater der ausgebeuteten Kinder" geehrt, wobei allerdings unklar bleibt, was nun jenseits seiner weitläufigen Publizistik Agahds konkreter Beitrag zu diesem Gesetz gewesen sein soll, das er zwar insgesamt für einen Fortschritt hielt, jedoch auch in wesentlichen Punkten, wie der fehlenden Einbeziehung der Landwirtschaft, ablehnte.
Namensgebung
Schule:
* Konrad-Agahd-Grundschule (Thomasstraße 39, Neukölln)
Weblinks
*
• Konrad-Agahd-Grundschule

