Adjuvans (Pharmakologie)
Ein Adjuvans, Mehrzahl Adjuvantien oder Adjuvanzien (lat., von adjuvare, ?unterstützen?, ?helfen?) ist in der Pharmakologie und Labormedizin ein Hilfsstoff, der die Wirkung anderer Reagenzien oder anderer Bestandteile eines Arzneimittels verstärkt, etwa ein Lösungsvermittler oder Emulgator (beispielsweise Freund-Adjuvans). Ein reines Adjuvans sollte darüber hinaus keine eigene pharmakologische Wirkung haben bzw. möglichst wenig unerwünschte Nebenwirkungen zeigen.
Immunologie
In der Immunologie werden Adjuvantien eingesetzt, um die Immunantwort auf einen gegebene Substanz unspezifisch zu steigern. Das heißt, dass für die spezifische Immunanwort das Antigen, für die Stärke der Antwort im Wesentlichen das Adjuvans verantwortlich ist. Dabei gilt die Regel, dass zum Erzielen des erwünschten Effekts die Hilfswirkung eines Adjuvans umso mehr benötigt wird, je kleiner das in Frage kommende Antigen ist. Dies gilt nicht für Lebendimpfstoffe und bakterielle Ganzkeim-Vakzine, die zum Erzielen einer entsprechenden Immunantwort keine Adjuvantien benötigen. [http://www.pharmazeutische-zeitung.de/fileadmin/pza/2002-04/titel.htm Klaus-Jürgen Steffens, Bonn: Impfstoffe]
In Impfstoffen werden als Adjuvantien folgende Substanzen eingesetzt:
Aluminiumhydroxid
MF 59
Polygelin
Virosomen
Pharmakologie
Ein Beispiel für ein Adjuvans ist Koffein, welches nur einen minimalen schmerzlindernden Effekt hat, aber zusammen mit Paracetamol dessen Wirkung verstärkt.
Im allgemeinen medizinischen Sprachgebrauch ist ein Adjuvans auch ein Medikament, welches einem anderen Therapeutikum als untergeordnetes Hilfsmittel beigefügt wird, ohne selbst Hauptwirkungsträger zu sein (meist vorbeugend gegen Nebenwirkungen des Hauptwirkstoffes, beispielsweise Antiemetika bei Opioiden oder Protonenpumpenhemmer bei Rheumamedikamenten.)
Quellen
Weblinks
* http://www.pharmazeutische-zeitung.de/fileadmin/pza/2002-04/titel.htm

