Affoltern am Albis
Affoltern am Albis ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des Bezirks Affoltern im Kanton Zürich in der Schweiz.
Wappen
Blasonierung
: Gespalten, rechts in Gold ein grüner Apfelzweig mit drei roten Früchten, links von Silber und Schwarz geschacht
Geographie
* Lage: Knonaueramt, ca. 13 km Luftdistanz von Zürich und Zug
* Fläche: 1056 ha davon 46% Landwirtschaft, 29% Wald, 19% Siedlung, 6% Verkehr
* Ortschaften und Weiler: Zwillikon, Fehrenbach, Loo, Lochhof und Weid.
Wirtschaft
Mit über 480 Personen ist das Bezirksspital der grösste Arbeitgeber in Affoltern am Albis. Rund 4800 Arbeitnehmer werden in 127 industriellen und gewerblichen Betrieben sowie in 445 Dienstleistungsbetrieben beschäftigt.
Verkehr
1864 wurde die sogenannte Aemtlerlinie, die Eisenbahnstrecke Zürich?Zug/Luzern eingeweiht; nach Fertigstellung des Gotthardtunnels 1882 lag Affoltern am Albis für 15 Jahre ? bis zur Eröffnung des Zimmerbergtunnels im Jahre 1897 ? an der Verbindung München?Zürich?Mailand. Heute wird Affoltern am Albis von der Linie S9 (Uster?Zürich?Zug) der S-Bahn Zürich bedient, die im Halbstundentakt verkehrt. Ab Dezember 2007 wird der Zugverkehr in den Spitzenzeiten durch Einführung einer zweiten S-Bahnlinie auf einen Viertelstundentakt verdichtet.
Vom Bahnhof aus verkehren 7 regionale Buslinien bis Zürich Wiedikon und Thalwil, sowie Anschlüsse (?) nach Cham, Muri und Bremgarten. Während den Spitzenzeiten verkehren die Busse ebenfalls im Halbstundentakt, während der übrigen Zeiten meist im Stundentakt.
Bevölkerung
Geschichte
Affoltern am Albis entwickelte sich ursprünglich der Jonen entlang. Funde geben Grund zur Annahme, dass das von den Alemannen gegründete Dorf schon zur Römerzeit besiedelt war. Die Beweise allerdings sind dürftig, so dass man sich auf den ersten schriftlichen Beweis für eine Siedlung an der Jonen stützt, der Urkunde als Afiltre erwähnt.
Von 1512 bis 1798 stand der Bezirk um Affoltern am Albis unter der Herrschaft und Verwaltung Zürichs. Was es bedeutete, unter der Fuchtel der Zürcher Ratsherren zu leben, hatten die Affoltemerinnen und Affoltemer indes schon zuvor zu spüren bekommen: im "Alten_Zürichkrieg" um 1440 verlor mancher Aemtler sein Leben, manche Familie Haus und Habe.
In den Jahren 1628/1629 und 1667/1668 forderten Pestepidemien zahlreiche Todesopfer ? etwa ein Drittel der Einwohnerschaft. Um 1700 fasste die Baumwollindustrie in Affoltern Fuss. 1729 folgte eine Emigrationswelle, die bis 1750 viele Bürgerinnen und Bürger nach Amerika führte. Um 1800 waren es aber die Textilarbeiter, die unter dem politischen Chaos litten, in das Napoleons Feldzüge Europa stürzten.
1804 beteiligte sich die Bevölkerung von Affoltern an der unter als Bockenkrieg bekannten VolkserhebungGeographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: AA - Emmengruppe (Seite 25). Neuenburg: Attinger, 1902., die von bernischen und aargauischen Truppen unter Niklaus Rudolf von Wattenwyl niedegeschlagen wurde. (Stand 31. März 2007)
Als dann Tambora in Indonesien.
Ab 1817 ging es aufwärts für die Gemeinde. Nach dem Ausbau der Schule und des Schulsystems wurde 1880 bis 1900 brachten dem einstigen Bauerndorf einen Entwicklungsschub. Viele hoffnungsvolle Betriebe wie etwa die Seidenstoffweberei, eine Textilfabrik und eine Nahrungsmittelfabrik wurden gegründet. Heute sind sie wieder verschwunden wie auch die Obstverwertungsgenossenschaft. Ende 2004 schloss auch das alt Eingesessene Haushalt- und Eisenwarengeschäft Niederer seine Tore.
Heute haben in Affoltern am Albis neben traditionsverbundenen Unternehmen neue, moderne Firmen und Geschäfte Platz gefunden, die das Regionalzentrum weitherum bekannt machen. Affoltern am Albis ist Sitz verschiedener öffentlicher Einrichtungen und Dienste, die sich gegenseitig ergänzen und ein Netz sozialer Sicherheit bieten. Für die Freizeitgestaltung stehen ein Freibad und Sportanlagen sowie über 120 Vereine zur Verfügung.
Auch wenn man in Affoltern am Albis nicht mehr die einstige ländliche Idylle vorfindet, bietet der Ort seinen knapp über 10'000 Einwohnern mit seiner sonnigen, zentralen Lage zwischen den Metropolen Zürich, Zug und Luzern, den guten Verkehrsverbindungen und den grösstenteils gut in die Landschaft eingefügten Überbauungen, dem vielen Grün und der unüberbaubaren Umgebung eine vorzügliche Wohnqualität und eine ansprechende Umwelt.
Kultur
* Kultur in Affoltern (KiA)
KiA ist die Kulturkommission der Gemeinde Affoltern und wird von dieser finanziell getragen. Sie organisiert kulturelle Anlässe wie Theater- und Tanzaufführungen, Konzerte und literarische Lesungen in verschiedenen Räumlichkeiten oder auch auf Plätzen der Gemeinde Affoltern.
Ein Programm, das regelmässig als Beilage im Anzeiger des Bezirks Affoltern erscheint, sowie Inserate und Texte im Anzeiger weisen auf die einzelnen Veranstaltungen hin. In der zur Zeit geschlossenen Galerie am Marktplatz werden wechselnde Ausstellungen von Werken einheimischer bildender Künstlerinnen und Künstler präsentiert.
* Das Dorfmuseum Affoltern a.A. ? Zwillikon
Jeden ersten Samstag des Monats von 10.00?16.00 Uhr geöffnet.
* Sonntagskonzerte vom Verkehrs- und Verschönerungsverein
In Zusammenarbeit mit den Vereinen von Affoltern am Albis und Umgebung bietet der Verkehrs- und Verschönerungsverein von Anfang Mai bis Ende September Sonntagskonzerte an.
* Wochenmarkt
Jeden Samstagvormittag findet vor dem Gemeindehaus in Affoltern der Wochenmarkt statt, an dem man an den verschiedenen Ständen frisches Gemüse, Brot und vieles mehr einkaufen kann.
Weitere Angebote:
* Kulturkeller La Marotte
* Kinofoyer Lux
* Aemtler Bühne (Theater im Konaueramt)
Gemeinderat
* Irene Enderli, Gemeindepräsidentin (SVP)
* Reinhold Spörri, Finanzvorsteher und 1. Vizepräsident (FDP)
* Elsbeth Knabenhans, Sicherheitsvorsteherin und 2. Vizepräsidentin (SP)
* Doris Schneebeli, Tiefbau- und Landwirtschaftvorsteherin (SP)
* Walter Dürr, Sozialvorsteher (SVP)
* Jakob Schneebeli, Hochbauvorsteher (SVP)
* Heidi Fraefel, Gesundheitsvorsteherin (FDP)
Persönlichkeiten
Toni Bortoluzzi, Schweizer Politiker, Nationalrat und ehemaliger Gemeindepräsident
Jakob Dubs, Ehem. Schweizer Bundesrat
Albert Häberling, Schweizer Komponist und Dirigent
Urs Lötscher, Gleitschirmpilot, Gleitschirmlehrer und Buchautor
Quellen
Literatur
* Hanspeter Treichler: Affoltern am Albis. Aus der Geschichte eines ländlichen Hauptortes., 1993, ISBN 3-9520387-0-9
* Gemeinnützige Gesellschaft des Bezirks Affoltern (GGA): Knonaueramt, gestern, heute, morgen, 1987, ISBN 3-906258-01-7
Weblinks
• Offizielle Website der Gemeinde Affoltern am Albis
• Statistische Daten Gemeinde Affoltern am Albis
*
• Gemeinde Affoltern am Albis im [http://www.gis.zh.ch/ GIS des Kantons Zürich]
• Ortsmuseum Affoltern am Albis-Zwillikon

