Achtzöller
In der Amateurastronomie - und teilweise auch unter den hauptberuflichen Astronomen - wird die Größe von Teleskopen (d.h. ihr Objektiv- oder Spiegel-Durchmesser, die sogenannte Apertur) meist in der Einheit Zoll (abgekürzt ") angegeben. Dabei entspricht 1" genau 2,54 cm.von Celestron. Es ist für eine Tagbeobachtung auf die Venus gerichtet.]]
Der Achtzöller ist die bei Spiegeln am häufigsten vertretene Fernrohrgröße:
* Als Spiegelteleskop (Primärspiegel-Durchmesser rund 20 cm) hat er in kompakter Cassegrain- oder ähnlicher Bauweise eine Brennweite von üblicherweise 2 Meter, die aber durch den vom Sekundärspiegel gefalteten Strahlengang auf eine Baulänge von etwa 70 cm verkürzt wird.
** Damit sind solche Instrumente, die von Firmen wie Celestron oder Meade um etwa 2.000 bis 4.000 ? hergestellt werden, in einer noch recht handlichen Größe gehalten und haben ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
** Bei 8" Newton-Teleskopen wird die Brennweite vom Hersteller meist um die 1,5 Meter gewählt, um die Bau- bzw. Tubuslänge in Maßen (d.h. bei etwa 1,3m) zu halten.
* Als Linsenfernrohr (Objektivgröße wäre ebenfalls 20cm) ist der Achtzöller seltener, weil er beim üblichen Öffnungsverhältnis von 1:10 eine Baulänge von über 2 Meter hätte. Auch preislich käme er um etwa die Hälfte höher.
** Daher sind in der Sparte Linsenteleskope die häufigsten Größen 4 bis 6 Zoll.
Das Auflösungsvermögen eines Achtzöllers beträgt theoretisch 0.6", was aber Spiegelteleskope nicht ganz erreichen. Der Grund ist die Beugung an den Streben des Sekundär- bzw. Hilfsspiegels. De facto liegt die Auflösung bei etwa 1", was aber in Mitteleuropa keinen Nachteil darstellt. Auf üblichen Beobachtungspunkten hat nämlich die Luftunruhe einen ähnlichen (oder etwas höheren) Betrag, sodass von der Qualität des Instruments de facto nicht viel verloren geht.
Auch aus Gründen der "Lichtverschmutzung" (Aufhellung der Erdatmosphäre durch Dunst und Licht) ist der Achtzöller ein praktikabler Kompromiss:
Eine größere Apertur - die wesentlich mehr kostet - könnte ohnehin nur bei ausgesprochen gutem Nachthimmel ausgenutzt werden, oder man müsste auf Standpunkte im Gebirge ausweichen. Mit den im Fachhandel erhältlichen Spezialfiltern kann man allerdings die störende Wirkung der Straßenbeleuchtung etwas verringern.

