Adolph Thiem
Adolph Thiem (26. Juli 1832 in Halle (Saale); ? 30. September 1923 in Stresa) war ein deutscher Börsenmakler und Kunstsammler.Adolph Thiem verdiente sein Geld vorwiegend als Börsenmakler und kam früh zu Wohlstand. Er gehörte zur Generation der ersten Berliner Kunstsammler und erwarb bereits in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts eine Reihe von Gemälden. Neben Werken der Schule von Barbizon sammelte er vor allem Arbeiten von Karl Gussow, Ludwig Knaus und Adolph Menzel. Mit seinem Umzug in ein neues Domizil, die nach ihm benannte Villa Thiem in Niederschöneweide, richtete er sein Augenmerk mehr auf dekorative alte Kunst und kaufte neben Renaissance- und Rokokomöbelnmöbeln aus Italien, Deutschland, Frankreich und den alten Niederlanden auch eine umfangreiche Sammlung alter persischer Teppiche und Gemälde von vorwiegend holländischen und flämischen Meistern des 17. Jahrhunderts. Bei den Erwerbungen der Gemälde wurde er von Wilhelm von Bode beraten. Zum Bestand der Gemäldesammlung gehörten Arbeiten von Jacob Adriaensz. Backer, Dierick_Bouts_d._Ä, Corneille de Lyon, Carlo Crivelli, Anthonis van Dyck, Jan Fyt, Jan van Goyen, Willem Claesz. Heda, Willem Kalf, Hans Memling, Abraham Mignon, Isaac van Ostade, Rembrandt, Jacob van Ruisdael, Frans Snyders und David_Teniers_d._J. und Jan Cornelisz. Verspronck.
In den 80er Jahren des 19, Jahrhunderts, beschloss er, sich in San Remo zur Ruhe zu setzen. Während das Mobiliar weitgehend versteigert wurde, nahm er die Gemälde mit. 1904 wurden die wichtigsten Stücke der Gemäldesammlung Alter Meister für die Berliner Museen zu einem symbolischen Preis von 490.000 Mark erworben, nachdem Thiem anfänglich 2 Millionen Mark haben wollte und diese auf dem internationalen Kunstmarkt auch bekommen hätte. Seit 1896 war Thiem Mitglied im Kaiser Friedrich-Museums-Verein und später auch der Kunstgeschichtlichen_Gesellschaft.
Quelle
*Sven Kuhrau: Der Kunstsammler im Kaiserreich. Kunst und Repräsentation in der Berliner Privatsammlerkultur. Ludwig, Kiel 2005, ISBN 3937719202

