Aero Flight
Die Aero Flight GmbH & Co. Luftverkehrs KG war eine von 2003 bis 2005 bestehende Fluggesellschaft mit Sitz in Oberursel (Taunus).
Aero Flight war nach der Insolvenz von Aero Lloyd Ende 2003 gegründet worden und hatte 300 Mitarbeiter übernommen. Gründer der Aero Flight waren Bogomir Gradisnik, Miso Aksmanovic und Gerhard Walter.
Die Aero Flight führte Charter-, Linien- und Sonderflüge durch. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem sog. ?ethnischen Verkehr? (Fachausdruck in der Touristik): Rund ein Drittel der Passagiere waren Gastarbeiter mit ihren Familien, die mit der Fluggesellschaft in ihre Heimat flogen.
Im Juli 2005 war Aero Flight Airline Partner des Fußballbundesligisten Eintracht Frankfurt und hatte einen der A320 (Kennzeichen: D-ARFE) in den Farben Frankfurts lackiert.
Am 31. Oktober 2005 gab das Luftfahrt-Bundesamt bekannt, dass die Betriebsgenehmigung für Aero Flight vorerst nicht verlängert wurde. Als Grund wurden wirtschaftliche Gründe angegeben: Aero Flight habe die erforderlichen gesetzlichen Voraussetzungen nicht nachgewiesen. Damit durfte die Fluggesellschaft ab dem 1. November 2005 keine Fluggäste, Post oder Ladung mehr befördern. Übernahmeverhandlungen mit der Investmentfirma CS Ltd. und der isländischen Avion Group scheiterten vorerst. Am 25. November hat Aero Flight beim Amtsgericht Bad Homburg einen Insolvenzantrag gestellt.
Insolvenz
Die Aero Flight hatte für den Betrieb des Winterflugplans keine ausreichenden Kapitalmittel mehr. Das Luftfahrt-Bundesamt war bei der Prüfung der finanziellen Verhältnisse zu dem Schluss gekommen, dass eine erneute Betriebsgenehmigung ohne dem Zuschuss weiterer finanzieller Mittel nicht gewährt werden könne. Die Investmentfirma CS Ltd. unter Leitung von Victor Tsopa (Vice President Air Moldova, vormals Verkehrsminister von Moldawien) trat im Oktober überraschend als neuer Investor auf. Es schien zunächst, als sei die Firma damit gerettet. Allerdings stellte sich heraus, dass Herr Tsopa über keine finanziellen Mittel verfügte und trotz Bemühungen nicht in der Lage war, entsprechende Finanzmittel beizusteuern. Durch die öffentlichen Ankündigungen Herrn Tsopas, das Geschäftsmodell der Airline zu ändern und zukünftig nur noch Flugzeuge zu verleasen, brach der Aero Flight in der Folge das komplette Winterfluggeschäft weg. Der Vertrag mit Herrn Tsopa wurde von den Alt-Gesellschaftern der Aero Flight nach drei Wochen wieder rückgänging gemacht und ein neuer Investor, die isländische Avion Group kam ins Gespräch. Die Übernahmeverhandlungen mit der Avion Group scheiterten jedoch mangels rechtzeitiger Zusage eines einzelnen Gesellschafters der Aero Flight. Andere Investoren waren nicht finanzkräftig genug bzw. nicht bereit, in die Fluggesellschaft zu investieren.
Einem internen Schreiben zufolge werden von Seiten der Geschäftsführung der Aero Flight die Ereignisse rund um Herrn Victor Tsopa als Hauptursachen der Insolvenz angesehen.
Die Mitteilungen in der Presse, von der Insolvenz wären 300 Mitarbeiter betroffen stimmen nicht ganz. Die Aero Flight verfügte nur über wenige eigene Mitarbeiter. Alle anderen Mitarbeiter waren bei einer anderen Gesellschaft angestellt, die das Personal an die Aero Flight verleast hatte. Auch diese Personalleasing-Firma hat einen Insolvenzantrag gestellt.
Übernahme durch Avion Group
Die isländische Avion Group übernahm die insolvente Aero Flight unter neuem AOC und nahm den Flugbetrieb im Sommer 2006 unter dem Namen Star XL wieder auf.
Flotte
Die Aero Flight-Flotte bestand aus folgenden Typen:
* 4x Airbus - A320
* 2x Airbus - A321
Siehe auch
Liste ehemaliger Fluggesellschaften
Liste der Flugzeugtypen
Weblinks
• Website über den ersten Flugbegleiterlehrgang von Aero Flight
• Avion Group News

