Adalbert III. von Böhmen
Adalbert III. von Böhmen (1145; ? 8. April 1200) war Erzbischof von Salzburg und der Sohn des von Kaiser Friedrich_I. zum König erhobenen Herzogs Wladislaw_II. von Böhmen, und Gertruds, der Tochter des Markgrafen Leopold_von_Österreich.Leben
Adalbert lebte als Diakon in einem böhmischen Kloster, als er nach dem Tode seines mütterlichen Oheims Erzbischof Konrads II. von Salzburg (am 28. September 1168) einstimmig zum Nachfolger desselben gewählt, insgeheim nach Salzburg geholt und dort am 1. November 1168 inthronisiert wurde; am 15. März 1169 empfing Adalbert durch Udalrich, Patriarchen von Aquileja, die erzbischöfliche Weihe, vom Papst Alexander_III. bald danach das Pallium. Ohne von Kaiser Friedrich I. die Regalien empfangen zu haben, übte Adalbert doch alle erzbischöflichen Rechte aus; der erzürnte Kaiser ließ ihn daher, als er Pfingsten 1169 in Begleitung seines Vaters vor ihm in Bamberg erschien, nicht einmal vor; beim Erscheinen des Kaisers im Salzburgischen von seinen Ministerialen im Stich gelassen, musste Adalbert auf seine Würde verzichten und ging in die österreichischen Klöster Admont und Vorau. Bald jedoch trat er, den Verzicht widerrufend, wieder als Erzbischof im Salzburgischen auf und suchte vergebens durch Verschleuderung der Kirchengüter sich Anhänger zu gewinnen, während der Klerus, über seine Gewaltsamkeit entrüstet, mit dem Kaiser über eine Neuwahl verhandelte. Alexander III. nahm Adalbert in Schutz; ein Versuch durch Vermittlung des Erzbischofs Wichmann_von_Magdeburg (1171) mit dem Kaiser Frieden zu machen, blieb erfolglos; doch ließ sich Adalbert schließlich zur Ausstellung einer von seinem Vater unterzeichneten Verzichturkunde bestimmen, durch deren Vorweisung der Kaiser aus einem im Februar 1172 zu Salzburg gehaltenen Tage die Intriguen, durch welche Adalbert sich der angelobten Stellung vor einem Fürstengerichte wieder zu entziehen suchte, zerriss. Durch seines Vaters Abdankung seiner Hauptstütze beraubt, von dem einsichtigen Kardinallegaten Konrad I. von Wittelsbach in seinen Willkürlichkeiten ernstlich gehindert, wusste Adalbert seine Sache doch noch bis Mai 1174 hinzuschleppen, wo er durch Spruch des Fürstengerichtes zu Regensburg förmlich abgesetzt und Propst Heinrich von Berchtesgaden statt seiner zum Erzbischof von Salzburg erhoben wurde. Alexander IIl. hielt Adalberts Sache noch aufrecht, lud ihn jedoch 1177 nach Venedig vor, damit er sich gegen die von dem Salzburger Klerus wider ihn erhobenen Anklagen verantworte. Doch musste der Papst Adalbert dem Kaiser opfern: trotz aller Gegenbemühungen Adelberts bestimmte der Venediger Friede die Absetzung desselben, stellte demselben jedoch später Entschädigung in Aussicht. Adalbert lebte nun zuerst bei Udalrich von Aquileja, dann als Propst zu Melnik in Böhmen, vom Papste durch die Legation geehrt, doch ohne Einfluss. Als aber der statt seiner zum Erzbischof von Salzburg erhobene Konrad (III.) von Wittelsbach den Mainzer Erzstuhl erhielt, wurde Adalbert am 19. September 1183 unter des Kaisers Zustimmung einstimmig wieder zum Erzbischof erwählt und hat diese Stellung bis zu seinem Tode bekleidet.
Sein Ansehen bezeugt die von ihm erwirkte Urkunde Papst Lucius III. vom 3. Dezember 1184 über die Bestätigung der Privilegien der Salzburger Kirche und namentlich deren Hoheit über das nach Unabhängigkeit strebende Bistum_Gurk. In die Reichsangelegenheiten griff Adalbert ein durch seine erfolgreiche Verwendung für König Richard Löwenherz bei dem sterbenden (26. Dezember 1194) Leopold von Österreich und durch die Beteiligung an der Wahl Philipps_von_Schwaben zum König (1198). 1186 half er seinem durch einen Aufstand aus Böhmen verjagten Bruder Herzog Friedrich wieder zur Herrschaft; griff auch in die zwischen seinen Brüdern Friedrich, Wladislaw und Premysl in Böhmen entstandenen Wirren, wie es scheint, zu Gunsten des letzten ein. Seiner Diözese stand Adalbert nach seiner Wiedererhebung mit Glanz und verdienstlich vor, doch hatte er 1196 einen Aufstand der Stadt Reichenhall gewaltsam niederzuwerfen und 1198 mit aufsässigen Ministerialen zu kämpfen, die ihn, wie es scheint, vierzehn Tage in Werfen eingeschlossen hielten und zu einem Vergleich zwangen.
Literatur
* Meiller: Regesta archiepiscoporum Salisburgensium.
Hans_Prutz:_Adalbert_III. In ADB. Band 1, S. 69. Duncker & Humblodt, Leipzig 1875-1912.
* W. Schmidt: Die Stellung der Erzbischöfe von Salzburg u. das Erzstift von Salzburg zu Kirche und Reich unter K. Friedrich I. Wien 1865.
Weblinks
• genealogie-mittelalter.de----
Dieser Artikel beruht auf dem oben genannten Artikel in der ''Allgemeinen Deutschen Biographie.

