Adam Dreyling
Adam Dreyling war ein bedeutender Kanonengießer des 16. Jahrhunderts. Sein Handwerk erlernte er in Innsbruck bei seinem Onkel Hans Christoph Löffler. Er hatte dort als Geselle fünf Jahre lang gearbeitet. Die österreichischen Geschütze aus dem Hause des berühmten Tiroler Gießergeschlechts Löffler besaßen eine unvergleichliche Präzision, Reichweite und Durchschlagskraft. Die Besonderheit der Kanonen aus Tirol lag an der speziellen Legierung und Gusstechnik. Die Kanonen wurden aufrecht in den Boden gegossen. Damit wurde die Dichte der Kanone am Pulverlader größer, was die Festigkeit erhöhte. Nach dem Guss ließ man sie zwei Wochen lang abkühlen. Die Gusstechnik war streng geheim, doch Dreyling gelang es, sich die Gusstechnik im Laufe der Jahre Schritt für Schritt (heimlich und in ihrer Gesamtheit) anzueignen. Die wertvollen Papiere mit wichtigen Aufzeichnungen, Auswertungen, Tabellen und Maßen stahl er von seinem Onkel, woraufhin er mit Hilfe des englischen Agenten William Davison 1579 über den Brenner und das heutige Südtirol bis nach Venedig flüchtete. Während seines nur wenige Wochen dauernden Aufenthalts in der Erhabenen Republik von Venedig schlug er ein verlockendes Angebot, als Geschützgießer im berühmten venezianischen Arsenal zu arbeiten, mangels eigener Perspektiven aus. Von Venedig trat er alsbald die beschwerliche Schiffsreise nach England an. Dort war Königin Elisabeth I. bemüht, so schnell wie möglich gegen die Spanier unter König Philipp II. aufzurüsten, womit ein Kanonengießer von seinem Format von unschätzbarem Wert war. In England angekommen galt es zuerst die englische Admiralität von seiner revolutionären Gusstechnik zu überzeugen. Mit der Herstellung seiner Feldschlangen, die präziser waren und über eine größere Reichweite verfügten als alles bisher Dagewesene, gelang ihm dieses Vorhaben in relativ kurzer Zeit. Dreylings Kanonen trugen letztlich 1588 maßgeblich zum Seesieg der Engländer unter Lordadmiral Charles Howard of Effingham und Vizeadmiral Sir Francis Drake über die Spanische Armada bei. Nach seiner Zeit in England ist bekannt, dass sich Adam Dreyling in der Gegend um Krakau niederließ, danach verliert sich seine Spur im Dunkel der Geschichte. Man vermutet, dass er von englischen Agenten ermordet wurde, nachdem ihm ein Verrat an der englischen Krone vorgeworfen wurde.
Literatur
* Johannes K. Soyener, Wolfram zu Mondfeld: Der Meister des siebten Siegels, Lübbe Verlag, 1994 (Dieser historische Roman basiert auf dem Leben Adam Dreylings)
Weblinks
• ZDF-Expedition*http://www.the-seventh-seal.com/

