Adolf Aber
Adolf Aber (28. Januar 1893 in Apolda, ? 21. Mai 1960 in London) war ein deutscher Musikwissenschaftler und Kritiker.Leben
Aber verlebte seine Kindheit in Apolda, wo sein Vater Emmanuel Aber ein Herrenkonfektionsgeschäft führte. Die Familie war jüdischer Herkunft. Schon früh erkannte man seine besondere musikalische Begabung. 1911 legte er als Primaner auf dem Realgymnasium Weimar sein Abitur ab, was ihm in Apolda erst mit Vollreife 1914 möglich gewesen wäre. Im gleichen Jahr ging er an die Berliner Universität. Hermann Kretschmar (1848 - 1924) wurde sein Lehrer. Seine Doktorarbeit wurde als so bedeutend eingestuft, dass sie 1921 in Buchform erschien. 1919 siedelte Aber nach Leipzig über, wo er für die "Leipziger_Neuesten_Nachrichten" als Kritiker tätig war und einige seiner wichtigsten Buchpublikationen erschienen. Er schloss mit vielen Komponisten, wie z. B. Richard Strauss Freundschaft. mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte Aber mit seiner Frau Mignon Aber, geb. Platky, nach London. Er wurde Mitarbeiter, später Verlagsdirektor, des heute noch existierenden Musikverlags "Novello & Co." und machte sich insbesondere durch die Förderung deutscher Musik im Ausland verdient, was durch die Ablehnung der Engländer gegen alles Deutsche nicht einfach war.
Für seine Leistungen wurde er 1958, zu seinem 65. Geburtstag, mit dem Großen_Verdienstkreuz durch Bundespräsident Theodor Heuss ausgezeichnet. Im Anschluss wurden er und seine Frau durch Königin Elisabeth II. empfangen.
Die Stadt Apolda ehrte sein Andenken 1992 mit der Umbenennung der ehemaligen Philipp-Müller-Straße in Adolf-Aber-Straße.
Werke
1921 Doktorarbeit "Die Pflege der Musik unter den Wettinern und wettinischen Ernestinern von den Anfängen bis zur Auflösung der Weimarer Hofkapelle 1662"
1922 "Handbuch der Musikliteratur in systematisch-chronologischer Anordnung" (erschien 1967 in Hildesheim als Reprint)
Weblinks
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