Ada Kaleh
thumb|Die_Insel_Ada_Kalehthumb|Der_Insel in der Donau, die 1968 dem Bau eines rumänisch-jugoslawischen Staudammes am Eisernen_Tor zum Opfer fiel. Sie lag auf Höhe der rumänischen Stadt Orsova und der serbischen Ortschaft Tekija.
Ada Kaleh war bis zu ihrem Untergang eine ?vergessene? türkische Enklave und Rest des Islam_im_Banat. Auf der nur etwa 1,7 km langen und 0,5 km breiten Insel befand sich eine Festung in Vauban-Bauweise und eine kleine Ortschaft mit einer Moschee, einem Basar, einer kleinen orthodoxen Kirche, mehreren Kaffeehäusern und einem Gouverneurspalais. Die zuletzt 600 (nach anderen Quellen 1000) überwiegend türkischen Bewohner lebten vornehmlich von der Fischerei und von der Produktion von Süß- und Tabakwaren. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich ein lebhafter Tourismus. Ada Kaleh diente den Bewohnern der umliegenden Regionen als romantisches Ausflugsziel und, dank einer Steuerbefreiung, als beliebte Einkaufsmöglichkeit für türkische Delikatessen, Schmuck und Tabakwaren.
Geschichte
Bereits in den Schriften des Herodot fand Ada Kaleh unter dem Namen Cyraunis Erwähnung. Später wurde sie zeitweilig Caroline-Insel genannt. Im Konflikt Österreichs mit dem Osmanischen Reichs erlangte die Insel wegen ihrer exponierten Lage eine gewisse strategische Bedeutung. Die österreichische Armee erbaute 1689 dort eine Festung als Bollwerk gegen das Osmanische_Reich und nannte die Insel fortan Neu-Orschowa. In den folgenden Jahrzehnten wechselte Ada Kaleh mehrmals zwischen Österreich und dem türkischen Reich hin und her, verblieb nach dem Friedensvertrag von Belgrad von 1739 schließlich dauerhaft bei den Osmanen, nur unterbrochen durch eine zwischenzeitliche österreichische Besetzung 1789-91. Auf dem Berliner Kongress 1878 wurde vergessen, die Insel einem der Donauanrainerstaaten zuzuordnen. Sie verblieb so im Besitz des Türkischen Reiches und kam erst 1912 zu Ungarn, schließlich 1920 durch den Vertrag von Trianon zu Rumänien. Die Bevölkerung blieb aber überwiegend türkisch. Mit der Vollendung des Wasserkraftwerks am Eisernen_Tor war Ada Kaleh 1971 dem Untergang preisgegeben. Der Versuch einer Rettung der Inselkultur durch Umsiedlung der Bevölkerung und Versetzung der historisch wertvollsten Gebäude auf die weiter flussabwärts gelegene rumänische Insel ?imian scheiterte. Die Einwohner von Ada Kaleh zogen es vor, in andere Teile Rumäniens, z. B. in die Dobrudscha, oder in ihr türkisches Heimatland zu ziehen. Vor der Überflutung von Ada Kaleh wurde die Insel durch Abholzung und Sprengung der Bauten eingeebnet.
Zitate
In ?Das tausendjährige Ungarn und die Milleniumsausstellung? von 1896 heißt es:
Einen romantischen Überrest der einstigen Türkenherrschaft an der unteren Donau bildet diese, an der ungarisch-rumänisch-serbischen Grenze, unmittelbar unterhalb Orsova gelegene kleine Donau- Insel, deren geringzahlige, ausschliesslich türkische Bewohner zwar noch Unterthanen des Sultans sind, das Inselterritorium selbst steht jedoch auf Grund eines Beschlusses des Berliner Congresses bis zur endgiltigen Regelung der politischen Lage desselben, jetzt noch interimistisch unter der militärischen Oberherrschaft der österr.-ungarischen Monarchie. Auf der Insel befindet sich eine, in früheren Zeiten für uneinnehmbar gehalten, jetzt jedoch schon dem Verfall preisgegebene Festung.
Weblinks
* http://www.banater-aktualitaet.de/banburg04.htm

