Adélaïde Labille-Guiard
Adélaïde Labille-Guiard später noch -Vincent (11. April 1749 in Paris; ? 24. April 1803 in Paris), war eine französische Malerin die zahlreiche Porträts französischer Adliger anfertigte und Begründerin der ersten Pariser Frauenschule für Malerinnen.
Leben
(1754-1793), im Jahr 1787]](1746-1830), gemalt im Jahr 1780]]
(1764-1794), gemalt im Jahr 1788]]
Kindheit und Jugend
Adélaïde die 1749 als Tochter eines Pariser Kurzwarenhändlers geboren wurde, war die jüngste von acht Geschwistern. Sie lernte wahrscheinlich in einer Klosterschule das lesen und schreiben.
Anschließend half sie im Laden des Vaters aus. Bereits im Alter von 14 Jahren hatte sie die tollkühne Idee eine Malerin zu werden. In der Nachbarschaft lebte der Miniaturmaler François-Elie Vincent der gleich nebenan sein Atelier hatte und den der Vater gut kannte. Bei ihm lernte sie kleine Porträts für Medaillons, oder als Schmuckstücke für Tabatieren (Tabaksdosen) herzustellen. Vincents Sohn François André, der ein hochbegabter Maler war, wurde zu Adélaides Freund und eigentlichem Lehrer. Nach kurzer Zeit wurde diese Freundschaft unterbrochen, da sie mit zwanzig Jahren am 23. August 1769 den Steuerbeamten Giuard heiratete und Vincent für fünf Jahre nach Rom ging. Adélaide Labille-Guiards Ehe blieb kinderlos, so das sie ihr Studium wieder aufnahm. Sie ging dann bis 1774 zu dem führenden Pariser Pastellmaler Maurice Quentin de la Tour, um diese Maltechnik, die damals sehr in Mode war, zu erlernen. Dabei wurde sie allerdings regelrecht entäuscht, da sie mit anschauen musste wie ihre Pastellbilder bei der Masse des Angebots nicht sonderlich beachtet wurden. Daraufhin begann sie als neuen Anlauf bei ihrem Freund Vincent, der mittlerweile wieder aus Rom zurück war, die Ölmalerei zu studieren.
Popularität
Schon mit ihren ersten Ölbildern hatte sie spektakulären Erfolg. Zu jener Zeit wurde ihr jedoch oft vorgeworfen, das ihr Freund Vincent die Bilder gemalt hätte, was Labille-Guiard aber nicht abschreckte weiterzumachen. Minister, Prinzessinen und auch andere Künstler ließen sich von ihr porträtieren. Dadurch gewann sie so viel Mut und Selbstvertrauen, dass sie sich 1783 um die Mitgliedschaft der Königlichen Akademie, der satzungsgemäß höchstens vier Frauen angehören durften, bewarb. Damit das überhaupt möglich werden konnte, stimmte sie zuvor bei eine Abstimmung dieser geringen Aufnahmezahl zu. Für die Aufnahme musste sie zwei Ölbilder zur Probe anfertigen und wurde nach langer Beratung mit 29 von insgesamt 36 Stimmen am 31. Mai 1783, am selben Tag wie die Malerin Élisabeth Vigée-Lebrun, in die Akademie aufgenommen.
Mittlerweile hat sich die Malerin von ihrem Ehemann getrennt und weil sie aus Erfahrung wusste, mit welchen Schwierigkeiten künstlerisch begabte Frauen zu kämpfen haben, eröffnete sie die erste Pariser Frauenschule für Malerinnen, in der sie neun Schülererinnen unterrichtete.
Revolution und Tod
Es war erstaunlich, dass die Politik und die Französische Revolution ihre Arbeit nicht beeinträchtigt haben. Wie einst die Prinzessinen und Aristokraten so ließen sich nun die neuen Machtinhaber, die Abgeordneten der Nationalversammlung, allen voran der berühmte Maximilien Robespierre, von Adélaïde Labille-Giuard portätieren. Darüber hinaus hat sie sich für das Recht der Frau auf künstlerische Betätigung eingesetzt. In einer Rede vor der Akademie forderte sie Frauen unbeschränkt zuzulassen.
Der Antrag wurde daraufhin angenommen. Als die Revolution später vorüber war, wurde diese fortschrittliche Bestimmung wieder annulliert.
Als erste Frau bekam sie 1795 die Erlaubnis ein Atelier im Louvre zu beziehen, wo sie mit ihren Schülerinnen arbeitete.
Aufgrund des neuen liberalen Eherechts, konnte sie sich am 12. Mai 1793 nun endlich von ihrem Mann scheiden lassen. Am 8. Juni 1800 heiratete sie als inzwischen Fünfzigjährige ihren Jugendfreund, den Maler François André Vincent. Allerdings dauerte die Ehe nur drei Jahre, da Madame Vincent, wie sie nun hieß, 1803 in Paris verstarb. Ihre Werke vielen dann im Misskredit, so erreichte beispielsweise ein Pastellporträt, das nach dem Tode Vincents 1816 verkauft wurde, nicht mal 38 Francs.
Werke
Adélaïde Labille-Guiard hat nicht nur selber eine große Karriere gemacht, sondern hat sich auch energisch und erfolgreich für die Interessen aller Malerinnen eingesetzt und die Berufschancen der Frauen, die nach ihr kamen, verbessert.
Die größte Sammlung ihrer Werke besitzt der Louvre. Einige andere Werke befinden sich heute unter anderem in amerikanischen Museen.
Literatur
* Anne Marie Passez, Adelaide Labille-Guiard (1749-1803), biographie et catalogue raisonné de son oeuvre, 1973, Paris.
*Englische Ausgabe von Anne M Passez: Adelaide Labille-Guiard, Catalogue Raisounne, Her Life & Her Work, 1749-1803, (Hardcover), Frances Schram, Dez. 1982 ISBN 0839003218
* Baron Roger Portalis: Adélaïde Labille-Guiard, 1902.
* Edith Krull: Women in art, Studio Vista.
* Ann Sutherland Harris and Linda Nochlin Women Artists: 1550-1950, Knopf.
* Mary Sheriff: The Exceptional Woman
* Whitney Chadwick: Women, art and society, Thamas & Hudson.
* Rozsika Parker and Griselda Pollock: Old mistresses, Pandora.
* Women artists, an illustrated history, Abbeville Press Publishers.
* Frances Borzello: Seeing ourselves, women's self-portraits, Thames & Hudson.
* Christie's catalogue, 7 December 1995.
Weblinks
• The art of Adelaide Labille-Guiard (engl.) Website über Adélaïde Labille-Guiard

