Adel verpflichtet (Film)
Adel verpflichtet ist ein britischer Spielfilm aus dem Jahr 1949. Das Drehbuch stammt von John Dighton und Robert Hamer und basiert lose auf dem Roman Israel Rank von Roy Horniman, welcher zur Zeit der Jahrhundertwende spielte und von den beiden Drehbuchautoren zu einer schwarzen_Komödie über den Serienmord an einer adligen Familie umgeschrieben wurde.
Handlung
Louis Mazzini D'Ascoyne, Herzog von Chalfont, sitzt unschuldig, für den einzigen Mord den er nicht begegangen hat, in der "Todeszelle" und schreibt seine Memoiren. Es ist die letzte Nacht vor seiner Hinrichtung. Dabei erinnert er sich zurück...:
Die Mutter von Louis Mazzini wuchs als Tochter des Herzogs von Chalfont, Oberhaupt der adelsstolzen Familie D'Ascoyne, auf. Nachdem sie aber mit einem Opernsänger durchbrannte wurde sie ? und damit auch ihr Sohn Louis ? von der Familie verbannt. Immer wieder zeigt sie aber dem kleinen Louis den Stammbaum ihrer Familie und weist ihn auf seine noble Herkunft hin und besonders den Umstand, dass dem Hause D'Ascoyne das königliche Recht verbrieft wurde, den Herzogstitel auch an weibliche Mitglieder der Familie zu vererben, wenn keine männlichen zur Verfügung stehen. Beim Tod seiner Mutter bittet Louis den Herzog in einem Brief, er möge ihr die letzte Ruhe in der Familiengruft auf Chalfont gewähren; der Brief bleibt unbeantwortet.
Und so beschließt Louis, sich an der snobistischen Sippe zu rächen, und der nächste Herzog von Chalfont zu werden. Dies kann er aber nur erreichen, wenn er den Herzog, sowie jeden Nachfolger der zwischen ihm und dem Titel steht, beseitigt. Danach ginge der Titel an seine Mutter, nach ihrem Tod folglich an Louis. So sieht er sich gezwungen sämtliche hinderlichen Verwandten (alle brillant gespielt von Alec Guinness) zu beseitigen.
Zwei Nachfolger sterben eines natürlichen Todes, bevor Louis Gelegenheit hat, ihnen bei ihrem vorzeitigem Ableben behilflich zu sein. Verblüffender Weise gelingt es ihm immer, alle Morde so durch zu führen, dass sie tatsächlich wie Unfälle oder natürliche Todesursachen aussehen. So wird er z B, als alle anderen Erben des Titels verstorben sind, vom Herzog auf die Jagd eingeladen und erschießt diesen, als er sich in einer seiner eigenen Jagdfallen verfängt.
Als er später verhaftet wird, fragt er sich nachdenklich in seiner Zelle, bei welchem seiner Morde ihm ein Fehler unterlaufen sein könnte. Zu diesem Zweck verfasst er in der Nacht vor seiner Hinrichtung seine Memoiren.
Tatsächlich ist es aber so, dass der Mann, den Louis angeblich ermordet haben soll, Selbstmord begangen hat. Da sie Louis erpressen will, lässt dessen Frau (sie war Louis' Geliebte, derer er sich im Hinblick auf den Herzogtitel, kurz zuvor entledigt hatte) den Abschiedsbrief des Selbstmörders verschwinden und erklärt Louis, dass sie ihn "zufällig wieder finden würde", wenn Louis sie dafür zur Herzogin macht! Er willigt ein und wird Minuten vor seiner Hinrichtung frei gelassen.
Als er aus der Gefängnistür tritt erinnert er sich plötzlich seiner Memoiren, in denen er alle seine Morde bis ins kleinste Detail niedergeschrieben hat. Die Kamera fährt zurück in die Zelle und zeigt die am Morgen fertiggestellten Memoiren auf dem Tisch der Zelle. Mit dieser Einstellung endet der Film.
Hintergrund
Der englische Originaltitel des Films ist Kind Hearts and Coronets, eine Anspielung ; in Frankreich hieß der Film Noblesse oblige, also ebenfalls Adel verpflichtet wie in Deutschland.
Der Film wurde im Jahr 2000 von den Lesern der Filmzeitschrift Total Film auf den 25. Platz der besten Komödien aller Zeiten gewählt und landete 2004 ? ebenfalls bei einer Umfrage von Total Film ? auf dem siebten Platz der besten britischen Filme aller Zeiten.
Obwohl der Film später einer der Lieblingsfilme von Produzent Michael Bacon wurde, war er zur Zeit der Entwicklung des Filmes von dessen Erfolg nicht überzeugt und nannte ihn gar ?unverkäuflich?.
Auszeichnungen
Der Regisseur Robert Hamer wurde 1949 mit Adel verpflichtet für den Goldenen_Löwen der Filmfestspiele von Venedig nominiert. Der Film wurde zudem ein Jahr später für einen BAFTA-Award als Bester Britischer Film nominiert.
Kritiken
* "Klassiker der schwarzen Filmkomödie, der von der chamäleonhaften Verwandlungskunst des Hauptdarstellers (...) ebenso lebt wie von der skurrilen Logik des Drehbuchs." (Wertung: außergewöhnlich) - Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon ?Filme im Fernsehen? (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 21
Literatur
* Roy Horniman: Israel Rank. Die Autobiographie eines Verbrechers.(Verkürzte autorisierte Übersetzung aus dem Englischen von Vera Fleischmann.) Hermann Paetel, Neu-Finkenkrug bei Berlin 1927
* Michael Newton: Kind Hearts and Coronets. BFI film classics. BFI Publ., London 2003, 87 S., ISBN 0-85170-964-8
Weblinks
*
• Linkverzeichnis zum Film (engl.)

