ACME
ACME wird im englischen Sprachraum gern analog zum fiktiven Personennamen John Doe (Otto Normalverbraucher) als fiktiver Name für eine Körperschaft in Beispielfällen ? z. B. bei juristischen Fragen ? verwendet.
Acme ist ein formeller Begriff aus dem Englischen (ursprünglich griechisch ????: ?der Spitzenpunkt, die Akme?, auch ?die Akne?) für einen Höhepunkt oder Gipfel (the acme of).
Der Begriff wurde mit den Zeichentrickfilmen der Warner Bros. und Disney, insbesondere der Road_Runner-Reihe, bekannt und steht für ein fiktives Unternehmen. Um nicht mit dem US-amerikanischen Markenrecht in Konflikt zu kommen, haben die Zeichner ein Unternehmen erfunden, das alle für die Filme benötigten Gegenstände produziert. Von alltäglichen Dingen wie Kleidung und Zahnpasta bis hin zu ausgefallenen Sachen wie Taschenraketen und Laserkanonen gibt es nichts, was ACME nicht herstellt. Erst später interpretierte man das Wort ACME als Backronym (bedeutet, dass im Gegensatz zum Akronym die Bedeutung der Abkürzung nachträglich zugeordnet wird) für A Company that Manufactures Everything (Eine Firma, die alles Mögliche herstellt) oder auch American Company that Manufactures Everything. Eine weitere, auch den tertiären_Sektor abdeckende Leseart ist A Company Making Everything (Ein Unternehmen, das alles macht).
Die Verwendung des Begriffs entwickelt sich weiter und trennt sich manchmal von dem Unternehmen. So ist in dem Zeichentrickfilm Roger Rabbit der Gründer der fiktiven Firma Marvin Acme (gespielt von Stubby Kaye) zu sehen.
Mögliche Vorbilder
Chuck Jones, Regisseur zahlreicher Warner Brothers Cartoons, hat Anfang der 1980er Jahre im Rahmen eines Vortrags an der Universität_von_Dayton erklärt, dass ACME der Name einer realen Firma war. Die Werbung dieser Firma war Mitte der 1930er Jahre auf der Rückseite eines Telefonbuchs in Burbank, Kalifornien zu finden; im allgemeinen Sprachgebrauch wurde seither dieses Rufnummernverzeichnis gerne als "das ACME" bezeichnet.
Acme war Anfang der 1900er Jahre der Name einer Eigenmarke des Versandhandelsunternehmens "Sears Roebuck and Company", besser bekannt unter der Kurzform "Sears". Der Katalog von Sears war damals schon eine Institution, da das Unternehmen nicht nur Konsumartikel des alltäglichen Bedarfs, sondern auch Großgeräte für Haus und Küche sowie ganze Häuser in Bausätzen bis in die entlegensten Regionen der USA versandte.
In Deutschland gab es in den 20er Jahren eine Plattenmarke "ACME", die US-Aufnahmen für den deutschen Markt herausbrachte.
Weblinks
• The Original Illustrated Catalog Of ACME Products (Katalog fiktiver ACME-Produkte)

