Ad-hoc-Hypothese
Eine Ad-Hoc-Hypothese (lateinisch-altgriechisches Mischwort) ist eine Hilfs-Hypothese, die für einen Einzelfall aufgestellt wird, um Beobachtungen oder kritischen Argumenten zu begegnen, welche die eigene Theorie widerlegen könnten.Parawissenschaften sind dafür bekannt, ihre Grundsätze durch solche Annahmen vor anerkannten wissenschaftlichen Beobachtungen oder Theorien zu schützen. Auch in der Naturwissenschaft werden junge Theorien oft durch solche Annahmen gestützt. Ein berühmtes Beispiel ist Einsteins kosmologische Konstante, die eine aus seiner Theorie hervorgehende Expansion/Kontraktion des Universums verhindern sollte. Paul Feyerabend widmet in seinem kritischen Standardwerk über Wissenschaftstheorie, Wider den Methodenzwang, das 8. Kapitel ausführlich der Ad-Hoc-Hypothese. Die Ad-Hoc-Hypothesen "...verschaffen neuen Theorien eine Atempause, und sie deuten die Richtung der zukünftigen Forschung an" meint er darin.
Parawissenschaftliche Beispiele
Die Homöopathie in ihrer ursprünglichen Form definiert sich als rein individueller Prozess, der damit nicht durch statistische Vergleiche nachweisbar sein kann.
Naturwissenschaftliche Beispiele
Bei seiner revolutionären Formulierung des Atommodells stellte Niels Bohr das Postulat auf, dass die Elektronen bei der Radialbeschleunigung auf ihren Kreisbahnen keine Strahlung abgeben.
Literatur
Karl_Raimund_Popper: Logik der Forschung, Tübingen (Mohr Siebeck) 11. Aufl. 2005
Paul Feyerabend: Wider den Methodenzwang, (Against Method. Outline of an Anarchistic Theory of Knowledge). Frankfurt/M. 1975 (1983 revidierte Fassung - ISBN 3518281976)

