Adiabatische Erreichbarkeit
Die adiabatische Erreichbarkeit von Gleichgewichtzuständen ist ein Grundbegriff der phänomenologischen Thermodynamik. Der Zustand Y eines thermodynamischen Systems ist ausgehend von dem Zustand X adiabatisch erreichbar, wenn es möglich ist, das System unter Zuhilfenahmeeiner Apparatur und eines Gewichts so aus dem Zustand X in den
Zustand Y zu überführen, dass die Apparatur am Ende des
Prozesses in ihren Ausgangszustand X zurückkehrt, während das
Gewicht seine Lage im Schwerefeld geändert haben kann. Diese Definition
baut auf Überlegungen von Max Planck auf.
Die adiabatische Erreichbarkeit bildet die Grundlage für eine axiomatische Formulierung der phänomenologischen Thermodynamik, die im Jahre 1999 von den Physikern Elliott_Lieb und Jakob Yngvason vollendet worden ist. Näheres ist in der Originalarbeit The Physics and Mathematics of the Second Law of Thermodynamics[http://de.arxiv.org/abs/cond-mat/9708200] Elliott H. Lieb, Jakob Yngvason: The Physics and Mathematics of the Second Law of Thermodynamics, Phys. Rep. 310, 1-96 (1999) zu finden.
Die Lieb-Yngvason-Theorie bietet eine einfache physikalische Interpretation der Entropie als ein Maß für die adiabatische Erreichbarkeit
von Gleichgewichtszuständen thermodynamischer Systeme.

