Stephanus-Stiftung
Die Stephanus-Stiftung ist eine am Weißen_See in Berlin gelegene Einrichtung zur Betreuung von pflegebedürftigen und geistig behinderten Menschen.Aus den Vorgängern Stiftung Bethabara, Stiftung Bethabara-Beth-Elim und Adolf-Stoecker-Stiftung entstanden, ist sie eine der ältesten karitativen Einrichtungen dieser Art. Seit der Stiftungsgründung befindet sie sich auf dem Gelände der Albertinenstraße 20-23 in Berlin-Weißensee.
Gründung
Im Jahre 1878 gründete der evangelische Pfarrer Ernst Gottlieb Georg Berendt die Stiftung Bethabara ("Jordanfurt in der Nähe der Taufstelle Jesu"). Er erwirbt ein Grundstück mit Haus an der Albertinenstraße und stellt es als "Zufluchtsheim" zur Verfügung, um aus der Haft entlassenen Frauen zu helfen, im Leben wieder Fuß zu fassen.
Erweiterung
In den Jahren von 1878 bis 1919 werden weitere Einrichtungen auf dem ursprünglichen und hinzuerworbenen benachbarten Grundstücken errichtet. So wird eine Entbindungsstation, ein "Versorgungshaus" für ledige Mütter, ein Station für geschlechtskranke Frauen und ein Wohnheim mit Lehrküche aufgebaut.
Die Anfangs unter jeweils eigenem Namen errichteten Gebäude werden 1902 unter dem gemeinsamen Namen Bethabara-Beth-Elim-Stiftung geführt.
Unter der Leitung von Pfarrer Ernst Berendt, des Sohnes von Ernst Gottlieb Georg Berendt, der nach dessen Tod im Jahre 1919 die Leitung der Stiftung übernommen hatte, wurde im Jahre 1931 ein Kleinstkinderheim errichtet.
1928 errichtet die Stiftung das erste homöopathische Krankenhaus in Deutschland. Im gleichen Jahr wird in Bad Freienwalde ein Übergangsheim für gesundheitlich schwache und pflegebedürftige Mädchen in Betrieb genommen.
Während des Nazi-Regimes
• musste die Stiftung 3 Häuser an die NS-Studentenschaft] abtreten.
• wird Pastor Theodor Wenzel] als neuer Leiter der Stiftung vom Provinzial-Ausschuß für [[Innere Mission der Provinz Brandenburg eingesetzt.
1940 scheidet Ernst Berendt aus der Stiftung aus und übernimmt ein Pfarramt in Baden-Baden. Im Zuge der "Ausmerzung jüdischer Namen" wurde die Stiftung 1941 umbenannt in Adolf-Stoecker-Stiftung. Ernst Berendt wird in das KZ Dachau verschleppt, weil er sich für verfolgte Christen, insbesondere auch für Martin Niemöller, und Juden einsetzte und wo er im Jahre 1942 stirbt.
Nach dem Kriegsende
Im April 1945 wird Berlin-Weißensee von der Roten_Armee befreit. Die Soldaten belegen die Gebäude der Stiftung obwohl die Häuser der Stiftung fast alle beschädigt sind. Ab Ende 1945 nimmt jedoch die Entbindungsstation wieder ihre Arbeit auf.
1947 wird Pastor Heinz Beuster (* 1913) bis zu seinem Tod 1949 zum Leiter der Stiftung. Im gleichen Jahr ziehen die sowjetischen Soldaten ab.
1948 gibt die Stiftung heimatlosen älteren Menschen ein neues Zuhause.
Mit Zustimmung der sowjetischen Kommandantur wird das Gelände der Stiftung zum Tagungsort für die Generalsynode der Evangelischen_Kirche_in_Deutschland erklärt.
In der DDR
1950 wird Pastor Willi Federlein zum neuen Leiter der Stiftung berufen. Im April 1950 findet die Weißenseer Friedenssynode auf dem Gelände der Stiftung statt.
In der DDR entwickelt sich die Stiftung zur ökumenischen Tagungs- und Begegnungsstätte für Menschen aus Ost und West.
Ab 1951 werden weitere Heime durch die Stiftung übernommen.
* Alten- und Pflegeheim in der Breestpromenade in Berlin-Friedrichshagen,
* Alten- und Pflegeheim Hagental in Gernrode,
* Säuglings- und Kleinstkinderheim in Eggersdorf (bei Strausberg)
* Ulmenhof mit Alten- und Pflegeheim in Berlin-Friedrichshagen
* Alten- und Pflegeheim in der Adlershofer Straße in Berlin-Köpenick
* Alten- und Pflegeheim in Berlin-Buchholz
* Haus am Werlsee in Grünheide
1963 Wird die Stiftung in Stephanus-Stiftung umbenannt, nach dem Namen des Apostels Stephanus.
In den 70er Jahren wird die Fürsorge für geistig behinderte Menschen intensiviert. Von der Stiftung werden übernommen:
* das "Dorotheahaus" in der Parkstraße 24-26
* "Waldhaus" in Bad Freienwalde
* "Haus Sonnenblick" in Biesenthal
* "Haus am See" in Brüssow
* "Haus Waldsee" in Grünheide
* "Im Sonnenwinkel" in Haßleben
* "Heilbrunn" bei Brunn
* "Marienhaus" in Rüdersdorf bei Berlin
* "Waldhof" in Templin
* "Haus im Wind" in Marwitz
* "Haus Meeresfrieden" in Heringsdorf
* Pfarrhaus in Groß Upahl bei Güstrow
1979 geht der bisherige Leiter, Pastor Willi Federlein in den Ruhestand. Er wird abgelöst durch Pastor Werner Braune.
1984 wird das Zweite Zentrale Sportfest des Diakonischen_Werkes in der DDR für Menschen mit geistiger Behinderung ausgerichtet.
1985 Die Stiftung entwickelt und vertreibt das Spiel "Benennen-Erkennen-Ordnen-Spielen-Gestalten".
Nach der Wende
Nach der Wende im Jahre 1989 erweitert die Stiftung ihre Tätigkeit auf dem Gebiet der Sorge und Betreuung geistig behinderter Menschen:
* "Stephanus-Schule" für geistig Behinderte in der Parkstraße in Berlin-Weißensee
* "Laurentiusschule" für geistig Behinderte in Bad Freienwalde
* "Werkstatt für Behinderte Heilbrunn" in Brunn
* "Waldhofschule" in Templin
* "Laurentiusschule " in Cöthen
* "Trainingswohnung für Menschen mit geistiger Behinderung" in Biesenthal
* Alten- und Pflegeheim Brüssow, Grimmer Weg
* Alten- und Pflegeheim Bad Freienwalde, Beethovenstraße
* Frühförder- und Beratungsstelle in Templin
* "Zweite Abteilung der Werkstatt für Behinderte Heilbrunn" in Neuruppin
* "Dritte Abteilung der Werkstatt für Behinderte Heilbrunn" in Dosse-Park
* Werkstatt für Behinderte" in Kyritz
* Wohnhaus "Bethesda" in Rüdersdorf
* Wohngemeinschaften für Menschen mit geistiger Behinderung werden eingerichtet
* "Betreutes Einzelwohnen" von Menschen mit geistiger Behinderung wird ermöglicht
* Alten- und Pflegeheim "Daniel Vergara" in Berlin-Köpenick
* Alten- und Pflegeheim "Alberto Corvalan" in Berlin-Köpenick
* Wohnstätte des "Betreutes Wohnens" in Altranft
* Alten- und Pflegeheime "Haus am Werlsee" in Grünheide wird errichtet
2001 geht Pastor Werner Braune in den Ruhestand. Seine Nachfolge übernimmt Pastor Torsten Silberbach.
Stiftungsleiter
*1878 - 1919: Pfarrer Ernst Gottlieb Georg Berendt
*1919 - 1938: Pfarrer Ernst_Berendt
*1938 - 1945: Pastor Theodor Wenzel
*1947 - 1949: Pastor Heinz Beuster
*1950 - 1979: Pastor Willi Federlein
*1979 - 2001: Pastor Werner Braune (Pastor)
*ab 2001: Pastor Torsten Silberbach
Weblinks
[http://www.stephanus-stiftung.de/ Stephanus-Stiftung]

