Döbelner Straßenbahn
Die Döbelner Straßenbahn verband den Bahnhof der sächsischen Stadt Döbeln mit der Innenstadt.Geschichte
1847 erreichte die Chemnitz-Riesaer Eisenbahn von Riesa aus die Stadt und wurde 1857 nach Chemnitz weitergeführt. 1868 folgte die Linie Dresden - Döbeln - Leipzig. Seitdem war Döbeln Eisenbahnknotenpunkt. Allerdings lag der Bahnhof rund zwei Kilometere Luftlinie vom Zentrum der Altstadt entfernt.
Der Wunsch nach einem innerstädtischen Verkehrsmittel führte am 20. März 1891 zur Gründung der AG Döbelner Straßenbahn unter Beteiligung der Stadt und privater Kapitalgeber. Im Jahre 1943 besaß die Stadt nur 12 % der Aktien.
Am 12. Juli 1892 konnte eine 2,7 km lange Pferdebahn in Meterspur eröffnet werden, die Personen, aber auch Post und Stückgut beförderte. Beginnend am Hauptbahnhof führte sie parallel zur Staatsbahnstrecke nach Dresden durch die Bahnhofstraße, an der auch die Wagenhalle lag. Dann erreichte sie die auf einer Insel in der Freiberger Mulde liegende Altstadt mit dem Nieder- und dem Obermarkt und endete am Weißen Kreuz in der Dresdener Straße. Weil nur die ersten 500 Meter der Strecke zweigleisig angelegt waren, erhielt sie im folgenden Abschnitt insgesamt vier Ausweichstellen sowie eine kurze Abzweigung zum Postamt.
Vor dem Ersten Weltkrieg wurden jährlich über 200.000 Fahrgäste befördert, obwohl die Stadt weniger als 20.000 Einwohner zählte. Doch kam es nicht zur Einführung des elektrischen Betriebs. Dieser Umstand führte dazu, dass die Pferdebahn am 20. Dezember 1926 stillgelegt und durch einen Omnibusbetrieb ersetzt wurde. Dieser blieb weiterhin in der Hand der bisherigen Gesellschaft.
Ein 500 m langer Streckenabschnitt in der Innenstadt wurde wieder aufgebaut. Im Jahre 2007 sollen dort zu besonderen Anlässen wieder Pferdebahnen fahren.

