Adelaide Ristori
thumb|Adelaide_RistoriAdelaide Ristori (26. Januar 1818 oder 29. Januar 1822 in Cividale, Friaul; ? 8. Oktober 1906 in Turin) war eine Schauspielerin.
Ristori war die Tochter eines Schauspielerpaares und trat bereits als Kind mit ihren Eltern auf. Ihren ersten größeren Erfolg erzielte sie um 1835 in der Hauptrolle von "Francesca da Rimini" (Silvio Pellico). Um 1840 schloß sich Ristori in Parma dem herzoglichen Ensemble an und hatte dort auch als "Maria Stuart" (Friedrich Schiller) ihren künstlerischen Durchbruch.
1847 heiratete Ristori den Marchese Giuliano Capranica del Grillo. Mit ihm hatte sie einen Sohn: Marquese Giorgio Capranica del Grillo. Bis 1850 pausierte sie und widmete sich in diesen Jahren nur ihrer Familie. Ab Herbst 1850 ging Ristori wieder auf Tournee und machte damit ihrer Kollegin Rachel Felix Konkurrenz.
In Paris hatte Ristori in der Rolle der "Myrrha" (Vittorio Alfieri) außerordentlichen Erfolg und diesen Erfolg konnte sie in den Theatern von Berlin, London und Wien fortsetzen. 1857 trat sie mit gleichem Erfolg in Spanien, 1860 in Holland, 1861 in Russland auf. Einen ihrer größten Erfolge erzielte sie in der Hauptrolle von "Medea" (Ernest Legouvé). Dieses Werk war ebenso wie Legouvés "Beatrix" von Giuseppe Montanelli nicht nur übersetzt, sondern ihr geradezu auf den Leib geschrieben worden.
1864 feierte sie Triumphe in Konstantinopel, 1867 in den Vereinigten Staaten, worauf sie Mittel- und Südamerika, Anfang der 70er Jahre Australien und England, 1879 und 1880 Deutschland und Schweden besuchte.
Ihre Gestalten zeichneten sich durch tiefe Innerlichkeit und packende Glut der Leidenschaft aus.
Werke
* Ricordi e studi artistici, Roux, Turin 1887
Literatur
* Henry Knepler: The gilded stage. The lives and careers of four great actresses, Rachel Félix, Adelaide Ristori, Sarah Bernhardt and Eleonora Duse, Constable, London 1968
Liliana Naldini: Adelaide Ristori. La marchesa del Grillo, un'attrice del risorgimento, Alzani, Turin 2000, ISBN 88-8170-137-5

