Afghanische Nationalarmee
Die Afghanische Nationale Armee (kurz ANA) ist die derzeitig noch im Aufbau befindliche Armee des Staates Afghanistan. Sie wurde am 3. April 2002 gegründet[http://derstandard.at/?url=/?id=1727801 Afghanistan seit dem Ende der Monarchie] In: derstandard.at vom 1. Juni 2006.. Bis zum Januar 2006 wurden 27.000 Soldaten für die ANA ausgebildet[http://www.afghannews.net/index.php?action=show&type=news&id=19 Akram Gizabi: Questions Surround Continued U.S. Presence in Afghanistan] In: afghannews.net vom 12. Januar 2006, davon sind 14.500 Kampftruppen[http://www.state.gov/r/pa/prs/ps/2006/60086.htm. Afghanistan National Security Forces] Fact sheet des US-Außenministeriums vom 31. Januar 2006.Geschichte
Nach dem Ende des Afghanistankrieges formulierte der afghanische Präsident Hamid Karzai als Ziel, bis 2009 eine Armee mit 70.000 Soldaten aufzustellen. Dies wurde zuletzt Ende Januar 2006 im Afghanistan-Vertrag als Zielvorstellung bekräftigt. Bis 2010 soll demnach eine national respektierte, professionelle und ethnisch ausgeglichene Afghanische Nationalarmee (ANA) mit bis zu 70 000 Soldaten voll funktionsfähig sein.[http://www.tagesspiegel.de/politik/nachrichten/60321.asp Eckpunkte des "Afghanistan-Pakts"] In: tagesspiegel.de vom 31. Januar 2006
Im Januar 2003 wurden die ersten 1.700 Freiwilligen in fünf kandaks (Pashtun für Bataillon) aufgenommen. Dort wurden diese in einer zehnwöchigen Grundausbildung, durchgeführt von Soldaten der ISAF, geschult. Im Juni 2003 waren bereits 4000 Soldaten ausgebildet worden. Ihnen standen allerdings regionale Armeen der sogenannten Warlords in einer Stärke von schätzungsweise 40.000 Mann gegenüber. [http://www.dradio.de/dlr/sendungen/tacheles/322594/ Karsai: Afghanistan braucht weiterhin internationale Hilfe] in Deutschlandradio vom 19. November 2004.
Die Quote der Abgänge, die anfangs bei 50 Prozent lag, ging Mitte 2003 auf 30 Prozent zurück. Neuen Einheiten fehlten zu diesem Zeitpunkt Waffen und Kommunikationssysteme. Disamarment and Reintegration in Afghanistan International Crisis Group Asia report Nr. 65 30. September 2003 S.5. Im Sommer 2003 verzeichnete man schließlich zehn Prozent an Deserteuren pro Monat. Elections in Afghanistan Asia Briefing der international Crisis Group vom, 30. März 2004 Diese Zahl ging im Jahr 2004 auf 1,2 Prozent pro Monat zurück. Afghanistan: Getting Disarmament Back on Track Update briefing der International Crisis Group vom 23. Februar 2005 S.4
In der Anfangsphase waren die Tadschiken in der ANA deutlich überrepräsentiert, mittlerweile versucht man, durch die Einführung von Quoten einen angemessenen Anteil von Paschtunen, Usbeken und Hazara in der ANA zu bekommen.
Probleme bei der Aufstellung bereitete auch die nur langsam anlaufende Unterstützung durch die auf der Afghanistan-Konferenz zugesagten Mittel. Die große Fluktuation unter den Soldaten behinderte den Aufbau. Ungeachtet dessen konnten im Juli 2003 die ersten 1000 Soldaten unter Kommando US-geführter Truppen am sogenannten Kampf_gegen_den_Terror teilnehmen. Im Februar 2005 hatte die ANA schließlich 21.200 Soldaten, davon 17.800 Ausgebildete und 3.400 in Ausbildung.Afghanistan: Getting Disarmament Back on Track Update briefing der International Crisis Group vom 23. Februar 2005 S.3
Organisation
thumb|200px|Soldaten_patroullieren_nahe_Alizai_in_der_Provinz_Ghazni,_2006
Struktur
Die ANA wird zunächst auf Heeresaufgaben beschränkt bleiben. Da der Aufbau und Unterhalt einer einsatzfähigen Luftwaffe die Mittel der Armee übersteigt, übernehmen die USA die Sicherung des afghanischen Luftraums. Der Aufbau der Kommandostruktur ist von den USA beeinflusst. So soll Afghanistan unter militärisch sinnvollen Regionalkommandos aufgeteilt werden, ähnlich der Organisation der US-Streitkräfte. Die Armee ist in 31 (2005) Bataillone (kandaks) von je 600 Mann gegliedert, von denen 28 im Jahr 2005 einsatzfähig waren. Insgesamt war geplant, bis Ende des Jahres 2006 neun Brigaden mit jeweils sechs Bataillone einsatzbereit zu haben. Diese sollen dann auf fünf Korps über das Land verteilt werden. Bereits ins Leben gerufen wurden:
*201. Korps, stationiert in Kabul
*205. Korps, stationiert in Kandahar
*207. Korps, stationiert in Herat
*209. Korps, stationiert in Mazar-e Scharif
Das Problem der ANA beim Aufbau gefestigter Strukturen liegt in der großen Fluktuation unter den Soldaten. Es wird geschätzt, dass 10% der Soldaten bereits nach kurzer Zeit die Armee wieder verlassen. Der Anfangssold liegt in der ANA bei $30, gestaffelt steigt er für ausgebildete Soldaten auf bis zu $70. Viele der Rekruten sind unter 18 Jahren und können weder lesen noch schreiben. Somit entstehen große Probleme in der Kommunikation. Durch die inhomogene ethnische und sprachliche Struktur Afghanistans und somit auch der Armee ist eine problemlose Verständigung somit weder verbal noch in schriftlicher Form möglich. Die ANA beschäftigt 2006 insgesamt etwa 35.000 Personen davon etwa 27.000 einsatzfähige Soldaten.
= Kommandeure
=*Bismillah Khan, Befehlshaber des Generalstabs,
*Mohammad Eshaq Noori, stellv. Befehlshaber des Generalstabs
*Abdul Abdullah, stellv. Befehlshaber des Generalstabs
*Abdul Khaliq Faryad, stellv. Befehlshaber des Generalstabs
*Shir Mohammad Karimi, stellv. Befehlshaber des Generalstabs
Westliche Hilfe
Ausrüstung und Infrastruktur
Die USA sehen den Aufbau einer nationalen afghanischen Armee als Alternative zur dauerhaften Stationierung von US-Streitkräften in Afghanistan. [http://www.iwpr.net/?p=rca&s=f&o=177094&apc_state=henirca2002 Thomas Withington: Army Plan Fraught With Problems] Reporting Central Asia Nr. 110 des Institute for War and Peace Reporting vom 21. März 2002 Seit 2001 haben sie militärische Ausrüstung und Dienstleistungen im Wert von mehr als 2 Milliarden USD für die ANA zur Verfügung gestellt. Ein weiteres Programm im Wert von 2 Milliarden USD wurde 2006 verkündet und ist für 2007 geplant. Es beinhaltet 2500 Humvees und 10.000 Sturmgewehre des Typs M-16. Außerdem soll eine nationale Befehlszentrale errichtet werden.[http://www.afghannews.net/index.php?action=show&type=news&id=844.com Tini Tran (Associated Press): Afghanistan to get $2 billion in U.S. gear] In: agfhannews.net vom 4. Juli 2006 Dennoch sind afghanische Einheiten immer noch zum größten Teil mit alten Waffen, Ausrüstung und Fahrzeugen nach sowjetischem Muster ausgestattet.
Mittlerweile (2006) sind alle afghanischen Bataillone, wenn auch behelfsmäßig, ausreichend mechanisiert. In Kabul wurde eine militärische Hochschule eingerichtet, die in vierjähriger Ausbildung die Führungselite der Armee ausbilden soll. Die Hochschule wird von der amerikanischen und türkischen Armee unterstützt.
Ausbildung
Die Armee wird durch die Koalitionsstreitkräfte der ISAF ausgebildet, um zukünftig selbstständig für die Sicherheit des Landes zu sorgen.Die verschiedenen Mitglieder der ISAF haben unterschiedliche Verantwortlichkeiten in der Ausbildung der ANA übernommen. Alle diese verschiedenen Bemühungen werden auf Koalitionseite durch den kombinierten Befehl Afghanistan (CSTC-A) gehandhabt und von der ISAF-Zentrale in Kabul koordiniert. Seit Juli 2006 besteht nachfolgend der afghanische nationale Armee-Trainings Befehl (ANATC), welcher eine enge Zusammenarbeit der ISAF mit dem Generalstab der ANA vorsieht.
Die Ausbildung unter Leitung des ANATC-Hauptquartiers sieht eine Grundausbildung durch mittlerweile geschulte afghanische Militärausbilder vor. Die amerikanischen Streitkräfte übernehmen die fortgeschrittene Ausbildung. Großbritannien und Frankreich leiten die Ausbildung von Offiziersanwärtern, welche sich vornehmlich aus erfahrenen Bürgerkriegsveteranen zusammensetzen.
Weblinks
• Die Afghanische Armee auf globalsecurity.org (engl.)

