Adolf Burger
Adolf Burger (12. August 1917 in Großlomnitz, Österreich-Ungarn) ist Buchdrucker, Autor und Journalist. Burger war als Häftling in der Geldfälscherwerkstatt_(Unternehmen_Bernhard) im Konzentrationslager Sachsenhausen.Leben
Burger wurde in der Hohen Tatra geboren und lebte später in Poprad. Im August 1942 wurde er zusammen mit seiner Frau Gisela und Juden aus ?politischen? Gründen verhaftet und in das KZ Auschwitz verschleppt. Seine Frau wurde im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet.
Als gelernter Buchdrucker und Setzer wurde Adolf Burger auf Befehl des Sicherheitsdienstes der SS zwei Jahre später in die Fälscherwerkstatt (Blocks 18 und 19) des KZ Sachsenhausen bei Berlin kommandiert, wo in großen Mengen englische Pfundnoten, jugoslawisches Partisanen-Geld, sowjetische Ausweise, brasilianische Pässe, Soldbücher, Briefmarken und Formbriefe, wie beispielsweise die des Palästina-Amtes in Genf, gefälscht wurden. Die von SS-Sturmbannführer Naujocks konzipierte, von Heydrich zu einer Führer-Vorlage erweiterte und von Himmler und Hitler abgestimmte Aktion Bernhard ging als ?größte Fälscherwerkstatt? in die Weltgeschichte ein. Die Fälscherwerkstatt wurde vor den herannahenden Alliierten zu Kriegsende zuerst nach Mauthausen und dann in ein Außenlager des im österreichischen Salzkammergut gelegenen KZs_Ebensee verlagert. Dort wurde Burger, Häftling Nr. 64 401, am 5. Mai 1945 durch US-amerikanische Truppen befreit. Er kehrte in die Tschechoslowakei zurück und erreichte am 20. Mai 1945 Prag. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Poprad musste er feststellen, dass seine Mutter vier Wochen vor Ende des Krieges in das Konzentrationslager_Ravensbrück und der Vater nach Sachsenhausen deportiert worden und umgekommen waren.
Noch im hohen Alter besucht er Jugendliche an ihren Schulen, um seine Lebensgeschichte zu erzählen.
2006 wurde der Spielfilm "Die Fälscher" gedreht, der 2007 auf der Berlinale uraufgeführt wurde und im März in Deutschland und Österreich erschien. Das Drehbuch basiert auf den Erinnerungen Adolf Burgers an seine Zeit in Sachsenhausen.
Adolf Burger ist engagiert im Internationalen_Sachsenhausen-Komitees.
Schriften
* 1945, Nummer 64401 erzählt (Heft auf tschechisch, bereits mit Fotos aus Ebensee, die kurz nach der Befreiung entstanden waren)
* Des Teufels Werkstatt, nach 1951.
* "Unternehmen Bernhard. Die Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen", Edition Hentrich, 1996, ISBN 3894680563
*"Des Teufels Werkstatt", Verlag Neues Leben, Berlin, 1997, ISBN 3355014869
* "Des Teufels Werkstatt. Die Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen. Zum Fälschen gezwungen. Ein Tatsachenbericht.", Hentrich & Hentrich Berlin 2006 (erw. Auflage), ISBN 393347180X
Literatur
* Andreas Austilat: [http://www.tagesspiegel.de/sonntag/archiv/04.02.2007/3056140.asp Krieg der Scheine]. In: Der Tagesspiegel, Berlin, vom 04. Feb. 2007
* Evelyn Finger: Geld oder Leben. In Die Zeit, 08. Feb. 2007 Nr. 07
* Lawrence Malkin: Hitlers Geldfälscher. Lübbe, Bergisch Gladbach, 319 S., ISBN 3785722494. [http://www.fh-kehl.de/zeitung/rezensionen/2006/malkin-cornwell.htm Rezension in der Zeitung der Fachhochschule Kehl]
* Wegener, Franz: Der Alchemist Franz Tausend. Alchemie und Nationalsozialismus, Kapitel 5.3: Vom Gold- zum Geldmachen: Himmlers Fälscherwerkstatt, KFVR, Gladbeck 2006, ISBN 3931300188
• Der Falschmünzer. In: Jüdische Zeitung, März 2007
Weblinks
*
• Biografie Adolf Burgers
• Adolf Burger am 10. 5. 2005 im Gymnasium Neumünster
• Bericht über Adolf Burger auf jungle-world.com
• "Adolf Burger" (zdf mediathek, auch mit Foto)
• universumfilm: Die Fälscher
• Geld oder Leben, Der Berlinale-Wettbewerbsfilm "Die Fälscher" erzählt eine unglaubliche Geschichte aus der Nazizeit. Adolf Burger hat sie erlebt., von Frank Junghänel

