ADAC
Der ADAC, vollständig Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V., ist Deutschlands größter Verkehrsclub. Neben dem ADAC gibt es in Deutschland noch zwei weitere große Verkehrsclubs mit vergleichbarer Ausrichtung (AvD, ACE), sowie als ökologisches Pendant den VCD.
Allgemeines
Der ADAC hatte Anfang Januar 2007 15 Mio Mitglieder. Er ist damit Europas größter und weltweit der drittgrößte Autoclub nach dem US-amerikanischen AAA und dem japanischen [http://www.jaf.or.jp/e/index_e.htm JAF] und mit 1,5 Mio. Mitgliedern die größte Motorradfahrervereinigung der Welt.
Nach seiner Satzung nimmt der ADAC die Wahrnehmung und Förderung der Interessen des Kraftfahrzeugwesens und des Motorsports wahr, widmet sich insbesondere dem Fortschritt im Straßenverkehrswesen, der Verkehrssicherheit, der Verkehrserziehung, dem Tourismus und dem Schutz der Verkehrsteilnehmer als Verbraucher.
Der ADAC nimmt für sich in Anspruch, die Interessen deutscher Auto-, Motorrad- und Bootfahrer zu vertreten. Der ADAC bietet - direkt oder über Tochterfirmen - Dienstleistungen an und produziert Stadtpläne sowie Straßenkarten. Außerdem betreibt er mehrere Fahrsicherheitszentren.
Eine der bekanntesten Dienstleistungen für Mitglieder des ADAC ist die Pannenhilfe. Da die Pannenfahrzeuge einheitlich gelb gefärbt sind, werden die Pannenhelfer auch mit dem Spitznamen ?Gelbe Engel? tituliert.
Der ADAC ist zugleich ein bedeutendes Wirtschaftsunternehmen mit einem Gesamtumsatz von (2004) rund 1,5 Milliarden Euro jährlich. Die monatlich erscheinende Mitgliederzeitschrift ADACmotorwelt ist die auflagenstärkste Zeitschrift der Welt mit knapp 14 Millionen Exemplaren im Jahr 2007 [http://www.media.adac.de/index.cgi?p=5a65697473636872696674656e&px=6d6f746f7277656c743a&tp=Leistungswerte:Auflage Auflage ADAC-Motorwelt].
Geschichte
Der ADAC wurde am 24. Mai 1903 in Stuttgart als ?Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung? gegründet und im Jahr 1911 in den ?Allgemeinen Deutschen Automobil-Club? (ADAC) umgewandelt. Im Jahr 2003 feierte der Verein seinen 100. Geburtstag [http://www.adac.de/mitgliedschaft_leistungen/motorwelt/adac_100/chronik/default.asp Vom Motorradfahrer-Verein zum Garanten für Mobilität] 1903 - 2003: das Jahrhundert des ADAC .Während des Nationalsozialismus wurden alle Kraftfahrer-Vereine und Automobilclubs in den ?Deutschen Automobil-Club? (DDAC) überführt, der neben dem NSKK bestand. ?Eine Schau für das Volk - nicht mehr. .. eine Ausstellung für die bürgerlichen, wohlhabenden Schichten. Volkskraftfahrt - das ist Kraftfahrt im Geist des Führers!? titelte man zur Automobilausstellung 1934.
Nach dem Zweiten_Weltkrieg wurde der ADAC zunächst 1946 in Bayern wieder gegründet und ab 1948 auch in den übrigen westlichen Besatzungszonen zugelassen.
An der Spitze des Vereins steht nun ein Präsident (früher 1. Vorsitzender). Folgende Personen hatten seit 1903 dieses Amt inne:
* 1903 - 1905: Emil Schmolz, erster Vorsitzender der ?Deutschen Motorradfahrer-Vereinigung? - dem Vorläufer des ADAC.
* 1905 - 1925: Josef Bruckmayer
* 1926 - 1932: Carl Fritz
* 1933: Hermann Fulle *)
* 1946 - 1948: Ludwig Sporer
* 1948 - 1953: Hans Meyer-Seebohm
* 1953 - 1964: Werner Endress
* 1964 - 1972: Hans Bretz
* 1972 - 1989: Franz Stadler
* 1989 - 2001: Otto Flimm
* 2001 - heute: Peter Meyer
*) Letzter freier Präsident vor der Eingliederung in den DDAC
Bild:Postbote um 1900.jpg/'>Gelber Engel um 1900
Bild:Emil-Schmolz.jpg |1903: Emil Schmolz
Bild:1905 WilhelmII beiAutorenne.jpg |1905: Wilhelm II bei Autorennen
Bild:1906 PrinzLF.jpg|1906: Prinz Louis Ferdinand, Mitglied
Struktur und Zahlen
Der ADAC gliedert sich in 18 Regional-Clubs[http://www.adac.de/ADAC_vor_Ort/default.asp?id=2236 Die ADAC-Regional-Clubs]; wer dem genannten Link folgt, findet davon 15 mit Namen und 3 weitere in einer graphischen Skizze. Die Vorgänger der Regional-Clubs hießen "Gau" und kurzzeitig "Sektion". Auf unterster Ebene gibt es auch ca. 1800 Ortsclubs, die in der Regel Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Deutschen_Tourismusverband an der Ausweisung der insgesamt rund 2500 Kilometer langen Deutschen_Alleenstraße.In jüngeren Pressemeldungen äußerte sich der ADAC betont kritisch zum Thema Führerscheintourismus und forderte eine baldige Harmonisierung des Fahrerlaubnisrechts in Europa [http://www.verbaende.com/News.php4?m=38725 ?Führerscheintourismus? gefährdet Verkehrssicherheit]. Damit bezog er erstmals klar Position für mehr Verkehrsmoral und gegen Fahrer mit verkehrsgefährdenden Einstellungen und Verhaltensgewohnheiten.
In Fachveranstaltungen und Fachbeiträgen versucht sich der ADAC auch in Fragen der Verkehrssicherheit, des Verkehrsrechts, der Verkehrspolitik und -planung sowie in Umweltschutzfragen zu positionieren. [http://www.adac.de/mitgliedschaft_leistungen/motorwelt/adac_100/story/ADACVerbrauchersch2.asp?ComponentID=48997&SourcePageID=47296 Engagiert und mit kritischem Blick für die Interessen der Mitglieder] Verbraucherschutz wird groß geschrieben.
Kampagne ?Freie Fahrt für freie Bürger?
Im Jahr 1974 - zwei Jahre nach dem Höchststand der Unfallzahlen in Deutschland mit jährlich mehr als 20.000 Verkehrstoten (heute ca. 5.000) [http://www.destatis.de/presse/deutsch/pk/2006/unfallgeschehen_2005i.pdf Unfallgeschehen im Straßenverkehr 2005] - Presseexemplar des Statistischen Bundesamts. (www.destatis.de, 610 KB). und nur drei Monate nach dem Höhepunkt der Ölkrise mit dem ersten ?autofreien Sonntag? in Deutschland - prägte der ADAC unter seinem Präsidenten Franz Stadler den Begriff ?Freie Fahrt für freie Bürger? (Autoaufkleberaktion, dpa vom 28. Februar 1974). Diese Aktion zog Proteste und Austritte nach sich, da sich ein Teil der Mitglieder mit der Pro-Auto-Politik des Vereins nicht einverstanden erklärten. In der ADAC-Chronik findet sich dazu folgender Eintrag ("1974: Der ADAC kritisiert den Tempo-100-Großversuch auf Autobahnen. Die ?Motorwelt? kündigt an, dass der Club alles tun wolle, das ?unrealistische Kriechtempo? zu verhindern. Mit Tempo 100 auf Landstraßen hat sich der ADAC hingegen angefreundet").
Politisch wirkte die Kampagne aufgrund der unerwarteten Polarisierung bewusstseinsbildend. Die Kampagne kann als einer der Wegbereiter der grünen und ökologischen Bewegung in Deutschland angesehen werden.
Lobbyismus
Der ADAC ist der einflussreichste Verband in Deutschland und einer der größten Lobbyverbände der Welt.
Umweltpolitik
Nach dem Motto ?Vernünftige Lösungen statt Hysterie? nimmt der Verband eine moderate Umweltposition für sich in Anspruch. In der Vereinszeitschrift werden regelmäßig Artikel und Reportagen mit umweltpolitischen Themen veröffentlicht, die mit der Verkehrspolitik in Zusammenhang stehen: Umweltpolitische Maßnahmen wie die Plakettenverordnung, Tipps für eine umweltfreundliche Teilnahme am Straßenverkehr. Vorrang hat die Gewährleistung der individuellen Mobilität der Bürger. Umweltpolitik sollte sich nach Einschätzung des ADAC in einem Rahmen abspielen, der die Mobilität der Menschen sichert und nicht zu Lasten wirtschaftlicher und sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen gehen.
Vor allem in der Vergangenheit bewerteten Kritiker des ADAC die Umweltpolitik als kurzsichtig und populistisch.
Beteiligungen
Über die ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH gehören dem ADAC eine Reihe von Tochterfirmen [http://www.adac.de/wir_ueber_uns/unternehmen/default.asp?ComponentID=31960&SourcePageID=7384 Der Club und seine Tochtergesellschaften]. Der Gesamtumsatz dieser GmbH betrug 818 Millionen Euro im Jahre 2004, das Eigenkapital wurde auf 250 Mio. Euro beziffert und es wurden 1780 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Geschäfte gliedern sich in die strategischen Bereiche Versicherungen, Verlagsgeschäft, Luftfahrtunternehmungen und Sonstiges. In Halle (Saale) betreibt die Tochterfirma DLC ein Callcenter für europaweite Pannenhilfe.
Insgesamt besitzt der ADAC fünf Luftfahrtunternehmen. Neben der ADAC Luftrettung GmbH betreibt der ADAC den Aerodienst Nürnberg zum Rücktransport erkrankter oder verunfallter Personen aus dem Ausland (mittels umgerüsteter Privatjets). Weitere Unternehmen sind die ADAC Luftfahrt Technik GmbH und Elbe Helicopter. Die ADAC Tochter ADAC Luftrettung GmbH mit einem Eigenkapital von 52 Mio. Euro und 136 Mitarbeitern, 45 Rettungs- und Intensivtransport-Hubschraubern und 28 Luftrettungsstationen hatte 2005 einen Umsatz von 40 Mio. Euro.
ADAC Reisen ist eine Reiseveranstalter-Marke. Die Organisation und Abwicklung der Reisen erfolgt seit 2000 durch das zur Rewe Group gehörende Reiseunternehmen DER (bekannt unter der Marke DERTOUR).
Der ADAC führt auf 10 % seiner Mitgliedsbeiträge Umsatzsteuer ab. Das zuständige bayerische Finanzministerium legte fest, dass der ADAC nur zu 10 % gewerblich tätig sei. Vor dem Hintergrund der in den vergangenen Jahren stark ausgeweiteten wirtschaftlichen Aktivitäten des ADAC vor allem im Bereich der Versicherungen, Finanzdienstleistungen und Rettungsdienste wird diese Sonderstellung unter Wettbewerbsgesichtspunkten kritisch diskutiert.
Jugendclub: ADACDRIVE
Im ADAC gibt es einen beitragsfreien Jugendclub, den ADACDRIVE. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren können hier außerordentlich Mitglied werden. Im Vordergrund stehen Themen wie Sicherheit im Verkehr und Informationen rund um den Führerschein.
Die Mitgliedschaft ist kostenlos und offeriert Leistungen wie etwa kostenlose Führerscheinbögen zur Online-Vorbereitung auf die Führerscheinprüfung sowie Pannen- und Unfallhilfe für das motorisierte Zweirad oder Leichtkrafträder. Der Jugendclub hat eine eigene Jugend-Internetseite und feiert 2007 seinen 10. Geburtstag.
Berichterstattung in den Medien
Hier setzt die Medienkritik am Vereinsstatus des ADAC an, welche von Fachjournalisten und z. T. auch von Politikern der SPD und der Grünen wiederholt geäußert wurde
Literatur
* Hans Bretz: 50 Jahre Allgemeiner Deutscher] Automobil-Club im Dienste der Kraftfahrt. München: Allgemeiner Dt. Automobil-Club, 1953. 186 Seiten.
* 25 Jahre ADAC Gau 7a, Hamburg-Lübeck : 1904 - 1929. Festschrift. Hamburg: Allgemeiner Deutscher Automobil-Club / Gau Hansa, 1929. 40 Seiten.
* ADAC-Adreßbuch. Herausgegeben im Selbstverlag des Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (e.V.). München, 1914.
* Technisches ADAC-Jahrbuch. Herausgegeben vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club e. V. München-Berlin, Reichsverband der Kraftfahrzeugbesitzer Deutschlands. Augsburg: ADAC, 1933.
* Michael Dultz [Redaktion]: 100 Jahre ADAC. Bilder, Storys, Hintergründe 1903 - 2003. München: ADAC Verlag, 2003. Umfang: 194 S. ISBN: 3-89905-149-1
Titeländerungen und Erscheinungsverlauf der "Motorwelt"
* ADAC-Motorwelt. Erscheinungsverlauf: 1. Jahrgang 1903 bis 30. Jahrgang 1933, Nr. 39 (vom 29. September 1939)
* DDAC-Wochenschrift. München: Der Deutsche Automobil-Club. Erscheinungsverlauf: 30. Jahrgang 1933, Nr. 40 (vom 13. Oktober) - 31. Jahrgang 1934
* Motorwelt: die illustrierte Zeitschrift des DDAC. München: Der Deutsche Automobil-Club. Erscheinungsverlauf: 32.1935 - 36.1938,26
* Deutsche Kraftfahrt vereint mit DDAC-Motorwelt. Körperschaft: Der Deutsche Automobil-Club. Verlag Th. Oppermann, Hannover. Erscheinungsverlauf: 7. Jahrgang 1939 - 11. Jahrgang 1942
* Deutsche Kraftfahrt - Motor und Sport - Allgemeine Automobilzeitung - Das Motorrad - Motorwelt. Gemeinschaftsblatt. Hannover: Oppermann. Erscheinungsverlauf: 1943 - 1944.- Ausgabe 0, bisher: Deutsche Kraftfahrt-Motorwelt.
* ADAC-Motorwelt, offizielles Organ des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs. München: ADAC-Verlag, ab 1948. Erscheinungsverlauf: 1. Jahrgang 1948, Heft August/September bis heute
Quellen / Referenzen
Weblinks
• Webseite des ADAC
• ADAC Luftrettung GmbH Informationen über die Flotte, Crews und Einsätze der ADAC Luftrettung
• Luftqualität in Städten Broschüre des ADAC über Gestaltung und Umsetzung von Luftreinhalteplänen
• Webseite des ADAC Jungen Portals
• ?Beim ADAC kommt die Umwelt unter die Räder? Artikel der GRÜNEN JUGEND

