Adolph Hoffmann
Adolph Hoffmann (22. März 1858 in Berlin; ? 1. Dezember 1930 ebendort) war ein sozialistischer Politiker.Leben
Hoffmann war Sohn eines Tuchmachers und absolvierte eine Ausbildung als Graveur und als Vergolder und schloss sich früh (1876) der SPD an. Seit den 1880er Jahren war Hoffmann führender Parteifunktionär in Berlin. Von 1890 bis 1893 war er als Redakteur bei sozialdemokratischen Zeitungen in Zeitz und Halle tätig, anschließend als Buchhändler in seiner Heimatstadt.
Hoffmann war führend in der Agitation der Sozialdemokratie gegen die Kirchen, als Verfasser der Schrift Die zehn Gebote und die besitzende Klasse (1891) wurde er auch ?Zehn-Gebote-Hoffmann? genannt. Ab 1900 Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung wurde er 1904 in den Reichstag gewählt, dem er zunächst bis 1906 angehörte. Im Jahr 1908 wurde er außerdem in den preußischen_Landtag gewählt und gehörte damit zu den ersten acht sozialdemokratischen Abgeordneten überhaupt, die trotz des Dreiklassenwahlrechts in den Landtag einziehen konnten. Seine Reden in den Parlamenten waren durch Schärfe und Witz bekannt.
Er, der zeitweise auch die Berliner Parteiorganisation leitete, gehörte zum linken Flügel der SPD und war 1917 Mitbegründer der USPD. Während der Novemberrevolution wurde er preußischer Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung (bis Januar 1919). Seine in dieser Zeit gemachten antikirchlichen Äußerungen haben im katholischen_Milieu die Furcht vor einem neuen Kulturkampf geweckt und waren ein Grund für den Mobilisierungserfolg der Zentrumspartei bei den Wahlen zur Nationalversammlung.
Auch in der USPD gehörte Hoffmann zum linken Flügel und wurde für dieser Partei 1920 erneut in den Reichstag gewählt. Nach der Spaltung der USPD bis zur Vereinigung mit der KPD übernahme er gemeinsam mit Ernst Däumig den Parteivorsitz und wurde anschließend Mitglied des ZKs der (V)KPD. Hier zum Parteiflügel um die Vorsitzenden Paul Levi und Ernst Däumig gehörend, trat er bald von seinen Ämtern zurück, schloss sich der Levis Kommunistischer_Arbeitsgemeinschaft (KAG) an und kehrte mit dieser 1922 zunächst in die USPD und zum Ende des gleichen Jahres mit der Mehrheit der Partei in die SPD zurück.
Literatur
* Wilhelm Heinz Schröder: Sozialdemokratische Parlamentarier in den deutschen Reichs- und Landtagen 1867 - 1933. Biographien, Chronik und Wahldokumentation. Ein Handbuch. Düsseldorf, 1995. ISBN 3-7700-5192-0 S.512
Weblinks
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