Rimonabant
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|CAS-NUMMER=168273-06-1
|REZEPTPFLICHTIG=Ja
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|CHEM-NAME=5-(4-Chlorphenyl)-1-
(2,4-dichlorphenyl)-4-methyl-N-
piperidinopyrazol-3-carbamid
|SUMMENFORMEL=C22H21Cl3N4O
|MOLMASSE=463,79 g/mol
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Rimonabant (SR141716A, 5-(4-Chlorophenyl)-1-(2,4-dichlorophenyl)-4-methyl- N-(piperidin-1-yl)-1H-pyrazol-3-carboxamid) ist ein Arzneistoff, der als Appetitzügler zur Behandlung des Übergewichts eingesetzt wird und zur Raucherentwöhnung von dem Pharmaunternehmen Sanofi-Aventis entwickelt wurde. Rimonabant greift in das körpereigene Cannabinoid-System (Endocannabinoidsystem) ein und vermittelt seine Wirkung über eine Hemmung von Cannabinoid-Rezeptoren des Subtyps CB1. Dieser Wirkstoff wird seit 2006 unter dem Markennamen Acomplia angeboten.
Anwendungsgebiete
Rimonabant ist als Arzneistoff zusätzlich zu Diät und Bewegung zur Behandlung einer Adipositas (BMI >= 30 kg/m2) oder übergewichtiger Patienten (BMI > 27 kg/m2), die darüber hinaus einen oder mehrere Risikofaktoren wie Typ-2-Diabetes oder Dyslipidämie aufweisen zugelassen. Der Gemeinsame_Bundesausschuss (G-BA) stufte das Präparat als ein Lifestyle-Medikament ein, dass in Deutschland von der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen ist. Als Begründung wurde vor allem das hohe Kosten-Nutzen-Verhältnis angeführt. Auch in Österreich und in der Schweiz, wo im Laufe des Jahres 2007 eine arzneimittelrechtliche Zulassung erwartet wird, darf Rimonabant nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Im Gegensatz dazu wird Rimonabant in Schweden, Dänemark und Irland von den Krankenkassen erstattet.
Ursprünglich wurde Rimonabant auch zur Raucherentwöhnung entwickelt. Eine Zulassung zur Raucherentwöhnung wurde sowohl von der europäischen Arzneimittelzulassungsbehörde (EMEA) als auch von der amerikanischen Food and Drug Administration nicht erteilt, da in klinischen Studien kein ausreichender Nachweis für die Wirksamkeit von Rimonabant zur Raucherentwöhnung erbracht werden konnte[http://www.emea.europa.eu/humandocs/Humans/EPAR/acomplia/acomplia.htm Europäischer öffentlicher Beurteilungsbericht (EPAR) - ACOMPLIA.
In den zulassungsrelevanten RIO-Studien, an denen über 6600 Patienten teilnahmen, wurde gezeigt, dass zusätzlich zur Gewichtsreduktion ein positiver Effekt auf die metabolischen_Risikofaktoren erzielt wurde. Die Werte des umgangssprachlich guten Cholesterins HDL stiegen und Triglyceride-Werte als auch die Insulinresistenz bei Typ-2-Diabetikern sanken.
Nicht zulassungsrelevant ist die SERENADE-Studie. Diese hat belegt, dass mit Hilfe des Wirkstoffs Rimonabant bei nicht-vorbehandelten Typ-2-Diabetikern der HbA1c-Wert und das Gewicht reduziert werden kann.
Nebenwirkungen
Während der klinischen_Studien am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren Übelkeit, Durchfall, Schwindel und Atemwegsinfektionen. Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.
Gegenüber dem Placebo sind bei der Einnahme der vorgeschriebenen Einnahmemenge (20mg) folgenden unerwünschte Wirkungen aufgetreten : Depressionen (2.9% zu 1.5% Placebo), Angstgefühl (1.1% zu 0.4% Placebo), Nausea (1.3% zu <0.1% Placebo)
Der US-Pharmakologe Piomelli arbeitet an einem Wirkstoff gegen Depressionen, der auf dem gleichen Wirkprinzip basiert - jedoch Rimonabant entgegengesetzt wirkt. Patienten die zuvor wegen Depressionen behandelt worden sind, sollten diesen Wirkstoff daher nicht einnehmen.
Quellen
Weiterführende Literatur
RIO-Studien:
*Lipids: New England Journal of medicine 2005; 353:2121-2134
*Europe: The Lancet 2005; 365: 1389-1397
*North-America: JAMA 2006; 295: 761-775
*Diabetes: The Lancet 2006; 368: 1660-1672
Weblinks
• RIO-Studie
• Unerwünschte Wirkungen - Depressionen - Angstgefühl - Nausea
• Mens Health - Meinung von US-Pharmakologe Piomelli
• Bericht vom Hersteller

