Adolf Weber
Geheimrat Adolf Weber (29. Dezember 1876 in Mechernich; ? 5. Januar 1963 in München) war ein deutscher Nationalökonom.Leben
Adolf Weber lehrte ab 1908 in den Universitäten Köln, Breslau ? dort gründete er das Osteuropa Institut ?, Frankfurt_a._M., bis er 1921 Max Weber auf dem Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre der Universität_München folgte, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1948 innehatte.
Beeinflusst durch den wachsenden Totalitarismus zur Zeit des Ersten_Weltkrieges, prägte er den Begriff der Gesamtverapperatisierung der Gesellschaft durch den Versuch, auch das Soziale technokratisch mittels einer wertfreien Wissenschaft im Sinne Max Webers zu steuern. Er kritisierte sowohl den Nationalsozialismus als auch die sowjetische Planwirtschaft und setzte sich in seiner Rolle als öffentlicher Intellektueller immer wieder für die Idee der freien_Marktwirtschaft ein. Schon im Jahr 1910 schrieb er: "Ein fast phantastischer Glaube an die Allmacht der öffentlichen Gewalt auf sozialem Gebiet, insbesondere ein über das Maß hinausgehender Glaube an die Wunderkraft der Gesetzesschablone und der Steuerschraube drängt sich immer mehr vor".
Seine wirtschaftspolitischen Entwürfe bildeten in der Nachkriegszeit für Müller-Armack, Fritz Schäffer und Ludwig Erhard eine wichtige Grundlage für die wirtschaftlichen Neuordnung Deutschlands als Soziale Marktwirtschaft.
1963 wurde ein Gymnasium in München nach ihm benannt, das einzige öffentliche Gymnasium der Landeshauptstadt mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt.
Werke
*Der Kampf zwischen Kapital und Arbeit. Versuch einer systematischen Darstellung mit besonderer Berücksichtigung der gegenwärtigen deutschen Verhältnisse (1910)
Prof. Dr. Adolf Weber: Die Lohnbewegung der Gewerkschaftsdemokratie. Ein antikritischer Beitrag zum Gewerkschaftsproblem, 72 Seiten, erschienen in: Kölner Studien zum Staats- und Wirtschaftsleben, Heft 7, Bonn 1914.
Prof. Dr. Adolf Weber: Der neue Keynes. Eine allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes, erschienen in: Bank Archiv, Nr. 12 vom 15. März 1937, S. 279-286 (mit Verweis auf einen Zusammenhang von Rassenhygiene und Volkswirtschaft auf S. 284).
Links
• Homepage des Adolf-Weber-Gymnasiums

